Es ist fast immer unterhaltsamer über einen schlechten Film zu lesen, oder zu sprechen, als über einen guten. Schlechte Filme geben einfach viel mehr Angriffsfläche ab, und dementsprechend mehr Gesprächsstoff. Wenn sich auch noch der amerikanische Kritikerpapst Roger Ebert über schlechte Filme auslässt, dann ist das ein Fest. Ebert ist bis heute der einzige Filmkritiker, der jemals den Pulitzer Preis bekam. Gemessen an seinen hier zu lesenden Veröffentlichungen vollkommen zu Recht, denn Eberts Kritiken lesen sich so wunderbar wie ein guter Roman. Sein Stil ist geprägt von filmischen Fachwissen, scharfzüngigem Sarkasmus und einer Detailverliebtheit, das es eine Freude ist. Besonders der zweite Punkt kommt natürlich im Hinblick auf jede Menge schlechte Filme voll zum Einsatz. Schön außerdem, dass man als Filmfreund einige (schwarze) Perlen selbst wieder entdeckt, an denen der gute Roger kein gutes Haar lässt, wie McGs Charlies Angels, oder den vollkommen vermurksten European Gigolo, der gleichzeitig für eine der unterhaltsamsten Rezensionen herhalten muss, die ich je gelesen habe. Ebert publiziert natürlich nur in Englisch, und eine Übersetzung wäre seiner sprachlichen Gewandtheit wohl nie ebenbürtig gewesen, daher ist diese Sammlung von Negativkritiken auch nur in englischer Fassung zu erhalten, sollte für Menschen mit fortgeschrittenen Sprachkenntnissen aber kein Problem darstellen.
Filmfans sollten dieses Buch unbedingt lesen, da man sich schlicht und ergreifend köstlich amüsiert, wenn Ebert die verbale Keule auspackt.
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