Das mitreißende Epos von Krieg und Frieden, Freundschaft und Verrat, Liebe und Magie ...
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4.0/5.0
Thomas Zörner
aus Lentia
4/5
01.12.2011
Buch (Taschenbuch)
Die Psyche des Dunkelelf
Es ist was los unter Tage. Nachdem der Dunkelelf Drizzt DoUrden seine Heimat, und sein Volk, verlassen hat, haust er in den Höhlen des Unterreich. Zwar losgelöst von der grausamen Welt der Dunkelelfen macht ihm die Einsamkeit schwer zu schaffen, und sein vermeintliches zweites Ich, das er zu entwickeln beginnt, das er der Jäger nennt. Ein Ich, das sich auf die niedrigsten Instinkte reduziert, und nur überleben will. Innerlich zerrissen, sehnt er sich nach sozialem Kontakt, und vor allem Sprache, denn sein einziger Begleiter, der Panther Guenhwyvar, ist natürlich stumm. So fasst der Dunkelelf einen möglicherweise tödlichen Entschluss, als er auf eine Gruppe Tiefengnome trifft. Drizzt bleibt eine der spannendsten Figuren im modernen Fantasygenre, und ebenso interessant bleibt das Setting der Dunkelelfsaga. Zwar hatte ich nach Band 2 und Drizzts erstem Besuch der Oberfläche gehofft, dass es diesmal dort weiter gehen würde, doch Salavatore lässt seine Figur lieber weiter in der Dunkelheit umher streifen. Nach der Kindheit (Band 1), und dem endgültigen Bruch mit seinem Volk (Band 2), geht es diesmal noch stärker um Drizzt selbst, und seine inzwischen gebeutelte Psyche. Immer wieder muss er sich gegen sein animalisches Ich durchsetzen, das er benötigte um zu Überleben, ihm aber in die Quere kommt, wenn es darum geht wieder soziale Konzakte zu pflegen. Gleichzeitig wird er von seiner Mutterin Malice verfolgt, die ihm einen schrecklichen Jäger auf den Hals hetzt, was mit 2 grandiosen Storytwists verbunden ist. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist Salvatores Entscheidung eine neue wichtige Nebenfigur zu etablieren, die sofort Pluspunkte sammeln kann, und das Charakterspektrum sinnvoll erweitert. Der Wächter im Dunkel ist sicher der bisher düsterste Teil der Dunkelelfsaga, schafft es aber, vor allem gegen Ende, dem Leser trotzdem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ankreiden kann man Salvatores Epos nur, dass es nach wie vor so extrem humorlos ist. Bierernst wird die Handlung erzählt, in den seltensten Momente, ebenfalls wieder gegen Ende, schafft es ein winziger Scherz in die Geschichte. In dieser Hinsicht könnte sich Salvatore gerne von Sapkowskis Hexer Romanen inspirieren lassen, die es schaffen eine packende Handlung zu erzählen, mit der entsprechenden Menge Witz.
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