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Bis zur Besetzung Ungarns durch die Deutschen im Jahre 1944 konnten die ca. 800.000 ungarischen Juden einigermaßen sicher leben. Mit den deutschen Truppen rückte das 'Kommando Eichmann' in Budapest ein. Binnen sieben Wochen deportierte diese Gruppe in Zusammenarbeit mit ungarischen Behörden 440.000 Juden nach Auschwitz.…mehr

Produktbeschreibung
Bis zur Besetzung Ungarns durch die Deutschen im Jahre 1944 konnten die ca. 800.000 ungarischen Juden einigermaßen sicher leben. Mit den deutschen Truppen rückte das 'Kommando Eichmann' in Budapest ein. Binnen sieben Wochen deportierte diese Gruppe in Zusammenarbeit mit ungarischen Behörden 440.000 Juden nach Auschwitz.
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.15772
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Seitenzahl: 481
  • Erscheinungstermin: 1. August 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 124mm x 27mm
  • Gewicht: 363g
  • ISBN-13: 9783596157723
  • ISBN-10: 3596157722
  • Artikelnr.: 12402975
Autorenporträt
Gerlach, Christian
Christian Gerlach, geboren 1963, Historiker, veröffentlichte grundlegende Arbeiten zur nationalsozialistischen Besatzungs- und Vernichtungspolitik.

Aly, Götz
Götz Aly ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die »taz«, die »Berliner Zeitung« und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Zuletzt veröffentlichte er bei S. Fischer 2011 »Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933« sowie 2013 »Die Belasteten. 'Euthanasie' 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte«. Im Februar 2017 erschien bei S. Fischer seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust »Europa gegen die Juden 1880-1945«. Für dieses Buch erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.Literaturpreise:Heinrich-Mann-Preis für Essayistik der Akademie der Künste Berlin 2002Marion-Samuel-Preis 2003Bundesverdienstkreuz am Bande 2007National Jewish Book Award, USA 2007Ludwig-Börne-Preis 2012Estrongo Nachama Preis für Zivilcourage und Toleranz 2018Geschwister-Scholl-Preis 2018
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Die Geschichte der Ermordung der ungarischen Juden, die als die umfangreichste Vernichtungsaktion des Holocaust gilt, wurde in den 60er und 70er Jahre viel erforscht - und dann ad acta gelegt, wie Thomas Sandkühler einführend berichtet. Die beiden ausgewiesenen Holocaust-Forscher Christian Gerlach und Götz Aly haben nun - mithilfe von neuen Dokumenten aus Ungarn und Israel - vernachlässigte Aspekte dieser Geschichte aufgearbeitet. Bemerkenswert an ihrer tadellos recherchierten und zurückhaltend dargelegten Arbeit ist der Akzent ihrer Untersuchung, so Sandkühler, der auf der Interaktion zwischen Ungarn und Deutschen, ungarischen Juden und ungarischen Nichtjuden liege. Ohne die aktive Mithilfe der ungarischen Behörden, ohne eine eigenständige antisemitische Politik in Ungarn wäre diese große Vernichtungsaktion gar nicht möglich gewesen, fasst Sandkühler Gerlach/Alys Arbeitsergebnisse zusammen. Außerdem wendeten sich die Autoren entschieden gegen die allgemeine Auffassung, Deutschland habe mit der Ermordung der ungarischen Juden um der Ideologie willen gegen eigene Interessen verstoßen. Stattdessen ging es darum, das Arbeitskräftepotenzial gerade gegen Kriegsende aufzustocken.

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