Jochen Hörisch versteht den hier wieder vorgelegten fulminanten Essay als einen Beitrag zur 'Kritik der Hermeneutik'. Seine Absicht ist es, grundsätzlich darzulegen, dass ›Verstehen‹ nicht immer und an allen Orten selbstverständlich war und ist, ja vielmehr, dass das hermeneutische Verfahren den Sinn von Texten vereinfacht und eine Sekundärliteratur produziert, die mit der Primärliteratur konkurriert und sie verdrängt. Zur Diskussion steht also nichts weniger als der Universalitätsanspruch der Hermeneutik.Ergänzt wird der Essay durch vier sachliche Polemiken gegen neuere Hermeneutikvarianten, gegen die populistische Form der Literaturkritik und gegen die verfehlte Rezeption dekonstruktiv-antihermeneutischer Reflexionen in Deutschland sowie einen Vortrag, 'Das Verstehen verstehen: Überlegungen zu Gadamers Hermeneutik', gehalten im August 2010 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von 'Wahrheit und Methode'.
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