The author of the multi-million international bestselling Otori series of books turns her hand to an historical novel about a young woman living through the most fascinating period of Japanese history. BLOSSOMS AND SHADOWS is a compelling tale of love and war, women and men, and the rise of modern Japan. It shines a brilliant light on a time in history that few have known about until now, though the change it brought continues to ripple around the world.
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Der Umsturz
Chaoslaborantin am 19.01.2021
Bewertungsnummer: 802691
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nach ihrer fantastisch angehauchten "Otori"-Reihe wendet sich Lian Hearn einer neuen Epoche Japans zu: Dem Ende des Shogunats im Vorfeld der Meiji-Restoration und sie beginnt ihr Buch im Jahre 1857. Die Arzttochter Tsuru, selbst in der Medizin engagiert, lernt in der Domäne Choshu die jungen Männer kennen, die das Ende der Togugawa und ihrer Verwaltung, dem Bakufu, zuwegen bringen wollen. Choshu ist der Kessel des Aktivismus', denn die Reformwilligen werden großzügig von ihrer regionalen Regierung unterstützt und Ärzte wie Tsuru und ihre Familie werden im schwehlenden Konflikt, der allzu bald in offenen Krieg ausarten kann, dringend gebraucht.
Im Gegensatz zu den "Otori"-Büchern ist "Blossoms And Shadows" (ein relativ uninspirierter Titel, wie ich finde) erheblich nüchterner sowohl in Sprache als auch in der Handlung. Viele Passagen sind wie aus dem Geschichtsbuch abgeschrieben und viele Sprachbildern gibt es auch nicht. Doch macht das meines Erachtens nicht viel aus - Tsuru ist am Umsturz sehr interessiert, sogar beteiligt, weshalb man ihr als Erzählerin die zahlreichen politisch-militärischen Schilderungen abkauft - und ich als Geschichtsfan bin da eh abgehärtet. Zudem empfinde ich den Verlauf der "Rebellion" als sehr spannend beschrieben und die historischen Figuren, die Tsuru trifft und die mitunter Kapitel aus ihrer eigenen Sicht bekommen, als so lebendig dargestellt, dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufiebern. Auch hätte eine blumige Sprache Tsurus eigene Geschichte, die berufliche Selbstverwirklichung einer Frau zwischen zwei Männern, das Buch schnell in Kitsch abdriften lassen. Insgesamt wirkt Tsuru wie eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten, die egoistisch und unvernüftig handelt und zynisch denkt, aber dadurch eine Idenfikation des Lesers mit ihr stark verbessert, wenn sie auch etwas zu modern anmutet.
Allerdins muss erwähnt werden, dass viele japanische Begriffe ohne Erläuterung auftauchen, weshalb der Roman eher für bereits versierte Leser gedacht ist. Zudem treten zu Anfang viele Charaktere auf, die man sich anfangs etwas schwer merken kann, besonders, falls man mit japanischen Namen nicht vertaut ist.
Was mich ein wenig stört, ist, dass der politsche Hintergrund zwar verständlich, aber doch etwas oberflächlich bleibt. Bis auf die planlose Außenpolitik des Bakufu hinsichtlich westlicher Seemächte und der erwähnten Armut einiger Samurai tritt nicht deutlich hervor, warum das Shogunat weg und der Kaiser an die Macht MUSS. Dennoch ist es sehr erfrischend, gerade in der heutigen Zeit der Umstürze, einen Roman von der Seite der "Revoluzzer" zu lesen, denn allzu oft findet man eher ein Nachtrauern des Shogunats wie z.B. bei Leslie Downer. So wird auch die Wirkung des Endes verstärkt, da das Buch zwar mit dem Sieg der Aktivisten endet, während nicht ohne Zynismus offenbart wird, dass deswegen kein Paradies auf Erden entstanden ist.
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