Produktbild: Kopfgeburten

Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus – Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.02.1999

Verlag

dtv

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19,1/12,1/1,4 cm

Gewicht

192 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-12594-9

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.02.1999

Verlag

dtv

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19,1/12,1/1,4 cm

Gewicht

192 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-12594-9

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Tumblingerstraße 21
80337 München
DE
produktsicherheit@dtv.de

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Von außen betrachtet

Polar aus Aachen am 07.03.2021

Bewertungsnummer: 590883

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Eines muss man mit dem Abstand der Jahre sagen dürfen: Die Deutschen sind noch da. Sie fechten dieselben intellektuellen Gefechte aus und in der breiten Masse, ist es ihnen vollkommen egal, was ihre Vordenker ausbrüten. Es kommt häufig vor, dass Schriftsteller persönliche Erfahrungen direkt in ihr Werk einfließen lassen. Manche suchen sogar extra neue Herausforderungen, um den Horizont zu erweitern, der Arbeit einen neuen Anstoß zu geben. Nicht zuletzt Günter Grass, der selbst sein Heil einmal in Indien suchte. Was sich verändert hat, seitdem wir nicht mehr von einer Literatur sprechen, die eng an die Bundesrepublik gebunden ist, sondern als Wiederentdeckung des Erzählens seit Jahren in den Feuilletons deutscher Zeitungen gefeiert wird, zeigt sich an Günter Grass Kopfgeburten deutlich. Natürlich soll der Titel seine Leser auf das Kommende vorbereiten, ihn warnen, dass er es eher mit einem Thesenroman als mit einer rein fiktionalen Geschichte zu tun hat, doch löst sich die Distanz nicht auf, die der Autor sich selbst und seinen Erlebnissen auferlegt. Teilweise doziert er, will Anstöße geben, teilweise erzählt, aber eine Einheit ergibt das nicht. Haben wir es mit einer Erzählung zu tun, mit einem Essay? Vielleicht mit einem ins Fiktionale ausgeweiteten Tagebuch. Wer Grass Überlegungen zu Deutschland und seinem Stand in der Welt heute liest, ist überrascht, wie radikal ihm die Grenzlinien dazwischen egal sind, er legt es darauf an, private Gedanken in Form zu bringen. Dies ist von literarhistorischem Wert. Wer dem fulminanten Erzähler, Lyriker begegnen will, greift besser zu einem seiner anderen Bände.

Von außen betrachtet

Polar aus Aachen am 07.03.2021
Bewertungsnummer: 590883
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Eines muss man mit dem Abstand der Jahre sagen dürfen: Die Deutschen sind noch da. Sie fechten dieselben intellektuellen Gefechte aus und in der breiten Masse, ist es ihnen vollkommen egal, was ihre Vordenker ausbrüten. Es kommt häufig vor, dass Schriftsteller persönliche Erfahrungen direkt in ihr Werk einfließen lassen. Manche suchen sogar extra neue Herausforderungen, um den Horizont zu erweitern, der Arbeit einen neuen Anstoß zu geben. Nicht zuletzt Günter Grass, der selbst sein Heil einmal in Indien suchte. Was sich verändert hat, seitdem wir nicht mehr von einer Literatur sprechen, die eng an die Bundesrepublik gebunden ist, sondern als Wiederentdeckung des Erzählens seit Jahren in den Feuilletons deutscher Zeitungen gefeiert wird, zeigt sich an Günter Grass Kopfgeburten deutlich. Natürlich soll der Titel seine Leser auf das Kommende vorbereiten, ihn warnen, dass er es eher mit einem Thesenroman als mit einer rein fiktionalen Geschichte zu tun hat, doch löst sich die Distanz nicht auf, die der Autor sich selbst und seinen Erlebnissen auferlegt. Teilweise doziert er, will Anstöße geben, teilweise erzählt, aber eine Einheit ergibt das nicht. Haben wir es mit einer Erzählung zu tun, mit einem Essay? Vielleicht mit einem ins Fiktionale ausgeweiteten Tagebuch. Wer Grass Überlegungen zu Deutschland und seinem Stand in der Welt heute liest, ist überrascht, wie radikal ihm die Grenzlinien dazwischen egal sind, er legt es darauf an, private Gedanken in Form zu bringen. Dies ist von literarhistorischem Wert. Wer dem fulminanten Erzähler, Lyriker begegnen will, greift besser zu einem seiner anderen Bände.

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