Analyse und/oder Spekulation? Der sowjetisch-chinesische Konflikt in der westdeutschen Presse am Beispiel des Grenzkonflikts am Ussuri im März 1969 Der sowjetisch-chinesische Konflikt in der westdeutschen Presse am Beispiel des Grenzkonflikts am Ussuri im März 1969
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Sprache:Deutsch
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
20.02.2013
Verlag
Bachelor + Master PublishingSeitenzahl
68
Maße (L/B/H)
27/19/0,5 cm
Gewicht
174 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-95549-081-2
Diese Gefechte sorgten auf der ganzen Welt für Schlagzeilen. Auch in der westdeutschen Presse wurden im März 1969 ausgiebig über sie berichtet und zahlreiche Spekulationen angestellt, denn verlässliche Informationen waren kaum bis gar nicht zu erhalten. Lediglich die sich widersprechenden Protestnoten der sowjetischen und chinesischen Regierungen boten Einblicke in die prekäre Situation am Ussuri: Gegenseitig beschuldigten sich die Staaten, den jeweils anderen in einen Hinterhalt gelockt zu haben. Dies veranlasste einige westdeutsche Journalisten dazu, über die Ausmaße eines eventuellen Krieges und dessen Bedeutung für die Welt, aber auch für Westdeutschland selbst zu spekulieren.
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den analytischen und/ oder spekulativen Darstellungen der Ereignisse vom März 1969 in ausgewählten Organen der westdeutschen Presse. Hierbei liegt ein Augenmerk auch auf der Untersuchung sprachlicher Mittel, die von den Journalisten verwendet wurden. Wenn Sebastian Haffner im Stern dem sowjetisch-chinesischen Konflikt aufgrund ideologischer Differenzen zwischen den beiden Staaten die „Gnadenlosigkeit eines Religionskrieges“ zuschreibt, so bleibt dies nicht ohne Wirkung auf den Leser. Weiterhin werden in diesem Buch Aspekte der Stereotypenforschung aufgegriffen. In den Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln werden sowohl die Sowjetunion als auch die Volksrepublik China als „fremd“ dargestellt. Im Vergleich zeigt sich jedoch, dass China und seine Bevölkerung im Gegensatz zur Sowjetunion deutlich negativer dargestellt werden, nämlich als ein Land, das den Deutschen noch fremder und anders erscheint, als die Sowjetunion.
Vom Großteil der untersuchten westdeutschen Presseorgane wurde die Volksrepublik China als Aggressor im Grenzkonflikt am Ussuri im März 1969 angesehen. Doch erst mit der langsamen Öffnung Chinas in den letzten Jahren haben sich hierfür neue Belege finden lassen. Auch chinesische Historiker vertreten nun die Auffassung, dass die chinesische Regierung die Vorfälle provoziert zu haben scheint. Somit lässt sich feststellen, dass die Berichterstattung – und die damit einhergehenden Spekulationen der westdeutschen Journalisten – im März 1969 im Vergleich mit dem Wissensstand der heutigen Forschung keineswegs als irrational zu bewerten ist.
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