Zentrale Probleme der Unternehmen während der Phase der Industrialisierung waren ebenso die Herausforderungen der Sozialen Frage wie auch eine auf Konstanz abzielende Betriebspolitik und Unternehmenskultur. Wie reagierten die Betriebe auf diese Situation und wie erfolgreich waren sie mit dem Bau von Werksiedlungen, mit dem sie beabsichtigten, die Wohnungsnot der Arbeiter zu beheben und gleichzeitig ihre Ziele der Erziehung und Bindung der qualifizierten Arbeiter zu fördern? Die Autorin Kathrin Wolf beschäftigt sich mit der Motivation der Arbeitgeber und der Frage, inwiefern die angestrebten Ziele erfolgreich umgesetzt wurden. Die untersuchten Beispiele sind alle von 1858 bis 1903 im württembergischen Raum entstanden: Die Mechanische Baumwoll-Weberei Staub & Cie in Kuchen, die Württembergische Cattunmanufaktur AG in Heidenheim und die Ulrich Gminder GmbH in Reutlingen. Ein Ergebnis der Untersuchung der Quellen ist, dass unter Berücksichtigung der materiellen und ideellen Interessen und Motivation der Unternehmer und Arbeiter Modelle entstanden, von welchen beide Seiten durchaus profitieren konnten.
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