Das Café von Miss Amelia ist das einzige Lokal der Stadt. An der staubigen Straße mit den Pfirsichbäumen verkauft die starke, unabhängige junge Frau ihren selbst gebrannten Schnaps an die Arbeiter der Baumwollfabrik, bis eines Tages Vetter Lymon einzieht, ein buckliger Mann, den Miss Amelia auf rätselhafte Weise liebt. Als jedoch Miss Amelias Ex-Mann aus dem Gefängnis entlassen wird und in die Stadt zurückkehrt, wird diese Liebe auf die Probe gestellt. Eine Dreiecksgeschichte aus den amerikanischen Südstaaten über Sehnsucht, Verrat und ein kurzes Glück.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Volketswil
4/5
02.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein Vergnügen
und ein absoluter Page-Turner! Man kann das Buch fliessend lesen. Das Kopfkino ist inklusive. Geschichten, die das Leben schrieb, und uns alle bewegen dürfte. Eine Geschichte aus den Südstaaten, als wären sie gleich um die Ecke.
Bories vom Berg
aus München
2/5
26.02.2015
Buch (Taschenbuch)
Die Parabel von den drei…
Die Parabel von den drei Krüppeln Mit der 1951 erstmals in Buchform herausgegebenen Novelle «Die Ballade vom traurigen Café» hat die aus den Südstaaten stammende US-amerikanische Schriftstellerin Carson McCullers ein Werk geschrieben, das in der literarischen Fachwelt als ihr bedeutendstes angesehen wird. Vom Format her unwillkürlich an ein Gesangsbuch erinnernd, macht das schmale Büchlein schon rein äußerlich deutlich, dass es sich dabei um eine hoch verdichtete Prosa handeln muss. Und tatsächlich bestätigt sich dem Leser dieser erste Eindruck schon nach wenigen Seiten. Geradezu idealtypisch für die literarische Gattung wird hier eine in sich geschlossene Geschichte in straffer Form und in einem einsträngigen Plot erzählt, die Story treibt überdies deutlich erkennbar auf einen finalen Kulminationspunkt zu. «Die Stadt selbst ist trostlos; da ist nicht viel außer der Baumwollspinnerei, den zweiräumigen Hütten für die Arbeiter, ein paar Pfirsichbäumen, einer Kirche mit zwei bunten Glasfenstern und einer schäbigen Hauptstraße von knapp hundert Metern Länge» lautet der erste Satz. An Faulkner erinnernd wird hier eine typische Kleinstadt in den Südstaaten beschrieben. Im Mittelpunkt steht Miss Amelia, eine maskuline Frau, die nicht nur von der stattlichen Körpergröße her alle überragt. Sie betreibt einen Kaufladen, ist überaus tüchtig, scheinbar auch ziemlich reich, aber geizig. Ihre Ehe mit dem kriminellen Tunichtgut Marvin dauert nur zehn Tage, dann wirft sie ihn aus dem Haus. Eines Tages taucht plötzlich ein zerlumpter Buckliger auf, der sich als ihr Cousin ausgibt. Das sonst so resolute, unnahbare Mannweib entwickelt ganz allmählich ein liebevolles Verhältnis zu ihm, und ihm zuliebe wandelt sie auch ihren Laden in ein Café um, das schnell zur einzigen Attraktion der armseligen Kleinstadt wird. Als aber Marvin nach langer Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen wird, bahnt sich eine Katastrophe an. McCullers autobiografisch geprägter Existentialismus findet in dieser schwermütigen Novelle seinen Ausdruck einerseits in den einseitigen, unerfüllten Liebesbeziehungen der drei Protagonisten, andererseits aber auch in der erfolglosen Identitätssuche und der unheilvollen Isolation ihrer Figuren, eine Folge von deren wahrhaft beklemmenden Sprachlosigkeit. Die Hauptfiguren sind alle drei abnorm, Miss Amelia ist gefühlsmäßig verkrüppelt, der bucklige Cousin körperlich und Marvin charakterlich. Diverse Nebenfiguren bevölkern als skurrile Gestalten das Café, sie treten zumeist aber als schweigende Zaungäste auf. Die Autorin beschreibt ihre Figuren wenig empathisch, fast distanziert, und sie erzählt in einer Sprache, der jede feminine Note abgeht, die klar und sachlich, aber in keiner Weise elegant ist. Ein Duktus übrigens, die mich unwillkürlich an Märchen erinnert hat mit ihrer leicht nachvollziehbaren, sequenziellen Erzählweise, die in dieser Novelle zuweilen sogar poetisch ist, aber sprachlich uninspiriert bleibt, konsequent zielgerichtet eben und sehr sparsam gestaltet. Zweifellos gehört Carson McCullers zu den großen Südstaaten-Schriftstellern. Heinrich Böll hat, wie uns der Klappentext verrät, über sie geäußert: «Bleibt die McCullers nicht eine große Autorin, auch wenn ihre Bücher kaum gekauft werden? Ich könnte mir vorstellen, dass jeder soeben geborene Leser, wenn er erst einmal fünfzehn Jahre geworden ist, sich eines ihrer Bücher aus dem Ramschkasten fischt und bei der Lektüre vom Fieber ergriffen wird». Nun bin ich zwar ein großer Böll-Verehrer, muss ihm hier aber die Gefolgschaft verweigern. Fieber hat mich wahrlich nicht ergriffen bei dieser Lektüre, dafür war mir der Text zu holzschnittartig, der Plot zu simpel konstruiert, das Ganze zu sehr als Parabel angelegt. Vielleicht ist diese Novelle ein Klassiker, aber einer, den man ehrfürchtig zur Hand nimmt und dann ernüchtert wieder weg legt.
Daniela
aus Berlin
5/5
27.03.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Toll toll toll
Kein Satz zuviel, kein Satz zuwenig. Eine Geschichte, die einen noch tagelang nachdenken lässt.Siebzig Jahren alt und topaktuell das menschliche Dilemma.Wir sind ganz in Amerika und auch der Einband passt.
Bewertung
4/5
23.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebende und Geliebte
Miss Amelia hält nicht viel vom Glück, ihre Mitmenschen hält sie auf Distanz. Bis eines Tages ein buckliger Kerl vor ihrer Tür steht und irgendetwas in ihr vorgeht, das sie selbst am allerwenigsten begreift ...
Eine wahnsinnig atmosphärische Novelle, an deren Ende angelangt man kurz innehalten, durchatmen, und dann gleich wieder von vorne beginnen möchte. Carson McCullers braucht nicht viele Worte, um viel zu sagen. Wie sie es sagt, ist unvergleichlich schön.
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