Spätestens seit den siebziger Jahren gilt Walter Benjamin als Klassiker der Literaturkritik, dessen zahlreiche Rezensionen kanonisch geworden sind. In jüngster Zeit wurden jedoch mehr als 200 Druckseiten umfassende handschriftliche Notizen und Aufzeichnungen entdeckt, darunter Entwürfe der Besprechungen von Bertolt Brecht, Anna Seghers, Max Kommerell, Alfred Polgar und Dolf Sternberger. Sie werden im Rahmen der "Kritischen Gesamtausgabe" nun zum ersten Mal publiziert und ergänzen die bekannten Arbeiten, die ebenfalls erstmals ohne normalisierende Eingriffe und unter Berücksichtigung sämtlicher Textzeugen und Varianten geboten werden. Zusammen mit den im Kommentar erschlossenen Fakten zu Benjamins Arbeitsumfeld, seinen Kontakten und Quellen ermöglicht die Edition einen völlig neuen Blick in die Werkstatt des Kritikers sowie eine minutiöse Rekonstruktion seines Arbeitsprozesses. Sie wird so zu einem Kompendium ersten Ranges für jeden, der sich für europäische Literaturgeschichte, Literaturtheorie oder die Theorie und Praxis der Literaturkritik interessiert. Die Rezensionen, so zeigt die Ausgabe, waren lebenslanges Kraftzentrum von Benjamins Denken, der auch als Literaturkritiker seinen genuinen theoretischen Interessen treu blieb. Sie zeigt aber auch, daß das Stereotyp vom ohnmächtigen Melancholiker partiell revidiert werden muß, denn Walter Benjamin war auch dies: ein durchaus zielgerichteter und ebenso streitbarer wie medienerfahrener Publizist.
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5/5
30.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Berliner Kindheitserinnerungen
Der Philosoph und Kulturkritiker Walter Benjamin wurde am 15. Juli 1892 in eine wohlhabende, assimiliert-jüdische Großbürgerfamilie in Berlin geboren und verbrachte hier eine wohlbehütete Kindheit. Dort besuchte er auch das Gymnasium und machte im Jahr 1912 sein Abitur.
In den 1930er Jahren schrieb Benjamin seine Kindheitserinnerungen auf, die dann posthum 1950 unter dem Titel „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“ erschienen. Sie liegen nun in Reclams Universal-Bibliothek vor. Es ist eine Sammlung von 30 Miniaturen oder Prosaskizzen, in denen ein oder mehrere Ereignisse aus der Berliner Kindheit nach über dreißig Jahren festgehalten werden. Dabei machen sich die Erinnerungen oft an Kleinigkeiten fest. Ob der Blick in einen Berliner Innenhof, der Weihnachtsmarkt oder der Besuch einer Bibliothek - sofort kommen die Erinnerungen aus der Kindheit auf.
Benjamin erzählt von der jugendlichen Schmetterlingsjagd, vom Gartenpavillon der Eltern, von den Kaufmannsbesuchen mit der Mutter, von seinen ersten Leseerlebnissen, vom Militärorchester im Zoologischen Garten oder von seiner Großmutter mütterlicherseits mit ihrem Handwerkszeug. Oder von seiner Bettlägerigkeit, denn der junge Benjamin war oft krank gewesen. Neben den persönlichen Erinnerungen vermitteln die Prosatexte aber auch Vergangenheitsbilder von Berlin um die Jahrhundertwende.
Ergänzt wird die Reclam-Neuerscheinung durch einen umfangreichen Anhang mit erläuternden Anmerkungen und einem Nachwort der Herausgeberin Andrea Gnam.
Odilie Pressberger
aus Regensburg (Donau EKZ)
5/5
21.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Benjamin, Berliner Kindheit um 1900
Dieses schmale Bändchen fasziniert mich jedes Mal auf's neue, egal wann ich es zur Hand nehme und darin lese. Es sind kurze Geschichten über die Kindheit Benjamins um die Jahrhundertwende. Sie entzücken, unterhalten und regen zum Nachdenken an! Wunderbar!
Odilie Pressberger
aus Regensburg (Donau EKZ)
5/5
16.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Benjamin, Einbahnstraße und Berliner Kindheit
Dieser kleine Band ist eine echte Kostbarkeit! Nur 169 Seiten, die Ihnen aber Stunden der angenehmsten Lektüre und des tiefsten Nachdenkens verschaffen können. Egal, wo auch immer Sie dieses Buch aufschlagen, Sie werden sich garantiert festlesen und nebenher entzückt sein von der Sprache. Schon die allererste Geschichte "Tankstelle" wird Ihnen zeigen, was Sie an Lesefreude erwartet.
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