Wie war das damals als der Krieg so gut wie verloren war, die Führer des 3. Reiches aber noch nicht aufgaben? Genau diese Zeit beschreibt der 1929 geborene Autor und Regisseur in seinem Roman „Die Freibadclique“. Gewiss ist hierin auch eine ganze Menge eigener Erinnerung mit eingeflossen.
Die Freibadclique sind Heiner Kuss (genannt Zungenkuss), Hubert (genannt Bubu), Sigurd Rosenacher (genannt Hosenmacher), Knuffke (ein Berliner Luftkriegsflüchtling) und der Ich-Erzähler. Sie alle leben in einer schwäbischen Kleinstadt und sind total unpolitisch. Eigentlich interessiert sie nur das andere Geschlecht, die verbotene Swing-Musik und wie sie überleben können, ohne dass sie von der Waffen-SS oder der Wehrmacht zwangsverpflichtet werden. Sie fantasieren und spekulieren, wie es mit den Mädels wohl wäre. Sie tun voreinander so, als hätten sie schon einige Erfahrung, aber jeder weiß, dass es nur Wunschdenken der anderen ist. Natürlich kommen sie nicht ungeschoren durch die letzten Monate des Krieges und die ersten Monate der US-Besatzungszeit. Schon früh klärt uns der Ich-Erzähler auf, dass am Ende seiner Erinnerungen nur noch Bubu und er übrig sein werden. Was mit den anderen geschehen wird, erfahren wir im Laufe des Buches.
Der Stil des Autors ist herrlich knapp und flapsig. Es spricht natürlich eine ganz andere Sprache als die heutige Jugend oder als wir sie jeweils zu unserer Zeit gesprochen haben. Aber gerade dadurch zeichnet er ein unverfälschtes echtes Bild, wie es für die Jugend damals gewesen sein muss. Er beschreibt eine Generation, die Schwierigkeiten hatte, ihren Platz in der Geschichte zu finden, aber irgendwie überlebt hat. Das Buch ist spannend wie ein Krimi, hat viel Situationskomik und ist doch gleichzeitig traurig, weil diese jungen Menschen ihrer Jugend und Unschuld beraubt wurden.
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