"Sie kreißen oder sie morden" - Die Geburt des Theaters aus der Natur des 'Weibes' Analyse der Weiblichkeitskonzeptionen in der "Elektra"-Aufführung vom 30. Oktober 1903
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- Deutsch ausgewählt
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
15.07.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
160
Maße (L/B/H)
21/14,8/1,2 cm
Gewicht
241 g
Auflage
5. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-640-66115-2
Magisterarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, Note: 1,3, Freie Universität Berlin (Institut für Theaterwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: "Sie kreißen oder sie morden"1 - mit dieser Äußerung gegenüber ihrer Schwester Chrysothemis benennt Elektra ihr psychisches Leiden. Die Aussage bezieht sich auf die Mutter Klytämnestra und deren neuen Geliebten Aegisth, die gemeinsam König Agamemnon getötet haben, um ihre erotische Lust ungezügelt ausleben zu können, wie Elektra glaubt. Aus Trauer um den geliebten Vater sinnt sie auf Rache und findet erst Ruhe, nachdem der heimkehrende Bruder Orest den Mord an den beiden Mördern vollzogen hat. Der Dichter Hugo von Hofmannsthal verfasste das Drama Elektra, das diesen Ausschnitt des antiken Tantaliden-Mythos zum Inhalt hat. Am 30. Oktober 1903 kam es im Kleinen Theater in Berlin unter der Regie von Max Reinhardt zur Uraufführung. Vor allem wegen der exzeptionellen Schauspielkunst Gertrud Eysoldts, welche die Elektra darstellte, und eines neuartigen Einsatzes bühnentechnischer Mittel erzielte die Inszenierung einen durchschlagenden Erfolg. Mit insgesamt 90 Vorstellungen hielt sie sich etwa zwei Jahre lang im Repertoire. Bis zum 10. November 1903 sollen drei Auflagen des Buches verkauft worden sein.2 Drama und Inszenierung trafen den Nerv der Zeit. Im Gewand der Antike steckt die Krise der Moderne. Hofmannsthal verwendete die Elektra-Fassung des Sophokles als Vorlage, nahm aber einschneidende Veränderungen vor.3 Besonders auffällig ist die überwiegende Präsenz weiblicher Figuren. Auf den Auftritt Orests mit Pylades und dem Pfleger zu Beginn des Dramas, in dem die Intrige gegen Klytämnestra und Aegisth zur Sprache kommt (sie geben Orest für tot aus), wird verzichtet. Der heimkehrende Bruder tritt erst am Ende der Inszenierung auf und vollbringt den erlösenden Mord, den Elektra in ihren Rache-Visionen vorwegnimmt.
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