Vom ¿Bösen¿ geht eine schwer begreifliche Faszination aus. Fast alle TV-Sender bringen Abend für Abend Kriminalfilme mit dem Thema ¿Mord¿, dem Inbegriff des Bösen. Das ¿Gute¿ muss sich mit einer Aschenputtelrolle begnügen. Klassische Musik ist selten zu hören. Kein Wunder, dass Brutalisierung und Infantilisierung der Masse zunehmen. Im Altertum wurden Teufel oder Dämonen beschuldigt, Urheber des Bösen in der Welt zu sein. In der Bibel (N.T.) wird der Teufel 43-mal, der Satan 57-mal erwähnt. Im naturwissenschaftlich geprägten Denken der Menschen unserer Zeit hat der Teufel als Ursache des Bösen seine dominierende Rolle ausgespielt. Nach einer Umfrage des Allensbacher Instituts glaubten 1993 nur 41% der Katholiken und 20% der Protestanten an die Existenz des Teufels. Der Würzburger Bischof Graber verkündet jedoch: ¿Wenn es keinen Teufel gibt, dann gibt es keinen Gott¿ (U. Ranke-Heinemann: Nein und Amen, S. 88). Die empirischen Wissenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts haben andere Erklärungen für das ¿Böse¿. Die neuen Theorien werden in dieser Studie eingehend beschrieben. Neue Einsichten in die Natur des Menschen ermöglichen das Verständnis für zunächst unbegreifliche Taten wie zum Beispiel die Morde in Winnenden im März 2009.
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