Produktbild: Kritik von Lebensformen
Band 1987

Kritik von Lebensformen

1

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.12.2013

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

451

Maße (L/B/H)

17,7/11,1/2,7 cm

Gewicht

274 g

Farbe

Dunkellila

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29587-8

Beschreibung

Rezension

»Sie kann die Feigheit, die sich in der ... Gesellschaft und deren nachträglicher Vermittlung ausdrückt, überwinden zugunsten eines echten Interesses, Lebensformen ›vernünftig‹ zu verändern.« ("DIE ZEIT")
»Mit diesem Buch sind nicht nur die Begriffe und Kriterien fundierter Kritik gewonnen, sondern ist auch ein Thema gesetzt, das ins Innerste der Philosophie gehört.« ("Berliner Zeitung")
»Man kann Rahel Jaeggis Untersuchung nicht hernehmen und in ihm nach Lösungen wühlen ... Aber man kann mit ihm lernen, die Probleme zu situieren und die Lebensformen zu kritisieren. Das ist der Anfang, alles weitere ergibt sich aus dem Lernprozess selbst ...

»Bei der
Kritik von Lebensformen
handelt es sich um ein bedeutendes und bestechendes Buch, das in systematisch anspruchsvoller Weise einen innovativen und umfassenden Ansatz kritischer Theorie entfaltet.«
("Zeitschrift für philosophische Literatur")

»Rahel Jaeggi hat einen überaus gehaltvollen und lesenswerten Entwurf einer Theorie von Lebensformen geschrieben, der bei allen offenen Fragen (wie der nach der behaupteten Synthese von
funktionaler
und
guter
Problembewältigung) einen wichtigen Beitrag für das Nachdenken über Bedingungen und Verständnis der Formen menschlichen Zusammenlebens darstellt.«
("Neue Politische Literatur")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.12.2013

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

451

Maße (L/B/H)

17,7/11,1/2,7 cm

Gewicht

274 g

Farbe

Dunkellila

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29587-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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    aus Wien

    4/5

    26.01.2021

    eBook (ePUB)

    Per Immanenter Kritik zur Transformation

    In vier Teilen legt arbeitet sich Jaeggi in diesem sehr dichten, philosophischen Werk zur Transformation von Lebensformen durch. Es beginnt mit einer Erklärung warum Jaeggi Lebensformen für Kritikwürdig hält. Hier grenzt sie sich zu Rawls, Kant und Habermas ab welche die private Lebensführung der Nichtbetrachtung überlassen. Für Jaeggi gibt es aber gute Gründe diese zu kritisieren und das macht sie dann in ihrem Buch. Sie bleibt dabei stets auf einem abstrakten, theoretischen Level und kritisiert Inhalte nie konkret – außer in manchen sehr hilfreichen Beispielen zu Einzelaspekten. Ihre Analyse hat daher ein interessantes normatives Level das sehr funktional ist: Eine Lebensform ist gut, wenn sie sich transformieren kann und schlecht, wenn sie es nicht kann. Inhaltlich konkreter wird Jaeggi nie. Zentral für Jaeggi ist das Lebensformen Problemlösungsinstanzen sind. Die Familie bspw. Ist eine Lösung für das Problem Nähe, Sicherheit, Geborgenheit usw. Lebensformen können aber auch in Krisen geraten, wenn sich das Problem ändert oder neue Aspekte hinzukommen. Und hier setzt Kritik an, bei Jaeggi immanente Kritik die sie ausführlich gegenüber interner und externer Kritik abgrenzt. Eine Kritikerin muss mittels immanenter Kritik Widersprüche in Lebensformen aufdecken um damit einen Lernprozess, eine Transformation anzustoßen. Diese Kritik und auch der Lernprozess ist durchaus komplex und Gegenstand der Teile drei und vier in ihrem Buch. Vieles an dem Buch hat mir gut gefallen. Jaeggi argumentiert überzeugend, dicht und nimmt – für mich – spannende und neue Perspektiven ein und regt neue Gedankengänge an. Das Buch ist, gerade wenn es um die häufig eingewebten philosophischen Verweise zu Hegel, Dewey oder Macintyre geht, recht anspruchsvoll und richtet sich vermutlich mehr an ein Fachpublikum als an den durchschnittlichen Leser. Weniger gut gefallen hat mir, dass Jaeggi gar nicht auf Herrschaftsverhältnisse bzw. Machtphänomene eingeht. Das ist meiner Meinung nach eine große Schwäche des Buches. Bei Jaeggi geht es im Grunde darum, systematische Lernblockaden mit immanenter Kritik aufzudecken. Und auch wenn sie sehr allgemein argumentiert sind doch gerade Herrschaftsverhältnisse DIE systematische Blockade, wenn es um Erneuerung, Reform, Transformation geht. Wenn man sich nur das Beispiel der Homoehe in Deutschland anschaut. Jahrelang haben konservative Kräfte es erfolgreich geschafft eine Transformation des Konzeptes Ehe zu blockieren. Solch reaktionäre Kräfte gibt es in allen Lebensformen und das sind nicht immer offensichtliche Akteure, sondern Lebensformen werden auch subtil über Strukturen, Institutionen, Präferenzen usw. abgesichert. Dadurch dass Jaeggi dies gar nicht anspricht, verpasst sie Ideen oder Anweisungen zu geben wie damit umzugehen ist. Sehr schade. Ich habe das Buch in einem Vergleich auch der "Imperialen Lebensweise" von Ulrich Brand und Markus Wissen gegenübergestellt. Eine sehr spannende, kontrastreiche Lektüre. Wenn jemand an dem Vergleich, oder einer ausführlicheren Besprechung interessiert ist, dann möchte ich auf meine Besprechung auf Youtube verweisen. https://www.youtube.com/watch?v=3pEI-8y8evY

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  • Vorwort



    Einleitung: Wider die »ethische Enthaltsamkeit«



    Was ist eine Lebensform?



    Lebensform: Begriff und Phänomen



    Dauer, Tiefe, Umfang



    Ein modulares Konzept von Lebensformen



    Lebensformen als träger Zusammenhang von Praktiken



    Was sind (soziale) Praktiken?



    Der Zusammenhangscharakter



    Das Trägheitsmoment



    Praxis, Kritik, Reflexion



    Die Normativität von Lebensformen



    Normen und Normativität



    Modi der Normativität



    Drei Arten von Normbegründung



    »Seinem Begriff nicht entsprechen«



    Lebensformen als Problemlösungsinstanzen



    Was sind Probleme?



    Gegeben oder gemacht? Das Problem mit den Problemen



    Problemlösungsversuche: Hegels Theorie der Familie



    Krisen der Problemlösung



    Probleme zweiter Ordnung



    Was ist interne Kritik?



    Externe und interne Kritik



    Die Strategie interner Kritik



    Vorteile und Grenzen interner Kritik



    »Aus der Kritik der alten Welt die neue finden«: Immanente Kritik



    Eine Kritik neuen Typs



    Die Strategie immanenter Kritik



    Potentiale und Schwierigkeiten



    Gelingende und scheiternde Lernprozesse



    Veränderung, Lernen, Entwicklung, Fortschritt



    Können Lebensformen lernen?



    Defizitäre Lernprozesse



    Why does history matter?



    Kriseninduzierte Transformationen: Dewey, MacIntyre, Hegel



    Sozialer Wandel als experimentelle Problemlösung



    Die Dynamik von Traditionen



    Geschichte als dialektischer Lernprozess



    Problem oder Widerspruch?



    Probleme als Unbestimmtheit



    Krise als Kontinuitätsbruch



    Krise als dialektischer Widerspruch



    Das Problem mit dem Widerspruch



    Die Dynamik von Lernprozessen



    Problemlösung als experimenteller Lernprozess



    Die Dynamik von Traditionen



    »Die Quelle des Fortschritts wie des Verderbens«



    Ein dialektisch-pragmatistisch verstandener Lernprozess



    Schluss: Eine kritische Theorie der Kritik von Lebensformen