Niccolò Machiavellis 1532 erschienene Schrift 'Il Principe' ist unter dem Titel 'Der Fürst' Weltliteratur geworden. In seiner Radikalität, in seiner scharfen Trennung zwischen rein politischem Handeln und den Entscheidungen des Einzelnen, überstrahlt Machiavellis Werk die politiktheoretischen Schriften aller seiner Zeitgenossen. Machiavelli will klären, 'was das oberste politischen Amt sei, wie viele Arten es davon gibt, wie und wann man es behält, und wie und wann man es verliert'. Es geht ihm dabei um die Herrschaftsbildung und Herrschaftssicherung, um die Bewahrung des principato. Sämtliche Handlungen des Fürsten werden an ihrem politischen Zweck der Erhaltung der Herrschaft gemessen. Entscheidend für den Erfolg ist nicht der moralische Wert sondern allein die Wirkung des Verhaltens. Dieser ausschließlich erfolgsorientierte amoralische Zweckrationalismus war es, der viel seiner Zeitgenossen zutiefs verstörte. Schon vor Jahrhunderten wurde 'Machiavellismus' zu einem Synonym für Verschlagenheit und Hinterlist, für Amoral und Rücksichtslosigkeit in der Politik. Man hat sich angewöhnt, jede skrupellose Machtpolitik als 'machiavellistisch' zu bezeichnen, jene berühmte oder vielmehr berüchtigte 'Realpolitik ', die sich auf Machiavellis 'Il Principe' berufen zu können glaubt. Jedes Jahrhundert hat Machiavellis Schrift anders ausgelegt. In jüngster Zeit wurde sie, wie viele andere Klassiker der Staats- und Kriegskunst auch, erfolgreich von der Managementlehre adaptiert. Ob unternehmerische Führungsstrategien oder persönliche Karriereplanung, an Machiavellis und Anti-Machiavellis herrscht auf dem Buchmarkt kein Mangel. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Original, denn 'Der Fürst' ist eine realistische, und in seiner Art zeitlose Diagnose der Politik, in der die Interessen des Staates stets Vorrang vor allen ethischen Überlegungen hatten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
aus Ipsach
3/5
28.05.2021
Buch (Paperback)
So handle ich
Ich will jetzt endlich wissen welche Grundlage des Denkens ich intuitiv anwende. Staattheorie ist auch heute noch eine Grundlage in jeder Vereinsarbeit.
Bewertung
3/5
28.05.2021
Buch (Paperback)
Erschreckend - analytisch aber sehr interessant
Wenn wir ein Fürst wären, wie sollten wir am besten Handeln? Sollten wir ehrlich, freundlich und gutmütig sein und unsere Versprechen einlösen?
Niccolò Machiavelli (1469 - 1527) fand, dass dies keine gute Idee sei, auch wenn sie vielleicht ehrlich und gut in diesem Sinne erscheinen mag. Ihm zufolge sei es manchmal besser, Lügen aufzutischen, Versprechen zu brechen, ja sogar Feinde zu umzubringen. Ein Fürst brauche sich keine Gedanken zu machen, ob er sein Wort hält oder nicht. Machiavelli meinte, ein Herrscher, der Erfolg haben wolle, müsse lernen, nicht gut zu sein. Am wichtigsten sei es, an der Macht zu bleiben, und dafür sei fast jedes Mittel recht.
Einige sagen, die Thesen - oder Anleitungen - Machiavellis seien ein Lehrbuch für Verbrechen und Unterdrückung. Andere sagen, dass es einfach nur die bestehenden herrschenden politischen Verhältnisse aufzeige.
Machiavelli reiste als Diplomat viel durch Europa und lernte Könige, Fürsten und den Papst kennen. Von den meisten hielt er jedoch nichts. Ein Fürst hatte es ihm aber angetan: der skrupellose Cesare Borgia. Borgia, der seine Feinde überlistete und ermordete, als er einen grossen Teil Italiens unter seine Kontrolle brachte. In den Augen Machiavellis verhielt sich Borgia genau richtig, wurde aber vom Unglück in die Knie gezwungen. Er wurde genau zu dem Zeitpunkt krank, als er angegriffen wurde.
Die Familie Medici, die dann an die Macht kam, warf Machiavelli ins Gefängnis. Nach Folter und Haft wurde er schlussendlich freigelassen. Er wurde aber in die Verbannung geschickt.
Was waren Machiavellis Hauptthesen und warum waren die meisten Leser so schockiert darüber? Er war der Meinung, dass ein Herrscher mit virtù, was soviel wie Männlichkeit oder Tapferkeit bedeute, ausgestattet sein müsse. Die Hälfte von dem, was uns zustösst sei laut Machiavelli auf Zufälle zurückzuführen, und die andere Hälfte sei das Ergebnis von Entscheidungen, die wir treffen. Aber er glaubte auch, dass man seine Erfolgschancen erhöhen könne, wenn man schnell und beherzt handelte. Wir brauchen uns nicht wie Opfer zu verhalten, nur weil Unglücksfälle in unserem Leben eine so grosse Rolle spielen. Anders ausgedrückt: ein Herrscher oder Politiker, der sich gut vorbereitet und den Augenblick nutzt, hat bessere Chancen auf Erfolg, als eine Person, die dies ausser Acht lässt.
Machiavellis »der Fürst« ist ein sehr erschreckendes Buch. Wer Politik und »Macht« verstehen will, der sollte dieses Buch lesen. Auch heute, rund 500 Jahre nach Machiavellis Todes, regieren (wenn nicht alle) die meisten Machtmenschen und Eliten (auf politischer wie wirtschaftlicher Ebene) nach diesen Grundsätzen - wenn auch in versteckter und abgemilderter Form.
1* dafür, dass sich viele von dieser Schrift blenden liessen und es als »Anleitung zum Handeln« interpretierten. 5* für die Analyse von Machtmenschen. Macht insgesamt 3 Sterne.
Christoph
aus Krems an der Donau
5/5
28.05.2021
eBook (ePUB)
Niccolo Machiavelli Der Fürst
Niccolo Machiavelli und Der Fürst sind heute Inbegriffe für skrupellose Machtpolitik.
Das ist schade, weil es den Hintergründen der Entstehung des Buches nicht gerecht wird, hat doch Machiavelli seine Thesen aus der Beobachtung tatsächlich Mächtiger gewonnen.
Das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, man sollte sich schon etwas Ruhe und Zeit nehmen. Einige, anwendbare Inhalte sind auf jeden Fall dabei.
Stefan
aus Berlin
5/5
28.05.2021
eBook (ePUB)
Machiavelli Der Fürst
Haben Sie sich schon immer gefragt warum die Welt so ist wie sie ist? Niccolo Machiavelli hat schon um 1500 die Grundsätze für das Erringen und den Erhalt von Macht mit seinen Grundsätzen in diesem Buch dargelegt. Erschreckend pragmatisch geschrieben stellen diese Grundsätze bis zu unserer Zeit und darüber hinaus einen Leitfaden für die Unterdrückung durch Gewalt und Manipulation dar. Dieses Buch ist immer noch ein Standardwerk im oberen bis mittleren Management und ist zweifelsohne angewendet Militärdoktrin. Die dargestellten Techniken zu kennen, ermöglicht eine Betrachtung von Machtmonopolen und Gewaltausübung aus einem unbekannten Blickwinkel. Ich empfehle diesen Klassiker nicht nur allen Möchtegern-Autokraten sondern auch der breiten und vor allem unterdrückten Bevölkerung. Wie Sun Tzu schon treffend bemerkte, sollte man seinen Feind und seine Methoden kennen.
Bewertung
aus Berlin
5/5
28.05.2021
eBook (ePUB)
Machiavelli
Machiavelli von ihm bin ich sowieso ein Riesen fan ich bin der Überzeugung ein jeder sollte mindestens eines seiner Werke gelesen haben. Ich bin jedes mal hin und weg!
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