Produktbild: Billard um halb zehn

Billard um halb zehn Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.09.2007

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/3,1 cm

Gewicht

460 g

Farbe

Tanne

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-03910-8

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»Billard um halb zehn, 1959 erschienen, ist für mich fast siebzig Jahre nach seinem Erscheinen immer noch ein höchst lesenswerter Roman.« ("Volltext")
»Nun liegt ein Werk vor, in dem alle Elemente und Errungenschaften Bölls bisheriger Prosa zu geschlossener Einheit und strenger Harmonie zusammengefunden haben.« ("Die Welt")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

27.09.2007

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/3,1 cm

Gewicht

460 g

Farbe

Tanne

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-03910-8

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: [email protected]

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Balsam auf des Lesers Seele…

Bories vom Berg aus München am 06.07.2016

Bewertungsnummer: 2708490

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Balsam auf des Lesers Seele Wer würde sich das nicht wünschen, als unverrückbaren Fixpunkt «Billard um halb zehn» in seinem Tagesablauf eingebaut zu haben wie der Statiker Robert Fähmel in Heinrich Bölls gleichnamigem Roman von 1959? Nach einer Stunde Büroarbeit nämlich verbringt sein Held täglich eineinhalb Stunden am Billardtisch im besten Hotel der Stadt, bei gutem Cognac, versteht sich, und niemand darf ihn stören dabei. Der Autor erzählt die Geschichte dreier Generationen einer Kölner Architekten-Dynastie, in der sich die politischen Ereignisse von 1907 bis 1958 spiegeln, fünf Jahrzehnte also, die überdeutlich ihre Spuren hinterlassen haben mit zwei Weltkriegen, zwischen Kaiserreich und Wirtschaftwunder. Vordergründig spielt sich der Roman in der (damaligen) Jetztzeit ab, mit Kulminationspunkt am 6. September 1958, dem achtzigsten Geburtstag des Patriarchen Heinrich Fähmel. Dessen erster Großauftrag, nach überraschendem Gewinn einer Ausschreibung für ein neues Kloster, legte einst den Grundstein für seinen Erfolg als Architekt. Sohn Robert hat sich lieber der Statik zugewendet, am Ende des Zweiten Weltkriegs sprengt er als hochqualifizierter Spezialist die gesamte Klosteranlage, - vordergründig auf Anweisung eines verrückten Generals, der freies Schussfeld fordert zur Abwehr des alliierten Vormarsches, letztendlich aber auch nicht ganz ohne eigene politische und persönliche Motive. Enkel Joseph wiederum ist als Architekt am Wiederaufbau der Abtei seines Opas beteiligt, will die Arbeit aber nicht zu Ende führen und lieber als Statiker in das Büro des Vaters eintreten. In weiträumigen Rückblenden wird um diesen engen Handlungsrahmen herum die wechselvolle Geschichte der Architekten-Familie erzählt, beleuchtet aus den unterschiedlichsten Perspektiven, auch Freunde und Randfiguren sind intensiv mit einbezogen. Dabei steht, wie immer, die Moral im Mittelpunkt von Bölls Interesse, der Gegensatz von hochanständig handelnden Menschen zu den skrupellosen Opportunisten, im Roman von ihm symbolisiert als «Lamm» versus «Büffel», die Konflikte ziehen sich quer durch die Familien. Obwohl hin und wieder ein wenig Humor durchscheint, ist dies eine eher tragische, geradezu elegische Geschichte, die in einem Pistolen-Attentat auf einen der Nazitäter gipfelt. Gleichwohl wird am Schluss der Geburtstagskuchen angeschnitten, ein grandioses Modell des Klosters, aus Teig geformt, - ein ebenso überraschendes wie versöhnliches Ende, unerwartet nach dem, was voranging. Individueller menschlicher Größe steht hier die massenhafte Verblendung gegenüber, der kollektive Größenwahn eines fehlgeleiteten Volkes, der in der Katastrophe enden muss. Böll gelingt es, seine Figuren absolut wahrhaftig, wunderbar stimmig darzustellen, man sieht sie greifbar vor sich beim Lesen, authentische Charaktere verkörpernd, die man zu kennen glaubt. Erzählerisches Glanzstück war dabei für mich gleich zu Beginn die humorvolle Szene mit dem Faktotum Jochen im Hotel Prinz Heinrich, wo detailreich und listig aus dem Alltag eines Hotelportiers erzählt wird, eine ganz eigene Welt heraufbeschwörend, in der es menschelt allenthalben. Dieses zutiefst Menschliche ist es, was Bölls originäre Prosa vor allem auszeichnet und das Lesen zur reinen Freude werden lässt. Wobei seine Sympathie unübersehbar den kleinen Leuten gehört, den Schwächeren, den Verlierern, - auch das ist Balsam auf des Lesers Seele. Sprachlich eine leicht lesbare Lektüre, mit viel rheinischem Lokalkolorit, komprimiert und ohne schwülstige Abschweifungen zielgerichtet erzählt, stellt dieser Roman an die Aufmerksamkeit seiner Leser dennoch erhöhte Anforderungen. Nicht immer erschließt sich einem nämlich sofort die Perspektive, aus der, meist in Form des inneren Monologs, berichtet wird, ein literarisches Puzzle also, bestehend aus nicht chronologisch geordneten Rückblenden, die sich erst allmählich zu einem Gesamtbild formen. Das allerdings ist dann wirklich überzeugend.

Balsam auf des Lesers Seele…

Bories vom Berg aus München am 06.07.2016
Bewertungsnummer: 2708490
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Balsam auf des Lesers Seele Wer würde sich das nicht wünschen, als unverrückbaren Fixpunkt «Billard um halb zehn» in seinem Tagesablauf eingebaut zu haben wie der Statiker Robert Fähmel in Heinrich Bölls gleichnamigem Roman von 1959? Nach einer Stunde Büroarbeit nämlich verbringt sein Held täglich eineinhalb Stunden am Billardtisch im besten Hotel der Stadt, bei gutem Cognac, versteht sich, und niemand darf ihn stören dabei. Der Autor erzählt die Geschichte dreier Generationen einer Kölner Architekten-Dynastie, in der sich die politischen Ereignisse von 1907 bis 1958 spiegeln, fünf Jahrzehnte also, die überdeutlich ihre Spuren hinterlassen haben mit zwei Weltkriegen, zwischen Kaiserreich und Wirtschaftwunder. Vordergründig spielt sich der Roman in der (damaligen) Jetztzeit ab, mit Kulminationspunkt am 6. September 1958, dem achtzigsten Geburtstag des Patriarchen Heinrich Fähmel. Dessen erster Großauftrag, nach überraschendem Gewinn einer Ausschreibung für ein neues Kloster, legte einst den Grundstein für seinen Erfolg als Architekt. Sohn Robert hat sich lieber der Statik zugewendet, am Ende des Zweiten Weltkriegs sprengt er als hochqualifizierter Spezialist die gesamte Klosteranlage, - vordergründig auf Anweisung eines verrückten Generals, der freies Schussfeld fordert zur Abwehr des alliierten Vormarsches, letztendlich aber auch nicht ganz ohne eigene politische und persönliche Motive. Enkel Joseph wiederum ist als Architekt am Wiederaufbau der Abtei seines Opas beteiligt, will die Arbeit aber nicht zu Ende führen und lieber als Statiker in das Büro des Vaters eintreten. In weiträumigen Rückblenden wird um diesen engen Handlungsrahmen herum die wechselvolle Geschichte der Architekten-Familie erzählt, beleuchtet aus den unterschiedlichsten Perspektiven, auch Freunde und Randfiguren sind intensiv mit einbezogen. Dabei steht, wie immer, die Moral im Mittelpunkt von Bölls Interesse, der Gegensatz von hochanständig handelnden Menschen zu den skrupellosen Opportunisten, im Roman von ihm symbolisiert als «Lamm» versus «Büffel», die Konflikte ziehen sich quer durch die Familien. Obwohl hin und wieder ein wenig Humor durchscheint, ist dies eine eher tragische, geradezu elegische Geschichte, die in einem Pistolen-Attentat auf einen der Nazitäter gipfelt. Gleichwohl wird am Schluss der Geburtstagskuchen angeschnitten, ein grandioses Modell des Klosters, aus Teig geformt, - ein ebenso überraschendes wie versöhnliches Ende, unerwartet nach dem, was voranging. Individueller menschlicher Größe steht hier die massenhafte Verblendung gegenüber, der kollektive Größenwahn eines fehlgeleiteten Volkes, der in der Katastrophe enden muss. Böll gelingt es, seine Figuren absolut wahrhaftig, wunderbar stimmig darzustellen, man sieht sie greifbar vor sich beim Lesen, authentische Charaktere verkörpernd, die man zu kennen glaubt. Erzählerisches Glanzstück war dabei für mich gleich zu Beginn die humorvolle Szene mit dem Faktotum Jochen im Hotel Prinz Heinrich, wo detailreich und listig aus dem Alltag eines Hotelportiers erzählt wird, eine ganz eigene Welt heraufbeschwörend, in der es menschelt allenthalben. Dieses zutiefst Menschliche ist es, was Bölls originäre Prosa vor allem auszeichnet und das Lesen zur reinen Freude werden lässt. Wobei seine Sympathie unübersehbar den kleinen Leuten gehört, den Schwächeren, den Verlierern, - auch das ist Balsam auf des Lesers Seele. Sprachlich eine leicht lesbare Lektüre, mit viel rheinischem Lokalkolorit, komprimiert und ohne schwülstige Abschweifungen zielgerichtet erzählt, stellt dieser Roman an die Aufmerksamkeit seiner Leser dennoch erhöhte Anforderungen. Nicht immer erschließt sich einem nämlich sofort die Perspektive, aus der, meist in Form des inneren Monologs, berichtet wird, ein literarisches Puzzle also, bestehend aus nicht chronologisch geordneten Rückblenden, die sich erst allmählich zu einem Gesamtbild formen. Das allerdings ist dann wirklich überzeugend.

Interessant, aber anstrengend

Bewertung am 19.09.2005

Bewertungsnummer: 525150

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Roman "Billard um halb zehn" ist nicht nur historisch, sondern auch menschlich interessant. Die unterschiedlichen Charaktere der Hauptfiguren machen das Buch spannend. Historische Kenntnisse sind zum Verständnis des Buches nötig, um die Handlung der Personen in unterschiedlichen Zeitebenen verfolgen zu können. Der Roman erhält von mir "nur" 4 Sterne, weil man ihn mindestens 2 mal lesen muss um die Abläufe zu verstehen. Wenn man die Personenkonstellation verstanden hat birgt das Erzählte spannende und interessante Einblicke ins Leben.

Interessant, aber anstrengend

Bewertung am 19.09.2005
Bewertungsnummer: 525150
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Roman "Billard um halb zehn" ist nicht nur historisch, sondern auch menschlich interessant. Die unterschiedlichen Charaktere der Hauptfiguren machen das Buch spannend. Historische Kenntnisse sind zum Verständnis des Buches nötig, um die Handlung der Personen in unterschiedlichen Zeitebenen verfolgen zu können. Der Roman erhält von mir "nur" 4 Sterne, weil man ihn mindestens 2 mal lesen muss um die Abläufe zu verstehen. Wenn man die Personenkonstellation verstanden hat birgt das Erzählte spannende und interessante Einblicke ins Leben.

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Billard um halb zehn

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