Fernande Olivier und Pablo Picasso waren zusammen kaum vierzig Jahre alt, als sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennenlernten. Verheißungsvoll lag das Leben vor ihnen, und die gemeinsame Wegstrecke war reich an äußerem Erleben und bedeutsam für die innere Entwicklung des Künstlers. ,La belle Fernande', die erste Frau, die in Picassos Leben zählte, hat die Erinnerung an diese hohe Zeit in ihren temperamentvollen Aufzeichnungen festgehalten. Sie zeigt uns den Künstler in seinen Anfängen in Paris, von seiner ,blauen und rosa Periode bis zur Geburt des Kubismus. Als feine Beobachterin schildert sie seinen Charakter und seine Lebensweise. Vom Hintergrund der ´Künstlerstadt Paris heben sich köstliche Episoden und spannungsreiche Begegnungen ab, etwa mit seinen Freunden Max Jacob und Guillaume Apollinaire mit Rousseau, Marie Laurencin und Van Dongen, mit Gertrud Stein und Vollard, um aus der Fülle nur einige Beispiele herauszugreifen. Wenn auch etwa ein bitteres Wort fällt, so sind die Erinnerungen doch durchwirkt und getragen von Fernande Oliviers großer Liebe und Verehrung für den Freund und Künstler Picasso. Die Aufzeichnungen, die auch in der Übersetzung ihre Frische und Unmittelbarkeit behalten, wurden mit zahlreichen, teils bisher unveröffentlichten Dokumenten bereichert.
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5.0/5.0
Fl. Kluge
aus Wolfenbüttel
5/5
07.08.2011
Buch (Taschenbuch)
von einer, die dabei war, die weiß, wie Picasso wirklich war
Die Autorin Fernande Olivier, Begleiterin und zeitweise auch Lebensgefährtin von Pablo Picasso, beschreibt in ihrem 176 Seiten umfassenden Büchlein, ihre Zeit mit dem Künstler Picasso und seinen Freunden in den Jahren 1905 - 1913. In ihren Erinnerungen an Picasso und seinen damaligen Freunden, u.a. Matisse, Max Jacob und Guillaume Apollinaire, u.v.m. wird immer wieder an die gemeinsame Zeit in Paris erinnert, an die Anfangsjahre, an den Kubismus. Diverse Schriftsteller und Maler werden von ihr, zur Freude des Lesers, charakterisiert und sie gibt dabei unverblümt ihre Meinung wieder. Ihre Sprache ist nicht verletzend, sondern erfrischend ehrlich und oft humorvoll. Unterstützt werden diese Erinnerungen durch 30 Bilder, Plastiken, Dokumenten, 28 Fotos auf Tafeln und 16 Zeichnungen. Die Autorin läßt die Zeit vor dem I. Weltkrieg wieder auferstehen und nimmt den interessierten Leser mit nach Paris oder Barcelona, um ihn in den Kreis der Künstler mit aufzunehmen und daran teilhaben zu lassen. Ein erfrischendes, ehrliches und sehr gut lesbares Buch. Eines der wenigen Bücher, die von jemandem geschrieben worden ist, der unmittelbar dabei war, und weiß, wie es wirklich war.
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