«‹Alles und noch mehr› könnte eine Beschreibung dieses Romans sein.» (Don DeLillo)
Irgendwann in naher Zukunft machen sich die Insassen des Entziehungsheims Ennet-House und Studenten der Enfield Tennis Academy auf die Suche nach einer Kopie von «Unendlicher Spaß», einem Film, der angeblich so unterhaltsam ist, dass der berauschte Zuschauer am Ende verhungert und verdurstet. Nicht allein der schiere Umfang, sondern vor allem die Sprachmächtigkeit, die ungeheure Themenvielfalt, die treffsichere Gesellschaftskritik, die scharfe Analyse sowie der Humor machen diesen kurz vor der Jahrtausendwende erschienenen Roman zum Meilenstein der internationalen Gegenwartsliteratur – ungeheuerlich, maßlos, bewusstseinsverändernd.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Robert P.
aus Oybin
5/5
06.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Der vielleicht anspruchsvollst…
Der vielleicht anspruchsvollste und zugleich unterhaltendste Roman aller Zeiten. Extrem komplex und vielschichtig, zutiefst verstörend, saukomisch, tragisch und mitreißend. Es mag eine Mehrheit geben, welche das langweilig findet, aber das ist dann auch nur der eigenen Blödheit geschuldet. Wer wissen will, wie großartig Literatur sein kann, muss diesen Roman zumindest einmal versucht haben. Er reicht für Jahre!
Bories vom Berg
aus München
5/5
03.12.2018
Buch (Taschenbuch)
Auf dem Weg zum besseren…
Auf dem Weg zum besseren Menschen Im exklusiven Club der literarischen Überflieger ist David Foster Wallace mit seinem 1996 veröffentlichten Opus magnum «Unendlicher Spaß» das einzige US-amerikanische Mitglied. Er gilt als der innovativste postmoderne Schriftsteller, und sein voluminöser Roman, ein intellektuell solitäres Werk der englischsprachigen Literatur, gilt als Meilenstein, Maßstäbe setzend und Horizonte öffnend für die Literatur des neuen Jahrhunderts. Erst 2009 wurde nach sechsjähriger Arbeit auch eine deutsche Übersetzung veröffentlicht, eine Sisyphosarbeit mit mehr als 1500 Buchseiten. Als sein literarisches Vorbild hat der Autor Thomas Pynchon bezeichnet, mich hat diese komplexe Prosa beim ersten Lesen in einigen Aspekten unwillkürlich auch an James Joyce erinnert. Drogen und Tennis sind die beherrschenden Themen dieses dystopischen Romans, der zeitlich in einer nahen Zukunft angesiedelt ist mit radikalen politischen und sozialen Umwälzungen. Die USA, Kanada und Mexico haben den neuen Staat ONAN gebildet, der den Gregorianischen Kalender abgeschafft hat und das Recht auf die Benennung der Jahre an zahlungskräftige Firmen verkauft. Der überwiegende Teil des Plots ist demzufolge im Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche angesiedelt, das folgende Jahr wird das Jahr des Glad-Müllsacks sein. Frankokanadische Separatisten wollen sich der Videokassette «Unendlicher Spaß» als Waffe bedienen, ein Film, der seine Zuschauer schon nach wenigen Minuten unwiderruflich in den Geisteszustand von Kleinkindern versetzt und damit die Amerikaner zu wehrlosen Opfern ihrer unbändigen Konsumgier macht. Zentraler Handlungsort ist die Bostoner Enfield-Tennisakademie und eine nahegelegene Drogenentzugsanstalt. Die beißende Kapitalismuskritik des Autors wird sinnfällig durch seine sarkastische Beschreibung des geisttötenden, medialen Dauerfeuers, unter dem die manipulierten Menschen stehen und auf das sie zumeist hedonistisch einseitig durch extensiven Drogenkonsum reagieren. Das Absurde ist hier aber nicht nur auf die Handlung selbst beschränkt, der verwegene Schreibstil von David Foster Wallace ergänzt gekonnt den wirren Plot durch eine ironisch eingebrachte Unzahl von Neologismen, Fremdwörtern und äußerst komplizierten Satzgebilden, in die neben vielerlei absurdem Fachjargon auch häufig ordinärer Alltagsslang mit eingebaut ist. All das aber ist in einer geschliffenen, grammatikalisch korrekten, glasklaren Sprache geschrieben und kongenial übersetzt, Chapeau! Leicht lesbar also, wären da nicht die immer wieder ausufernden, überlangen Wortkaskaden mit den ungewohnten, neuartigen Wortgebilden. Außerdem, und das ist typisch für DFW, wird der Lesefluss durch ein umfangreiches Glossar mit nicht weniger als 388 kleingedruckten Anmerkungen gestört, die allein schon 134 Buchseiten füllen, - beim Hin- und Herblättern sind allerdings die doppelten Lesebändchen sehr hilfreich. Bleibt die Frage zu klären, ob die Lektüre lohnt? Dem ernsthaft literarisch Interessierten sei, allein der eigenen Belesenheit wegen, dieser Roman unbedingt empfohlen, er gehört nun mal zum literarischen Kanon. Was die schiere Textmasse anbelangt, so sei angeraten, in Etappen mit längeren Zwischenpausen zu lesen, wie ich es gemacht habe, - denn egal, wo man das Buch aufschlägt, man ist sofort wieder «drin» in diesem originären Text. Aber auch unvollständiges Lesen ist hier sinnvoll! Denn wer auch nur hundert Seiten davon gelesen hat, ist in jeder Hinsicht bereichert, hat den wichtigsten Roman eines der kreativsten Schriftsteller unserer Zeit kennengelernt und kann durchaus auch mitreden. Nicht zuletzt aber ist dieses satirische Textkonvolut mit viel Humor gewürzt, erheitert immer wieder mit überraschendem Wortwitz und allerlei narrativen Finessen, wird also seinem dem Hamlet entlehnten Titel vollinhaltlich gerecht. Glaubt man dem Feuilleton, ändert man sich als Leser nach «Unendlicher Spaß», wird sogar ein besserer Mensch. Na, wenn das kein Grund ist zum Lesen!
RalphDS
aus Berlin
5/5
08.02.2013
Buch (Taschenbuch)
Dieser Roman verändert. Die…
Dieser Roman verändert. Die unzähligen Erzähl- und Assoziationsstränge entsprechen inneren Gedanken- und Gefühlssplittern. Ich habe manchmal den Eindruck, dieses Werk lese mich. Es fasziniert, berauscht, begeistert, verstört, knistert, magnetisiert. "Ausgezeichnet" ist nicht angemessen - "unique".
Martin Bär
aus St. Johann
5/5
28.02.2011
Buch (Taschenbuch)
Intelligent, großartig, monströs: ein Wunder!
Meine Güte, was soll man dazu sagen (oder schreiben)? Das ist ein Buch, so groß wie dick und schwer. 1600 Seiten prallen Lebens, das konnte ich nicht am Stück lesen (oder verarbeiten). Eine Inhaltsangabe ist nicht wirklich möglich, so zersplittert ist das Buch, so ausschweifend die vielen Erzählstränge. Diese Figuren bleiben jedenfalls lange in Erinnerung, die genialen Incandenzas und all die Satelliten rundherum, die Französischen Freiheitsattentäter im Rollstuhl und die ganzen anderen wunderbar skurrilen Typen. Das ist einfach großartige Literatur, und wer dieses Buch nicht liest, versäumt ein, nein das Meisterwerk der amerikanischen Literatur der letzen zwanzig Jahre!
Bewertung
aus Bern
4/5
19.12.2016
Buch (Taschenbuch)
besser beim 2. Mal
Nun hab ich dieses Monsterwerk ein zweites Mal gelesen und zwar ohne die oft störenden, langen Fussnoten. Das geht nämlich auch. Man muss nicht immer alles wissen und lange Beschreibungen von Tennisspielen hab ich ohnehin quer gelesen. Einen Literaten wird solche Beschreibung an sich zwar interessieren, mich persönlich interessiert aber das Thema Tennis wenig. Jedoch viele Passagen des Romans sind wirklich sehr gut geschrieben, oft skuril und eindringlich. Kann nur empfehlen, langsam zu lesen und sich Zeit zu nehmen. Es ist kein Pageturner, dafür die Belohnung am Ende grösser. Was das Schicksal des Autors angeht, bleibe ich bei meinen Ausführungen in meiner ersten Rezension, die man natürlich noch vertiefen könnte, aber nicht an dieser Stelle.
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