Flauberts Papagei - Eine faszinierende literarische Spurensuche nach der wahren Inspiration eines Meisterwerks
In Flauberts Papagei , dem Buch, das Julian Barnes' Weltruhm begründete, begibt sich der englische Arzt im Ruhestand Geoffrey Braithwaite auf eine Reise, um das Leben und Werk des großen französischen Schriftstellers Gustave Flaubert zu ergründen. Besessen von der Frage, welcher ausgestopfte Papagei tatsächlich auf Flauberts Schreibtisch gestanden hat, enthüllt Dr. Braithwaite bei seinen Nachforschungen auch immer mehr von seiner eigenen Geschichte.
Barnes schafft eine geistreiche literarische Tour de Force, die Literaturgeschichte, Anekdoten, Reisebericht und philosophisches Vexierspiel zu einer spaßigen und fesselnden Erzählung verwebt. Mit feinem Gespür für die Tiefen der menschlichen Seele ergründet er die Beweggründe eines Genies und die Obsession seines größten Bewunderers. Ein meisterhaftes Werk über die Inspiration und die verborgenen Wahrheiten hinter einem literarischen Meisterwerk.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Immer wieder überraschend. Assoziatives...
Immer wieder überraschend. Assoziatives Feuerwerk, das stringent unlogisch jegliche biographische Klarheit in den Himmel schießt. Meisterstück!
Bewertung
5/5
26.05.2012
Buch (Taschenbuch)
....und der Papagei ?
Ich gebe es zu , ich bin ein Fan von Julian Barnes, ich mag diese hintergründige Art von Humor und intelligenter Unterhaltung , umso mehr habe ich mich gefreut Flauberts Papagei wieder in Neuauflage zu finden !
Sehr geistreich und literarisch ist Julian Barnes den Spuren von Flaubert nachgegangen und hat so manche Überraschung gefunden !
Bories vom Berg
aus München
4/5
23.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein Vexierspiel Mit «Flauberts…
Ein Vexierspiel Mit «Flauberts Papagei», seinem dritten, 1984 für den Booker Prize nominierten Roman, gelang dem britischen Schriftsteller Julian Barnes der Durchbruch. Inzwischen liegt ein stattliches Œuvre dieses Autors vor, der literarisch der Postmoderne zugerechnet wird. Kennzeichnend für seine subjektivistische Prosa sind zum einen die Betrachtungsweise aus einer dezidiert individuellen Perspektive, ferner seine häufige Beschäftigung mit historischen Themen sowie sein deutlich spürbares Faible für französische Lebensart und Literatur. Wobei Letzteres viele intertextuelle Bezüge mit einschließt, im vorliegenden Roman natürlich vor allem zu dem literarischen Olympier Gustave Flaubert. Und, - last, but not least -, gehört natürlich auch der typisch britische Humor dieses Romanciers dazu, dessen hintergründige Ironie ja schon im Titel des Romans aufblitzt. Protagonist und Ich-Erzähler ist Geoffrey Braithwaite, Landarzt im Ruhestand und als Privatgelehrter ein geradezu fanatischer Flaubert-Forscher. Seine Spurensuche durch Museen und Archive, durch Bibliotheken und Antiquariate bezieht auch jenen ausgestopften Papagei mit ein, der als Leihgabe zeitweise auf dem Arbeitstisch des Romanciers stand und ihm wohl als Inspirationsquelle diente. In «Ein schlichtes Herz», erste Erzählung des erfolgreichen Triptychons «Trois Contes» von 1877, jenem spöttischen Abgesang auf illusionäre Idealsuche, spielt der Vogel denn auch eine tragende Rolle. Barnes benutzt ihn als Leitmotiv in seinem Roman und erzählt in 15 Kapiteln von den laienhaften Forschungen des verwitweten Arztes. Dabei bleibt kein Aspekt aus der Vita des verehrten Schriftstellers ausgespart, seine Liebesaffären werden ebenso thematisiert wie seine zurückgezogene Lebensweise und diverse Marotten, zu denen zum Beispiel sein Hass auf die Eisenbahn gehört. Im Kapitel «Die Flaubert-Apokryphen» wird lebhaft über seine nicht geschriebenen Bücher spekuliert, in anderen stehen seine Beziehung zu Tieren im Vordergrund, und natürlich auch die gesellschaftlichen Anfeindungen, die der Roman «Madame Bovary» hervorgerufen hatte, ein gefährlicher juristischer Strudel damals, aus dem er glänzend rehabilitiert wieder aufgetaucht ist. Selbstverständlich ist diese eindeutig bekannteste Romanfigur Flauberts im Roman allgegenwärtig, Julian Barnes lässt Emma Bovary geradezu lebendig werden, erhebt die Ehebrecherin beinahe zu einer historischen Figur. Und so wird denn auch die köstliche Anekdote erzählt, dass man in Hamburg schon ein Jahr nach Erscheinen des Romans eine «Bovary» mieten konnte, eine zum Kopulieren zweckentfremdete, ziellos herumfahrende Pferdedroschke, so benannt in Anspielung auf die berühmte Fiakerszene. Der Protagonist kann sich nach einem Museumsbesuch dann auch die Anmerkung nicht verkneifen, dass ihm die ausgestellten Droschken aus jener Zeit beängstigend klein vorgekommen sind und allesamt kaum geeignet seien für den von Flaubert ersonnenen, zweckentfremdeten Gebrauch. Typisch Barnes! Mit seinem dilettierenden Literaturforscher Braithwaite karikiert der Autor gekonnt die ganze Zunft, weist auf Absurditäten und Hirngespinste hin, denen da so übereifrig nachgegangen wird. Ein Leser, der Flaubert nicht kennt, nichts von ihm gelesen hat, wird kaum auf seine Kosten kommen bei dieser Eloge auf den berühmten Romancier, zu häufig wird doch auf dessen Werk Bezug genommen. Das Fiktionale des Romans wird hier durch massenhaft Historisches unterfüttert, man glaubt sich beim Lesen zuweilen eher in einer Schriftsteller-Biografie angesichts der vielen Daten und Fakten, die da ausgebreitet werden. Aber die Rahmenhandlung mit ihrem Ich-Erzähler holt einen dann doch immer wieder ins Fiktionale zurück. Der experimentell aufgebaute Plot ist hervorragend durchdacht mit vielen stimmigen Verweisen, er wird in einer brillanten Sprache erzählt und vermittelt en passant eine Menge Wissenswertes über Gustave Flaubert. Einfach zu lesen ist dieses gekonnte Vexierspiel allerdings nicht.
Bewertung
1/5
10.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Kein Roman
Ja, ich finde es ist kein Roman; es sind Gedankenspiele. Gedankenspiele die mich schnell langweilten. Kein bisschen Unterhaltung; ich versuchte es mehrmals, wollte mich in die jeweiligen Gegenden, Regionen führen zu lassen.
Habe aufgegeben!
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