Wie beginnt man das erste Album nach dem Tod eines guten Freundes und Bandmitglied? Bei den Red Hot Chili Peppers mit einem Song namens "Good Time Boys". Ein knallender Rocksing, der gleich einen Mann ins Rampenlicht stellt: John Frusciante. Dieser füllte auf "Mother's Milk" und dem legendären "Blood Sugar Sex Magik" den verstorbenen Hillel Slovak, bevor er selbst aus dem Rockerleben flüchtete um für "Californication" zurückzukommen. Dem flotten Auftakt folgt die erste Single der Scheibe, das Stevie Wonder Cover "Higher Ground". Kaum eine Band vermag es einem Coversong derart den eigenen Stil aufzuzwingen und dabei so erstklassig zu klingen wie die Chilis. Dies zeigen sie später gleich noch mal bei Hendrix' "Fire" und führen diese Kunst hier par excellence. Dass sie aber auch anders können zeigt z.B. die reichlich blödsinnige, aber witzige, Huldigung an "Magic Johnson" und gleichteitig die L.A. Lakers. Ab hier nimmt der Rockanteil drastisch zu und findet mit "Nobody Weird Like Me" seinen ersten rasanten Höhepunkt. "Knock Me Down" schielt bereits leicht in jene Richtung, die die Chilis auf späteren Alben einschlagen sollten. Eine eingänige Rockhymne, die sich dementsprechend vom Funk entfernt. Spätestens im Refrain packt eine die Nummer und zeigt sich klar als eines der großen Highlights. "Taste The Pain" wirkt in den Strophen zwar leicht unschlüssig, aber auch hier ist der Chorus eine Klasse für sich. Die treibenden backing Chöre schaffen gemeinsam mit Anthony Kiedis wunderbare Harmonien. Der einzige Song der aus dem bratzenden Rockmuster ausbricht, ist das verträumte "Pretty Little Ditty" aus dem sich Crazy Town später einen Teil für ihren Hit "Butterfly" entliehen. Nach dem augenzwinkernden "Punk Rock Classic" (Put us on MTV/all we really need/beggin' on our knees/please, please, please, please, please) und dem, beinahe typischen, unvermeintlichen Sexsonng "Sexy Mexican Maid" folgt noch der grandiose Rausschmeisser "Johnny Kick A Hole In The Sky", der sich textlich mit einem weiteren Lieblingsthema Kiedis' befasst, den amerikanischen Ureinwohnern, ist ein weiteres Highlight, das man gehört haben muss. Interessant, wie sich die Band nach ihrem stark rockorientierten Beginn entwickeln sollten. Hört man Frusciante's (unfreiwilligen) Metalsound, ist dem Hörer bewusst, dass es bis "By The Way" noch ein weiter Weg ist.
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