Produktbild: Gedichte
Band 70

Gedichte Italienisch und deutsch

Aus der Reihe Bibliothek Suhrkamp
1

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

Lieferung nach Hause

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.07.1961

Herausgeber

Ingeborg Bachmann

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

163

Maße (L/B/H)

18,4/12,1/2,2 cm

Gewicht

217 g

Auflage

16

Originaltitel

Angabe fehlt

Übersetzt von

Ingeborg Bachmann

Sprache

Deutsch, Italienisch

ISBN

978-3-518-01070-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.07.1961

Herausgeber

Ingeborg Bachmann

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

163

Maße (L/B/H)

18,4/12,1/2,2 cm

Gewicht

217 g

Auflage

16

Originaltitel

Angabe fehlt

Übersetzt von

Ingeborg Bachmann

Sprache

Deutsch, Italienisch

ISBN

978-3-518-01070-9

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: GPSR Kontakt

Kundinnen und Kunden meinen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

  • Zitronenblau

    3/5

    24.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Zwischen einer gepflückten Blume und der geschenkten das unausdrückbare Nichts“

    Ungaretti wird neben Quasimodo von Hugo Friedrich in dessen Analyse „Die Struktur der modernen Lyrik“ hochgelobt. Der in Alexandria geborene Italiener (1888-1970) wird dem Ermetismo (Hermetismus) zugeordnet. Der vorliegende Band versammelt einige Gedichte des italienischen Poeten – übersetzt von Ingeborg Bachmann, hierin sie in ihrem (leider nur mäßigen) Nachwort dessen Größe nach D’Annunzio verdeutlicht, jedoch brechend mit der lyrischen Überladenheit seiner Vorgänger. Dennoch sind hier ganz klar vormoderne Verse enthalten, wenn auch nicht in einer traditionellen Reim- und metrischen Struktur („Mainacht“): Der Himmel legt den Minaretten Lichtgirlanden ums Haupt Was auffällt, ist die fehlende Interpunktion. Fast alle Gedichte von Ungaretti sind ohne Interpunktion. Erst ab "Lucca", dem (übrigens zauberhaften) toskanischen Herkunftsort (dem auch der berühmte Opernschreiber Giacomo Puccini entstammt) seiner Familie, werden die Gedichte komplexer, strophisch, interpunktiert. Die Übersetzung halte ich für nicht gelungen, die Rhythmik würde besser anmuten, wenn Bachmann Ungaretti gefolgt wäre oder den Trochäus einhielte (da das Gedicht symbolistisch ist, darf Himmel artikellos stehen): Himmel legt den Minaretten Lichtgirlanden um das Haupt Der Himmel legt ums Haupt der Minarette Girlanden Lichts. Teilweise zeigen sich gar präexpressionistische, an August Stramm erinnernde Wortketten wie beim „Landstreicher“: In keiner Gegend der Erde kann ich hausen In jedem neuen Klima das ich verspüre schmachte ich da ich schon einmal daran gewöhnt war Und ich trenne mich immer fremd Bin geboren nur wiedergekehrt aus abgelebten Zeiten Einen einzigen Augenblick anfängliches Leben genießen Ich suche ein unschuldiges Land Klar ist, dass das lyrische Ich sich selbst hier besingt: der Landstreicher auf dem Weg nach dem unschuldigen Land meint natürlich keine äußere Welt, sondern die innere. Dies ist ein typisches Merkmal moderner Lyrik. Insgesamt sind die Gedichte recht leicht, gerade weil sie filigraner, minimalistischer und nicht mondän gestrickt sind. Ein sehr „schönes“ Gedicht ist auch „Heiter“: Nach soviel Nebel Enthüllen sich einer um den andern die Sterne Ich atme die Frische aus der Farbe des Himmels Ich begreife mich ein flüchtiges Bild Hinter ein unsterbliches Licht geführt Hier schwebt der Geist der Erkenntnis (Nebel als Schleier der Unwissenheit, Sterne sind Lichter am Himmel, zu denen der Mensch aufschaut und damit staunt und beginnt, Fragen zu stellen etc.) in fast religiöse Sphären („unsterbliches Licht“). Auch andere Dichtungen sind empfehlenswert wie „Sich gleich“, „Ruhe“, „Barmherzigkeit“, „Heut abend“, „Verdammnis“, „Einsamkeit“, „Kleines Lied ohne Worte“, „Ich bin eine Kreatur“, "Abgrund", „Freude der Schiffbrüche“: Und plötzlich nimmst du die Fahrt wieder auf wie nach dem Schiffbruch ein überlebender Seebär Bestimmte Begriffe bzw. Metaphern wie Licht, Schiff und Schiffbruch, Engel, Himmel oder Meer tauchen immer wieder auf. Die Gedichte sind mehr Menschheitsgedichte (das menschliche Wesen betreffende) und „handeln“ nur selten von konkreten Erfahrungen, mehr von Themen wie Erkenntnis, Hoffnung, Glaube, tw. Liebe, aber auch Einsamkeit, Tod und Dasein. Insgesamt sind die Gedichte – wie ich finde – nicht hermetisch, sondern recht simpel, gerade weil sie weniger Wert auf die anspruchsvolle traditionelle Form legen, haben sie für mich auch leider keinen sehr ästhetischen Reiz.

Kundinnen und Kunden meinen

5

0

4

0

3

1

2

0

1

0

Bewertungen (1)

Weitere Artikel findest du in

  • Produktbild: Gedichte