Inhaltlich lohnend. Darstellung nicht immer zuverlässig. Bindung sehr schlecht
Vorstellung der Zimzum-Konzeption Isaak Lurias und deren Verbreitung/Weiterentwicklung durch seine Schüler. Besonders wertvoll ist das Buch durch die breite Aufarbeitung der Rezeption in der Kulturgeschichte, insbesondere in der deutschen Philosophie, bis hin zu Anselm Kiefers monumentalen Bildnissen.
Mangels Hebräischkenntnissen kann ich die Darstellung der Zimzum-Konzeption nicht direkt überprüfen. Bei Gerold Necker ("Einführung in die lurianische Kabbala") finde ich Lurias Lehre überzeugender vorgestellt. Die Darstellung der Rezeption im Deutschen Idealismus hat problematische Passagen. Jacobi als Betrüger hinzustellen, der Lessing verleumdet und Moses Mendelsson an der Nase herumgeführt habe, ist schon sehr einseitig, dass die Denkfigur des Zimzum ein Grundbegriff der Philosophie Schellings sei, ist eine Übertreibung (zu finden ist die "Zusammenziehung" Gottes nur in Texten, die nach dem Tod des Philosophen aus dem Nachlass veröffentlicht wurden). Dass aber die "Stuttgarter Privatvorlesungen" nur eine verkürzende Zusammenfassung der Schellingschen Freiheitsschrift mit kleinen Erweiterungen (etwa um den Begriff der Zusammenziehung/Kontraktion Gottes) sei, ist schlichtweg falsch.
Die Bindung ist erbärmlich, nur geklebt. Das weiß ich von einem Bibiliotheksexemplar, das völlig auseinandergefallen ist. Ich werde entsprechend achtsam mit meinem nun eigenen Exemplar arbeiten.
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