Produktbild: Doktor Faustus

Doktor Faustus Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.10.1980

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

748

Maße (L/B/H)

18,1/11,4/3,4 cm

Gewicht

498 g

Farbe

Beige

Auflage

5. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-048220-4

Beschreibung

Rezension

'Der Held des Romans, Leverkühn, ist ein außerordentlich stolzer, kühler und kluger Geist, zu klug eigentlich für die Kunst, der aber dennoch vom Drang nach dem Kreativen erfüllt ist und dazu Enthemmungen braucht, die ihm in dem ideellen Rahmen des Buches nur der Böse verschaffen kann. Mit seinem Sündenfall ist auch - gewissermaßen - auf der politischen Ebene des Buches auf die faschistische Intoxikation der Völker angespielt'.(Thomas Mann an Albert Oppenheimer 12.2.1949)

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.10.1980

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

748

Maße (L/B/H)

18,1/11,4/3,4 cm

Gewicht

498 g

Farbe

Beige

Auflage

5. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-048220-4

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • Circlestonesbooks.blog

    5/5

    30.03.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Faust-Mythos, Künstler,…

    Faust-Mythos, Künstler, Weltpolitik „Ich möchte seine Einsamkeit einem Abgrund vergleichen, in welchem Gefühle, die man ihm entgegenbrachte, lautlos und spurlos untergingen. Um ihn war Kälte – und wie wird mir zumute, indem ich dies Wort gebrauche, das auch er in einem ungeheuerlichen Zusammenhange einst niederschrieb!“ (Zitat Seite 15) Inhalt Dr. phil. Serenus Zeitblom ist sechzig Jahre alt, als er am 27. Mai 1943 beginnt, die Lebensgeschichte seines langjährigen Freundes Adrian Leverkühn niederzuschreiben. Der innovative Komponist ist vor drei Jahren verstorben und hat seinem Freund Serenus alle persönlichen Aufzeichnungen und Unterlagen hinterlassen. Auf Grund dieser Aufzeichnungen schildert nun der Ich-Erzähler Serenus Zeitblom die Kindheit, Jugend, gemeinsame Studienzeit, aber auch die weiteren Lebenswege, die unterschiedlich verlaufen, sich jedoch immer wieder kreuzen. Teilweise verfasst Zeitblom die Texte zu einzelnen Kompositionen des genialen Musikers Leverkühn und erlebt auch seinen künstlerischen Werdegang schon ab der frühen Schulzeit mit, mit allen Höhen und Tiefen, geprägt von einer manchmal besessenen Hingabe zur Musik und zum Komponieren, der Suche nach neuen musikalischen Strukturen. „Nur einer so dringlich beobachtenden Freundschaft wie der meinen, konnte ein solcher Bedeutungswechsel der Dinge fühlbar oder ahnbar werden, und Gott sei davor, daß die Wahrheit mir die Freude an Adrians Nähe beeinträchtigt hätte! Was mit ihm vorging, konnte mich erschüttern, mich aber niemals von ihm entfernen.“ (Zitat Seite 322) Thema und Genre Den realen Hintergrund dieses biografischen Romans um einen fiktiven Komponisten bildet die Geschichte Deutschlands zwischen 1884 und 1945, die gesellschaftlichen Veränderungen. Das alte Faust-Thema in dieser modernen Version, welche die unerschöpfliche künstlerische Schaffenskraft in den Mittelpunkt des Pakes stellt, steht für das Leben des Adrian Leverkühn, der als Künstler genial und hochbegabt, als Mensch jedoch einsam und unnahbar bis zur Gefühllosigkeit ist. Dieses Buch ist jedoch ebenso ein Gesellschaftsroman, ein zeitgeschichtliches Dokument Deutschlands in diesen wichtigen Jahren, das die Situation des Bildungsbürgertums, die Stellung der Frauen, die kulturellen und künstlerischen Strömungen, besonders in Musik und Sprache, schildert. Es ist eine weit gefasste Suche nach den kulturgeschichtlichen Gründen für die Entstehung des nationalen Gedankengutes, das sich aus dem Verständnis der deutschen Romantik entwickelt hat und mit zum Nationalsozialismus führte. Die Handlungsorte und Personen dieses Romans sind fiktiv, alle haben jedoch reale Vorbilder, dadurch wird dieser Roman auch autobiografisch geprägt. Fazit Meine hier notierten Bemerkungen sind keinesfalls als literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Roman von Thomas Mann zu sehen, dafür gibt es qualifizierte Fachliteratur, sondern schildern meine wichtigsten Eindrücke beim Lesen dieses interessanten, ideenreichen, zeitlosen, bis heute noch lebhaft diskutierten Romans des deutschen Literaturnobelpreisträgers.

  • Bewertung

    5/5

    11.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Erstaunlich Interessant

    Ein Buch über alles mögliche. Viele Versteckte Botschaften. Alle wichtigen Themen die es so gibt werden angedeutet oder behandelt. So der erste Weltkrieg, die Revolution danach, die Kaiserzeit, Naturwissenschaft, Nietzsche, die Tiefsee, Theologie, das Universum, der zweite Weltkrieg und natürlich die Musik. Nur Mut!

  • Bories vom Berg

    aus München

    5/5

    16.04.2013

    Buch (Taschenbuch)

    Ich kann es kaum erwarten Im…

    Ich kann es kaum erwarten Im Olymp der deutschsprachigen Dichtung hält Thomas Mann, völlig berechtigt und auch unangefochten, von niemand Jüngerem erreicht also seither, einen Spitzenplatz ein. Außer ihm tummeln sich dort oben noch, meiner ganz persönlichen und sicherlich anfechtbaren literarischen Rankingliste zufolge, der ihm zeitlich vorausgehende, von ihm hochgeschätzte Theodor Fontane, und natürlich Goethe als literarischer Gigant. Während sich Manns Ruhm weitgehend, im Falle des Nobelpreises von 1929 sogar explizit, auf die 1901 erschienenen «Buddenbrooks» gründet, wurde sein als leichter lesbar beurteilter und damit von einer größeren Leserschar goutierbarer Roman «Der Zauberberg», 1924 erschienen, von der schwedischen Jury ganz bewusst nicht geehrt. Beide Romane habe ich vor vielen Jahren mit großer Freude gelesen, den Autor dann aber aus dem Blick verloren, bis ich kürzlich auf den «Doktor Faustus» stieß, das letzte bedeutendere Werk von Thomas Mann, sein im Jahre 1947, also gut viereinhalb Jahrzehnte nach den «Buddenbrooks» erschienenes großes Alterswerk. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte ich der Fülle von gescheiten, fachkundigen Analysen und Besprechungen dieses großartigen Romans etwas hinzufügen. In diversen Essays und Aufsätzen, in literaturwissenschaftlichen Magisterarbeiten und Promotionen ist alles gesagt, natürlich auch zum Inhalt, all das leicht nachlesbar im Internet und in jeder gut bestückten Bibliothek. Meine Absicht ist vielmehr, dem heutigen Leser Mut zu machen, sich an diesen gewiss sehr anspruchsvollen Lesestoff heranzuwagen. Und, das muss besonders betont werden, dann auch durchzuhalten, die Lektüre also nicht nach fünfzig Seiten schon wieder abzubrechen, wie das der zeitgenössische, folglich also schnell ungeduldige, weil total reizüberflutete Romanleser nicht gerade selten tut, was ich den allenthalben veröffentlichten Laienkritiken immer wieder erstaunt entnehme. Action nämlich bietet dieser Faustroman nicht, wobei in der Handlung eine gewisse Dramatik und eine sich zum Ende hin stetig steigernde Spannung sehr wohl vorhanden ist. Aber auch hier ist wie so oft der Weg das Ziel, so gekonnt wie in diesem Buch ist noch kein mir bekannter Prosa-Autor mit der deutschen Sprache umgegangen, sprachsensible literarische Gourmets dürften ihre helle Freude daran haben. Bei mir kam noch die Ehrfurcht hinzu, die der mystische Fauststoff generell auslöst, und dann natürlich auch die Neugier, wie denn Thomas Mann das Thema variiert hat. Vor allem im Vergleich mit Goethes Dichtung, dessen «Faust», stark von Dante beeinflusst und ihn teilweise plagiierend, ein sprachliches Fest ist für jeden empfindsamen Geist, für mich der Gipfel der deutschsprachigen Dramatik, auf Augenhöhe mit dem großen Shakespeare. Im «Doktor Faustus» nun geht ein junger Komponist den Pakt mit dem Teufel ein und wird dadurch zum musikalischen Genie, was der Autor in sprachlich unübertrefflicher Weise und mit einem genial konstruierten Plot in Prosa umgesetzt hat. Wer wie ich musiktheoretisch absolut unwissend ist, wird hier aber bald total überfordert und braucht nun einiges an Geduld, um durchzuhalten, wird jedoch nicht dümmer dabei, ganz im Gegenteil! Wie überhaupt mit diesem Roman durchgängig ein intellektuell äußerst anspruchsvoller Lesestoff vorliegt, der den Leser genau dadurch aber ohne Ende bereichert, en passant gewissermaßen, auch wenn er nicht immer alles bis in den letzten Wortsinn hinein versteht. Es wimmelt neben dem Musikalischen nämlich von kaum gebräuchlichen Fremdwörtern und epochebezogenem Vokabular, von Fachbegriffen verschiedenster Disziplinen, von philosophischen und historischen Anspielungen. Alles das, ich wiederhole es bewusst, macht den Leser nicht dümmer, spornt ihn vielmehr, wenn er sich seine Aufnahmefähigkeit denn bewahrt hat und geistig rege ist, seinen Horizont erweiternd zum Nachforschen, zum Mitdenken, aber auch zum Grübeln an.

  • Zitronenblau

    4/5

    11.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Thomas Manns Spätwerk

    Die von Zeitblom verfasste Biographie über Adrian Leverkühn alias Doktor Faustus beschreibt dessen Werde- und Untergang als Komponisten. Es wird nicht nur der ursprüngliche Fauststoff verarbeitet, sondern Sprache mit Musik verflochten, die Geschichte Deutschlands von Krieg zu Krieg dargestellt und - ja, es kostete Mann dessen Freundschaft - Arnold Schönbergs Zwölftonmusik "neu erfunden". Mann hat für diesen Roman einiges aufgeboten, zuletzt Hilfe gehabt von keinem Geringeren als Adorno. Höhepunkt des Romans war der Dialog mit dem Teufel in der Mitte. Auch Leverkühns geistige Umnachtung war sehr bewegend. Insgesamt ein epochaler Roman, ein bestürzender, aber im Vergleich zum "Musikroman: Fluß ohne Ufer" von Hans Henny Jahnn weniger farbenfroh, plastisch und lebendig. Genau die dunkle Infernalität, die geniale Konstruktivität, eben jene bewusste Monumentalität Manns lässt mich dieses Buch sicher kein zweites Mal lesen...

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