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Sprechakte Ein sprachphilosophischer Essay

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.10.1983

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

306

Maße (L/B/H)

17,9/10,8/2,5 cm

Gewicht

192 g

Auflage

14

Originaltitel

Speech Acts

Übersetzt von

Rolf Wiggershaus + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-28058-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.10.1983

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

306

Maße (L/B/H)

17,9/10,8/2,5 cm

Gewicht

192 g

Auflage

14

Originaltitel

Speech Acts

Übersetzt von

  • Rolf Wiggershaus
  • Renate Wiggershaus

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-28058-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
Deutschland
Email: verkauf@suhrkamp.de
Url: www.suhrkamp.de
Telephone: +49 30 7407440
Fax: +49 30 740744199

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Sprechakte sind performativ

Zitronenblau am 23.04.2021

Bewertungsnummer: 683321

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Searles genialer Essay "Sprechakte" ist paradigmatisch. Neben Austin wird oftmals Wittgenstein als Vater der Theorie erwähnt, wobei dies nicht ganz stimmt, da dieser vornehmlich in den "Philosophsichen Untersuchungen" über Sprachspiele/Privatsprache und über den Gebrauch von Semantik und Regeln philosophiert. Nichtsdestotrotz eint alle die gleiche These, dass die Philosophiegeschichte voll von Irrtümern sei, welche in der Reduzibilität auf die Sprache korrigiert werden könnten. Searles Essay ist zweigeteilt, zum einen entwickelt er seine Theorie der Sprechakte, die fundamental ausssagt, dass solche perfomativen Charakter haben, also selbst Handlungen darstellen (z.B. im Versprechen von etwas liegt eine Handlung nicht eine propositionale Beschreibung oder Behauptung). Im zweiten Teil werden ihre Anwendungen expliziert. Freilich ist die Komplexität der Theorie hier nicht erörterbar. Wesentlich ist zum o. G. das Prinzip der Ausdrückbarkeit (Ausdruck E ist möglich derart, dass E ein exakter Ausdruck von der Bedeutung X ist). Analytisch sind ergo die Begriffe: Ausdruck, Bedeutung und Sprechakte theoretisch elementar. Sprechaktarten sind laut Searle: Äußerungsakte, propositionale Akte (Referenz- und Prädikationsakte), illokutionäre Akte (eigentlich performative Sprechakte wie Fragen, Versprechen, Befehlen, Behaupten etc.) und die perlokutionären Akte (die über den illokutionären Vollzug ein Wirken, ein Erzielen anstreben wie Überzeugen, Verärgern etc.). Alle Arten sind nicht notwendig voneinander getrennt, sie können koinzidieren. Neben den Begriffen Referenz, Prädikation, Proposition sind die Regeln (regulativ und konstitutiv) und die Bedeutung per se von hoher Bedeutung. Ferner geht Searle auf die Arten ein, definiert ihre Bedingungen (z.B. vollzogene Referenzäußerungen eines Ausdrucks durch das Existenz- und durch das Identifikationsaxiom). Auch die Regeln werden näher bestimmt (Eingabe- und Ausgabebedingungen etc.). Der Autor geht in den Exkurs der Universalien (ein zentrales Problem der Philosophiegeschichte, s. z.B. Russels "Probleme der Philosophie") und sagt: "Universalien bestehen nicht in der Welt, sondern in unserer Darstellungsweise der Welt, in der Sprache." Im zweiten Teil wird es besonders aufregend, wenn Searle den berühmten Satz "aus Sein kein Sollen", der auf Hume's Law basiert, dass sich aus deskriptiven Sätzen keine Wertaussagen ableiten ließen, versucht zu widerlegen. Im Einzelfall kann die Analyse hier nicht wiedergegeben werden, aber soviel: Der Satz, der aussagt, dass wertende (z.B. normative) Aussagen nicht aus deskriptiven Sätzen ableitbar wären, ist seine eigene reductio ad absurdum, denn wenn der Satz gültig sein soll, dann muss er als solcher anerkennt werden, das wiederum bedeutet, dass dessen Geltungsanspruch in einem Soll-Vollzug anerkannt wird (oder eben nicht, wobei gewisse logische Gestze a priori wie aus wahren Prämissen folgen richtige Schlüsse etc. schlechterdings anerkannt werden müssen). So einfach ist es aber nicht, Searle kann den Beweis der Widerlegung des Gesetzes nur anhand spezieller illokutionärer Sprachakte ableiten (am Beispiel des Versprechens), erkennt aber, dass die Verpflichtung aus einer institutionellen Tatsache, nicht aus einer natürlichen abgeleitet werden kann, wiewohl der naturalistische Fehlschluss bestehen bleibt, Searles eigene Behauptung des "Fehlschlusses der Kritik des naturalistisches Fehlschlusses" nur partikulare Gültigkeit erfährt. Alles in allem ist dieses Buch absolut wegweisend für jeglichen analytischen Diskurs, zum einen metatheoretisch hinsichtlich der Sprache per se, zum anderen in Bezug auf Theoriegebäude aller Art basierend auf natürlicher Sprache.

Sprechakte sind performativ

Zitronenblau am 23.04.2021
Bewertungsnummer: 683321
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Searles genialer Essay "Sprechakte" ist paradigmatisch. Neben Austin wird oftmals Wittgenstein als Vater der Theorie erwähnt, wobei dies nicht ganz stimmt, da dieser vornehmlich in den "Philosophsichen Untersuchungen" über Sprachspiele/Privatsprache und über den Gebrauch von Semantik und Regeln philosophiert. Nichtsdestotrotz eint alle die gleiche These, dass die Philosophiegeschichte voll von Irrtümern sei, welche in der Reduzibilität auf die Sprache korrigiert werden könnten. Searles Essay ist zweigeteilt, zum einen entwickelt er seine Theorie der Sprechakte, die fundamental ausssagt, dass solche perfomativen Charakter haben, also selbst Handlungen darstellen (z.B. im Versprechen von etwas liegt eine Handlung nicht eine propositionale Beschreibung oder Behauptung). Im zweiten Teil werden ihre Anwendungen expliziert. Freilich ist die Komplexität der Theorie hier nicht erörterbar. Wesentlich ist zum o. G. das Prinzip der Ausdrückbarkeit (Ausdruck E ist möglich derart, dass E ein exakter Ausdruck von der Bedeutung X ist). Analytisch sind ergo die Begriffe: Ausdruck, Bedeutung und Sprechakte theoretisch elementar. Sprechaktarten sind laut Searle: Äußerungsakte, propositionale Akte (Referenz- und Prädikationsakte), illokutionäre Akte (eigentlich performative Sprechakte wie Fragen, Versprechen, Befehlen, Behaupten etc.) und die perlokutionären Akte (die über den illokutionären Vollzug ein Wirken, ein Erzielen anstreben wie Überzeugen, Verärgern etc.). Alle Arten sind nicht notwendig voneinander getrennt, sie können koinzidieren. Neben den Begriffen Referenz, Prädikation, Proposition sind die Regeln (regulativ und konstitutiv) und die Bedeutung per se von hoher Bedeutung. Ferner geht Searle auf die Arten ein, definiert ihre Bedingungen (z.B. vollzogene Referenzäußerungen eines Ausdrucks durch das Existenz- und durch das Identifikationsaxiom). Auch die Regeln werden näher bestimmt (Eingabe- und Ausgabebedingungen etc.). Der Autor geht in den Exkurs der Universalien (ein zentrales Problem der Philosophiegeschichte, s. z.B. Russels "Probleme der Philosophie") und sagt: "Universalien bestehen nicht in der Welt, sondern in unserer Darstellungsweise der Welt, in der Sprache." Im zweiten Teil wird es besonders aufregend, wenn Searle den berühmten Satz "aus Sein kein Sollen", der auf Hume's Law basiert, dass sich aus deskriptiven Sätzen keine Wertaussagen ableiten ließen, versucht zu widerlegen. Im Einzelfall kann die Analyse hier nicht wiedergegeben werden, aber soviel: Der Satz, der aussagt, dass wertende (z.B. normative) Aussagen nicht aus deskriptiven Sätzen ableitbar wären, ist seine eigene reductio ad absurdum, denn wenn der Satz gültig sein soll, dann muss er als solcher anerkennt werden, das wiederum bedeutet, dass dessen Geltungsanspruch in einem Soll-Vollzug anerkannt wird (oder eben nicht, wobei gewisse logische Gestze a priori wie aus wahren Prämissen folgen richtige Schlüsse etc. schlechterdings anerkannt werden müssen). So einfach ist es aber nicht, Searle kann den Beweis der Widerlegung des Gesetzes nur anhand spezieller illokutionärer Sprachakte ableiten (am Beispiel des Versprechens), erkennt aber, dass die Verpflichtung aus einer institutionellen Tatsache, nicht aus einer natürlichen abgeleitet werden kann, wiewohl der naturalistische Fehlschluss bestehen bleibt, Searles eigene Behauptung des "Fehlschlusses der Kritik des naturalistisches Fehlschlusses" nur partikulare Gültigkeit erfährt. Alles in allem ist dieses Buch absolut wegweisend für jeglichen analytischen Diskurs, zum einen metatheoretisch hinsichtlich der Sprache per se, zum anderen in Bezug auf Theoriegebäude aller Art basierend auf natürlicher Sprache.

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