Wer bin ich? Woher komme ich? Was bestimmt mein Leben? Grundsätzliche Fragen brechen auf, als die selbstständige Grafikerin Jael Winterstejn bei einem Sommerspaziergang im Rheintal zufällig einen Grabstein entdeckt, auf dem ihr Name steht. Die Suche nach der Geschichte, die sich hinter diesem Grabstein verbirgt, wird nicht nur zu einer Reise in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie, sondern rührt an andere dunkle Geheimnisse. Fragen von Schuld und Vergebung, Rache und Versöhnung werden plötzlich ganz aktuell und persönlich. Sie führt zu Begegnungen in Prag und im ehemaligen Sudetenland. Dort trifft Jael den sympathischen Tschechen Radek … Eine lebendig erzählte, packende Geschichte, in der das Lebensgefühl mehrerer Generationen aufeinander trifft. Eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte: deutsch-jüdische und deutsch-tschechische Vergangenheiten, Krieg und Vertreibung. Eine aktuelle Geschichte, die die Frage aufwirft, wie Beziehungen gelingen können und wie die Verstrickung in Schuld überwunden werden kann.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
25.05.2025
eBook (ePUB 3)
Sehr emotional
Mein Fazit:
"Erben des Schweigens" ist ein berührendes Epos voller Emotionen. Ich lese sehr viel über den Zweiten Weltkrieg und weiß, dass viele Zeitzeugen mittlerweile verstorben sind und viele Betroffene nicht mehr über diese tragische Zeit in der Weltgeschichte reden möchten. Die" Zeit" des Schweigens ist allgegenwärtig. Warum immer wieder diese Thematik aufwärmen? Was bringt es immer wieder über den Krieg, seine tragischen Folgen zu reden und das Thema Menschlichkeit zu diskutieren? Ich finde es wichtig, Generationen übergreifend zu erzählen und es ist Zeit, endlich zu verzeihen und um Vergebung zu bitten.
Die Autorin beschreibt mit sehr viel Feingefühl die Geschichte von Jael und ihrer jüdischen Familie. In Radek findet sie einen Freund, der ihr hilft, Familiengeheimnisse aufzudecken und die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg aufzudecken. Historische Hintergründe und fiktive Erlebnisse verschmelzen zu einem traurigen Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt.Jael's Geschichte geht ans Herz und hat mich sehr traurig gemacht. Meine Mutter war auch eine" Heimatvertriebene", nur leider konnte sie nie über diese schreckliche Zeit reden.
Die tschechische Geschichte fand ich sehr interessant und kannte ich bisher noch nicht in diesen Ausmaßen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, ohne Schnörkel, in einer einfachen Erzählweise, mit viel Gefühl für die Protagonisten und ihre Geschichten. Sie haben somit einen Platz in der Geschichte gefunden, ohne dass der" DEUTSCHE" angeprangert wird oder in Schuldgefühlen versinkt. Wer sich für die Thematik interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
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