-29%
19,99 €
Statt 28,00 €**
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar
Versandkostenfrei*
0 °P sammeln
-29%
19,99 €
Statt 28,00 €**
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar
Versandkostenfrei*

Alle Infos zum eBook verschenken
0 °P sammeln
Als Download kaufen
Statt 28,00 €**
-29%
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar
0 °P sammeln
Jetzt verschenken
Statt 28,00 €**
-29%
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
0 °P sammeln
  • Format: ePub


Wie soll sich eine demokratische Gesellschaft gegenüber einem anschwellenden Autoritarismus verhalten? Der Historiker Tim Bouverie beschreibt ein besonders dramatisches Beispiel: den Umgang Großbritanniens mit Hitler. Der Historiker stellt den langsamen Erkenntnisprozess während der 1930er Jahre eines politischen Establishments dar, das lange unsicher war, wie es mit Deutschland und dessen politischen Provokationen, zum Beispiel der Rheinlandbesetzung, umgehen sollte. Das Buch ist der spannende Bericht einer historischen Eskalation. Bouverie ist ein Vertreter der englischen narrativen Schule…mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 5.41MB
  • FamilySharing(5)
Produktbeschreibung
Wie soll sich eine demokratische Gesellschaft gegenüber einem anschwellenden Autoritarismus verhalten? Der Historiker Tim Bouverie beschreibt ein besonders dramatisches Beispiel: den Umgang Großbritanniens mit Hitler. Der Historiker stellt den langsamen Erkenntnisprozess während der 1930er Jahre eines politischen Establishments dar, das lange unsicher war, wie es mit Deutschland und dessen politischen Provokationen, zum Beispiel der Rheinlandbesetzung, umgehen sollte. Das Buch ist der spannende Bericht einer historischen Eskalation. Bouverie ist ein Vertreter der englischen narrativen Schule der Geschichtswissenschaften und so liest sich sein Buch wie ein historischer Roman, der in seiner Schilderung jener Jahre die Naivität und Inkompetenz seiner Landsleute nicht ausspart und auch nicht die Anbiederung Teile der Oberschicht an Hitler. Zwischen den Deutschland-Besuchen der Mitford-Schwestern und den politischen Kämpfen im Unterhaus zeichnet er die Herausbildung einer politischen Haltung gegenüber der politischen Aggression aus Deutschland. Es ist eine historische Analyse und gleichzeitig ein Lehrstück über die Herausforderung, die autoritäre Figuren für Demokratien darstellen. Für die deutsche Ausgabe schreibt Bouverie ein Vorwort, das die aktuelle Lage in Europa in seinen historischen Kontext setzt.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, CY, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, IRL, I, L, M, NL, P, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 704
  • Erscheinungstermin: 26. Januar 2021
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783644005129
  • Artikelnr.: 58285082
Autorenporträt
Tim Bouverie hat Geschichte am Christ Church College in Oxford studiert. Von 2013 bis 2017 arbeitete er als politischer Journalist für Channel 4. Er schreibt für The Spectator, The Observer und The Daily Telegraph und lebt in London. In den vergangenen fünf Jahren war er mitverantwortlich für das Chalke Valley History Festival.

Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Dlf Kultur-Rezension

Hans von Trotha staunt, wie packend Geschichte sein kann, wenn Tim Bouverie sie erzählt. Was Chamberlain und Churchill im Umgang mit Hitler alles falsch gemacht haben, erläutert der Autor laut Trotha unter Berücksichtigung des damaligen Kenntnisstandes, anhand von Quellen, Orten, Psychogrammen und Dialogen. Dass dergleichen gut in das Format der TV-Serie passt, leuchtet Trotha unmittelbar ein, so stark ist Bouverie dramaturgisch im Umgang mit Cliffhangern und Pointen, so sehr stellt er Äußerlichkeiten und Befindlichkeiten der handelnden Figuren in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, erklärt der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 15.02.2021

Die Narren aus
der Downing Street
Tim Bouverie zeigt eindrucksvoll, wie die Briten
die Gefahren des NS-Regimes bewusst verharmlosten
VON JOACHIM KÄPPNER
Mit Eton-Abschluss, Pokerface und Schnauzbart schien Sir Horace Rumbold manchen Landsleuten „so englisch wie Eier und Speck“ zu sein, wie man von ihm sagte. Der britische Botschafter in Berlin war eine vornehme Erscheinung im Vergleich zu den neuen Machthabern im Deutschen Reich des Jahres 1933, deren Treiben Rumbold mit Widerwillen und kenntnisreich beobachtete. Vor allem hatte er als einer von wenigen Diplomaten Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ gelesen und die Drohungen, die darin reichlich standen, zu Recht ernst genommen. Schon im April 1933 schickte er eine Denkschrift nach London: „Er beginnt mit Behauptungen, dass der Mensch ein kämpfendes Tier sei. Deshalb sei die Nation eine Gemeinschaft von Kämpfern. (. . .) Ein Land oder eine Rasse, die aufhört zu kämpfen, ist zum Scheitern verurteilt.“
Es war eine der klarsichtigsten frühen Warnungen vor dem bösen Geist, der Deutschland übermannt hatte und der nur acht Jahre später in Holocaust und Vernichtungskrieg führen würde. Rumbold erkannte, dass die Naziideologie Verständigung weder wollte noch erlaubte. Die Warnung war klug, präzise – und völlig wirkungslos. Rumbold ging im Juli 1933 in den Vorruhestand, und seine Mahnungen waren in London sehr bald vergessen. Es begann nun die verhängnisvolle Ära der Appeasement-Politik der Westmächte gegenüber Hitlerdeutschland, jenes Kurses der Beschwichtigung, den der junge britische Historiker Tim Bouverie in seinem Buch „Mit Hitler reden“ eindrucksvoll seziert (der englische Titel lautet, etwas passgenauer, „Appeasing Hitler“).
Die Appeasement-Politik der Regierungen von Stanley Baldwin und Neville Chamberlain ist oft beschrieben worden, allerdings zumeist in ihren finalen Monaten des Scheiterns 1938/39 und als düsterer Hintergrund von Inkompetenz und Schwäche, vor dem der Stern ihres Intimfeindes Winston Churchill nur umso heller strahlte. Historisch ist das korrekt, Churchill hatte von Beginn an gesehen, was die Appeaser nicht sahen, und vor Hitler und der Mordideologie der Nazis gewarnt, aber erst Glauben gefunden, als es beinahe zu spät war. Bouverie widmet seine Studie aber weniger dem Mann, an dem Hitler scheitern würde, sondern den Appeasern selbst, ihren Motiven, Beweggründen und Plänen von Anfang an.
Sie selbst und manche späteren Historiker haben versucht, ihre Nachgiebigkeit in Bezug auf Hitlerdeutschland zu rechtfertigen. Das Deutsche Reich brach sämtliche Verträge, trat aus dem Völkerbund aus, rüstete hemmungslos auf, schickte Soldaten und Bomber in den spanischen Bürgerkrieg, besetzte 1936 das entmilitarisierte Rheinland, 1938 das Sudetenland und Österreich und unterdrückte brutal die Juden und jede Opposition. All das ließen die Westmächte, die gegenüber der Weimarer Republik wenig Nachsicht gezeigt hatten, geschehen; im Münchner Abkommen 1938, einem Tag der Schande, opferten sie ihren eigenen Bündnispartner, die Tschechoslowakei; Chamberlain flog heim, von einer jubelnden Menge begrüßt, winkte er mit dem Papier des Vertrages und rief: „Frieden in unserer Zeit.“
Wie konnten die Demokratien, 1918 noch Sieger, so tief sinken? Großbritannien war nach dem Ersten Weltkrieg finanziell erschöpft und zutiefst kriegsmüde. Bouverie verzichtet auf jede Rechthaberei dessen, der das verheerende Ergebnis der Appeasement-Politik kennt und im Nachhinein Churchill recht gibt, „der nichts als Narrheit, Schwäche, Schande und Ruin darin sah“, wie Sebastian Haffner in seiner grandiosen Churchill-Biografie von 1967 schrieb. Aber gerade wegen seiner methodischen Gründlichkeit fällt Bouveries Urteil mindestens genauso vernichtend aus.
Wer sich während der späten Trump-Ära wunderte, wie massiv die Demokratie der USA von der Selbstzerstörung bedroht war, sollte dieses Buch lesen. Trump kommt darin nicht vor, wohl aber eine Demokratie, die britische, die erst den Kompass der Realität und politischen Vernunft und dann beinahe ihre Seele und ihre Freiheit verliert. Es sei, so das vernichtende, wenn auch mit britischem Understatement vorgebrachte Urteil Bouveries, „schwierig, für das Handeln der Appeasement-Befürworter und insbesondere für Neville Chamberlain mildernde Umstände in Anschlag zu bringen“. Sprich: Sie haben auf ganzer Linie versagt.
Sie verkannten, wie Rumbold es nannte, „den Charakter der Bestie“ Naziregime nicht nur vollständig, sie wollten ihn auch verkennen. Es war nicht wahr, was nicht wahr sein durfte. Sie taten alles, um Warner und Mahner wie Churchill und Rumbold zu diskreditieren; die Tories wollten Churchill nach dem Münchner Abkommen aus dem Unterhaus drängen, und die BBC, treues Sprachrohr der Appeaser, weigerte sich noch kurz nach Kriegsbeginn 1939, Sir Horace Rumbold im Radio sprechen zu lassen, da er ein zu einseitiger „Nazi-Gegner“ sei.
Die tschechische Tragödie hat schon Churchill in seiner legendären, seinerzeit als skandalös zurückgewiesen Unterhausrede in die passenden Worte gefasst. Die Tschechen hätten nichts als Not und Elend für ihr Bündnis mit den Demokratien erhalten: „Stumm, voller Trauer, verlassen, gebrochen, versinkt die Tschechoslowakei in der Finsternis.“ Die Tschechen, die deutschen Exilanten dort, die demokratisch eingestellten Sudetendeutschen, sie alle würden unter Hitlers Joch geraten, mit schrecklichen Folgen. Im März 1939 besetzte die Wehrmacht das tschechische Kernland, für das Chamberlains Regierung eine Schutzgarantie ausgesprochen hatte. Davon wollte der Premierminister nun nichts mehr wissen. Die deutschen Truppen stiefelten bereits durch Prag, und Chamberlain ließ mitteilen, die Garantie sei leider erloschen, da der Staat, dem sie galt, ja leider nicht bestehe. Auch hier sind Parallelen zur Gegenwart, wie Trumps Verrat an den Kurden Syriens, nicht zu übersehen. Trump machte sich noch lustig über die Kurden, die Appeaser ergingen sich in rassistischen Bemerkungen über die Tschechen.
Statt sich mit der Sowjetunion, dem eigentlichen Ziel der deutschen Eroberungsgelüste, zu vergleichen, hofften die Appeaser mehr oder weniger offen, Hitlers Reich möge den Kommunismus in Schach halten. Bouverie widerspricht der beliebten These, 1938 seien die Briten schon zu schwach gewesen, um die Wehrmacht noch zu stoppen: Sie waren schlecht gerüstet, die Deutschen waren aber auch „noch nicht in der Lage, einen großen Krieg zu führen“. Sie hatten es aber geschafft, dies den Westmächten vorzugaukeln.
Es ist großartiges, kluges, übrigens auch mit der stilistischen Lässigkeit und Brillanz angelsächsischer Historiker geschriebenes Buch, eine beklemmende und zugleich lohnende Lektüre. Demokratien, so ist Bouveries Lehre, müssen sich immer neu erfinden, rückversichern, bewähren; sie sind nicht davor gefeit, durch Irrlehren in ihren eigenen Untergang zu steuern.
Im Mittelpunkt stehen
die Motive, Beweggründe
und Pläne der Appeaser
Das Urteil über Chamberlain
fällt vernichtend aus – und das
nicht nur in der Rückschau
Tim Bouverie:
Mit Hitler reden.
Der Weg vom Appeasement zum Zweiten Weltkrieg. Aus dem Englischen von Karin Hielscher. Rowohlt-Verlag, Hamburg 2021.
704 Seiten, 28 Euro.
Freundlicher Gruß an den baldigen Feind: Arthur Neville Chamberlain 1938 auf dem Münchner Flughafen Oberwiesenfeld. Er wird von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop (ganz links) begrüßt.
Foto: Scherl / SZ Photo
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr
Es ist großartiges, kluges, übrigens auch mit der stilistischen Lässigkeit und Brillanz angelsächsischer Historiker geschriebenes Buch, eine beklemmende und zugleich lohnende Lektüre. Joachim Käppner Süddeutsche Zeitung 20210215