Käthe Hübner (geb. 1920) war in den letzten Kriegsjahren von 1943-1945 Erzieherin der drei ältesten Goebbels-Kinder Helga, Hilde und Helmut. Sie ist einer der wenigen Zeitzeugen, die uns einen Einblick in das private Umfeld der Familie Goebbels geben können. Dies tut sie erstmals in diesem Buch mit Hilfe ihrer Erinnerungen an eine Zeit, die sechzig Jahre zurückliegt. Ihre persönlichen Fotos und Briefe von Magda Goebbels und ihren sechs Kindern sind dabei einmalige Dokumente, die hier erstmals veröffentlicht werden.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
13.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein trauriges und außergewöhnliches Buch.
Der Sommer und Herbst 1944 war für die Goebbels-Kinder eine glückliche, unbeschwerte Zeit. Sie blieben in Lanke und das Leben dort war wie auf einer Insel. Bei Lanke gab es überhaupt keine Anzeichen von Krieg. Die Familie hörte weder die Nachrichten im Radio noch las sie die Zeitung. Die Kinder hatten keine Ahnung, warum ihre Eltern so niedergeschlagen waren, und ahnten nicht, dass ihnen der Untergang bevorstand; Sie waren sich des Vormarsches der sowjetischen Truppen überhaupt nicht bewusst. An Magdas Geburtstag im November 1944, Schlag Mitternacht, erschienen plötzlich alle Kinder in ihrem Schlafzimmer. Die kleinen Mädchen trugen lange weiße Partykleider, Helmut einen dunklen Anzug. Sie trugen Blumensträuße in ihren Händen und mit Bändern verschnürte Pakete mit einfachen Geschenken, die sie selbst gemacht hatten. Magda, überrascht und tief bewegt über diese unerwartete Demonstration ihrer Familie in solch einer Zeit, brach in Freudentränen aus. Gegen Ende des Jahres 1944 schickte Goebbels Magda und ihre beiden ältesten Töchter in ein Militärkrankenhaus, um sie für die wöchentlichen Wochenschauen filmen zu lassen, gab das Projekt jedoch auf, als ihm klar wurde, dass die schrecklichen Verletzungen der Soldaten für ihre Töchter zu traumatisch waren.
Bewertung
aus Berlin
5/5
27.01.2006
Buch (Taschenbuch)
Spannend! - Und Danke: Kein Sensationsjournalismus
Die Banalität des Bösen, wie sie Hannah Arendt in ihrem Buch über den Eichmann Prozess in Jerusalem beschrieben hat, wird auch hier in den wenigen Beschreibungen des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels durch Frau Hübner deutlich. Wohltuend empfand ich die Zurückhaltung mit der dieses Buch geschrieben wurde. Schon der Titel Die Kinder des Reichsministers beweist, dass es hier nicht um Sensationsjournalismus geht. Denn sonst hätte das Buch sicher Die Goebbels Kinder geheißen.
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