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Dieses Unterrichtsmodell bezieht sich auf folgende Textausgabe: Bertelsmann cbj, Bestell-Nr.: 21866

Produktbeschreibung
Dieses Unterrichtsmodell bezieht sich auf folgende Textausgabe: Bertelsmann cbj, Bestell-Nr.: 21866
Autorenporträt
Robert Louis Stevenson, geboren 1850 in Edinburgh, schrieb unter anderem Reiseerzählungen, Abenteuerromane und Lyrik. Stevenson starb im Alter von 44 Jahren auf der Südseeinsel Samoa.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 15.04.2014

Plädoyer
für Dösbaddel
Harry Rowohlt liest die neue
Übersetzung der Schatzinsel
Mit der Schatzinsel landete der bis dahin erfolglose Schriftsteller Robert Louis Stevenson das was man heute einen Bestseller nennt. Als Fortsetzungsgeschichte 1881 und 1882 in der Zeitschrift Young Folks erschienen, verkaufte sich die Buchfassung dieses so rasant zusammengesponnenen Seemannsgarns zigtausendfach. Nicht nur jugendliche Leser wurden von der Geschichte in Bann gezogen. Sondern auch Erwachsene. Es gab damals Stimmen, die es befremdlich fanden, dass aus angesehenen Männern plötzlich wieder schwärmerische Jungen würden. Freilich verhallten sie. Einfach viel zu gut war die exotische Abenteuer- und Piratengeschichte, als dass die Nachfrage nach dem Buch je wieder abebbte. Zu seinen Bewunderern zählten schon bald viele Schriftsteller.
  Die Schatzinsel ist Weltliteratur. Sie als Jugendbuch abzustempeln, wird dem Werk nicht gerecht. Auch wenn uns dies die Kinder- und Jugendbuchverlage mit ihren verstümmelten Fassungen immer wieder glauben machen wollen. Im Zentrum steht die Gier nach Geld und wie diese die Menschen moralisch korrumpiert. Die letzen Worte des Romans lauten: „Dukaten! Dukaten!“
  Vor gut einem halben Jahr brachte die Neuübersetzung von Andreas Nohl, erschienen im Hanser Verlag, den Roman wieder groß ins Gespräch. Hochgelobt wurde die „sprachliche Verdichtung“ des Originals. Freilich monierte man auch das eine oder andere. Muss es „Dösbaddel“ heißen, wenn der Rum gestärkte Billy Bones über Doktor Livesey herzieht? Die Beantwortung der Frage fällt nun leichter, weil Harry Rowohlt die neue Fassung ungekürzt eingelesen hat. Rowohlt ist bekanntlich gebürtiger Hamburger. Auf seine genüssliche Akzentuierung des Wortes „Dösbaddel“ möchte man nicht mehr verzichten.
  Die achtstündige Hörbuchfassung wird sicherlich wieder viele für den Text begeistern. Kenner der Geschichte ebenso wie Neulinge, Erwachsene ebenso wie junge Hörer. Plädoyer: Letztere sollten dem Stoff in dieser Version erstmalig begegnen. Und nicht in einer für Kinder bearbeiteten, die nurmehr das Handlungsgerüst, aber wenig von Stevensons präziser, kraftvoller Sprache übrig lässt.
  Harry Rowohlt liest so lebendig und frisch, dass man vergisst, dass der Text über 130 Jahre alt ist. Jede der Figuren erhält eine andere Stimmfarbe, und nimmt so vor unserem inneren Auge Gestalt an. Klar und deutlich Jim Hawkins, der Erzähler. Mit tief schnaubender und knarzender Stimme Billy Bones, der hünenhafte Seemann mit dem Säbelschmiss und dem unbändigen Durst. Vor allem ist er im Besitz der Schatzkarte von Captain Flint, hinter der die Piraten um den einbeinigen Schiffskoch Long John Silver her sind. Silver – laut Stevenson eine seiner Lieblingsfiguren – ist der intelligenteste von allen. In einem Augenblick noch einnehmender Charmeur, im nächsten hinterhältiger Mörder.
  Manko des Hörbuchs ist die Aufmachung. Das Booklet beschränkt sich nur auf die nötigsten Informationen. Was umso misslicher ist, da das aufwendig gestaltete Hanser-Buch mit einem umfangreichen Anhang aufwartet. (ab 12 Jahre)
FLORIAN WELLE
Robert Louis Stevenson : Die Schatzinsel. Ungekürzte Lesung von Harry Rowohlt. Neu übersetzt von Andreas Nohl. 6 CDs, 8 Stunden 9 Minuten. Roof Music 2013, 17,99 Euro.
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