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Umfragen zufolge glaubt etwa ein Drittel der Bevölkerung in Westeuropa und Nordamerika an die Reinkarnation, Tendenz steigend. Längst ist Wiedergeburt zu einer globalen Erfolgsidee geworden. Helmut Obst beschreibt knapp und kenntnisreich die Seelenwanderungslehre im Hinduismus, Buddhismus und bei indigenen Völkern, geht antiken Vorstellungen nach und zeigt, wie der Reinkarnationsglaube in monotheistischen Religionen, vor allem im Christentum, trotz offizieller Verurteilungen immer wieder Anhänger gefunden hat. Goethe und Lessing, namhafte Dichter und Denker haben ihn zu neuer Blüte gebracht,…mehr

Produktbeschreibung
Umfragen zufolge glaubt etwa ein Drittel der Bevölkerung in Westeuropa und Nordamerika an die Reinkarnation, Tendenz steigend. Längst ist Wiedergeburt zu einer globalen Erfolgsidee geworden. Helmut Obst beschreibt knapp und kenntnisreich die Seelenwanderungslehre im Hinduismus, Buddhismus und bei indigenen Völkern, geht antiken Vorstellungen nach und zeigt, wie der Reinkarnationsglaube in monotheistischen Religionen, vor allem im Christentum, trotz offizieller Verurteilungen immer wieder Anhänger gefunden hat. Goethe und Lessing, namhafte Dichter und Denker haben ihn zu neuer Blüte gebracht, Propheten und spirituelle Meister im 20. Jahrhundert haben ihn weiter verbreitet. Werden wir wiedergeboren? Diese Frage muss am Ende offen bleiben, aber das Buch zeigt, wie intensiv seit Urzeiten über sie nachgedacht wird. Nicht zuletzt lotet es Möglichkeiten und Grenzen eines christlichen Reinkarnationsglaubens heute aus.
  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 296
  • Erscheinungstermin: 04.07.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406623295
  • Artikelnr.: 37356994
Autorenporträt
Helmut Obst, geb. 1940, ist Professor em. für Ökumenik und Religionswissenschaft an der Universität Halle-Wittenberg und als Nachfolger von Hans-Dietrich Genscher und Paul Raabe Vorsitzender des Kuratoriums der Franckeschen Stiftungen in Halle. Sein Buch „Apostel und Propheten der Neuzeit“ gilt inzwischen als Standardwerk.
Inhaltsangabe
Einleitung:
Wiederholte Erdenleben - Eine uralte Idee

I. Asiatische Religionen

Hinduismus: Der Kreislauf der Wiedergeburten · Buddhismus:

Wiederverkörperung ohne Seelenwanderung · Jainismus: Ein neuer

Weg zur Überwindung der Wiedergeburten · Sikhismus: Hinduistische

Seelenwanderung und Islam

II. Indigene Völker

III. Antike Vorstellungen

Griechen und Römer: Vom Tier zum Menschen · Gnosis und Manichäismus:

Reinigung durch Erkenntnis · Kelten und Germanen:

Wieder geburt in der Sippe

IV. Judentum, Islam und verwandte Religionen

Judentum: Von der Thora zur Kabbala · Islam: Reinkarnations -

glaube als Häresie · Drusen und Jeziden: Unterschiedliche Vorstellungen

V. Christentum und Kirchengeschichte

Das Neue Testament: Umstrittene Anspielungen? · Die Alte Kirche:

Viele heimliche Anhänger? · Altkirchliche Reinkarnationskritik:

Seelen wandern nicht · Katharer: Die Ketzerei der Re inkarnation

· Renaissance: Antike Vorstellungen werden wiederentdeckt ·

Franciscus Mercuriusvan Helmont: Neue Gesichtspunkte

VI. Auf dem Weg ins Zentrum des europäischen Geisteslebens

Radikale Pietisten: Am Rande von Theologie und Kirche · Aufklärung:

Von Edelmann bis zu Lichtenberg · Lessing: Die Reinkarnationsidee

· Schlosser: Gespräche über die Seelenwanderung ·

Goethe: "Des Menschen Seele gleicht dem Wasser" · Kosmische

Reinkarnation: Wiedergeburt auf anderen Himmelskörpern · Ein

Zwischenruf aus der Buchhandlung der Gelehr ten · Das 19. Jahrhundert:

Neue Möglichkeiten des Denkens und Dichtens

VII. Weltanschauliche Protestbewegungen und

religiöse Gemeinschaften in der Moderne

Spiritismus: Die Botschaft höherer Geister · Theosophie: Reinkarnation

als Urwahrheit · Anthroposophie: Der Erkenntnisweg zur

höchsten Ich-Entfaltung · Propheten: Wiedergeburt als Teil göttlicher

Offenbarungen · Religiöse Sondergemeinschaften: Neue Lehrsysteme · Gurus:
Östliche Lehren für westliche Sinnsucher ·

New Age: Reinkarnation als Erfahrungstatsache

VIII. Kirchliche Reaktionen und theologische Neuansätze

Kirchliche Alternativmodelle: Auferstehung der Toten und ewiges

Leben · Christentum ohne Reinkarnation: Das Nein der Kirchen

· Dialogversuche: Alte Differenzen und neue Möglichkeiten ·

Integrationsversuche: Ein neues Element christlichen Glaubens ·

Christentum und Reinkarnation: Eine revolutionäre Synthese

Epilog:

Die Globalisierung der Reinkarnationsidee

Anmerkungen

Literaturhinweise

Personenregister
Rezensionen
Besprechung von 22.06.2009
Ist ein einziges Leben nicht genug?
Von wandernden Seelen aller Art: Helmut Obst folgt der Idee der Reinkarnation durch die Geschichte

Laut Umfragen sollen mindestens zwanzig Prozent der Europäer und Nordamerikaner der Ansicht zuneigen, dass wir in der einen oder anderen Weise mehrere Erdenleben hinter uns bringen. Womit allerdings mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet sind. Denn welche Vorstellungen von Wiederverkörperung damit einhergehen, was eigentlich wiedergeboren wird und zu welchem Zweck, das bleibt dabei noch offen. Und die Auswahl an Möglichkeiten, von Schicksalen vor der Geburt und nach dem Tod zu handeln, ist nicht klein.

Man kann sich davon in einem Buch des Religionswissenschaftlers Helmut Obst überzeugen, der Vorstellungen und Konzepte von Reinkarnation quer durch die Geschichte und Religionen verfolgt. Es ist das wahrlich ein weites Feld, und so deutlich sich die christlichen Kirchen gegen die Idee der Reinkarnation verwahrt haben, so tiefsitzend scheint doch die Neigung zu ihr. Ob nun mit oder ohne Entlehnungen aus asiatischen Religionen, in denen der Kreislauf der Wiedergeburten von zentraler Bedeutung ist.

In den fernöstlichen Varianten geht es darum, den Kreislauf zu unterbrechen, während abendländische Vorstellungen seit der Antike eher auf Entwicklungsmöglichkeiten in fortgesetzten Existenzen abhoben. Attraktiv ist an diesen Vorstellungen vor allem, mit ihnen offenbaren Ungleichheiten in den Lebensschicksalen und deren Ausgangsbedingungen ihre Schärfe zu nehmen. Was anders schnell als Ungerechtigkeit scheint, soll sich irgendwie als Folge früherer Leben verbuchen und obendrein durch spätere Inkarnierungen ins Lot bringen lassen. Entlastung Gottes beziehungsweise der Schöpfung auf der einen Seite, individuelle Verbesserungsmöglichkeiten in wiederholten Durchgängen auf der anderen - so könnte man diese anvisierten Vorzüge grob umreißen.

Zumindest lassen sich diese beiden Motive in den verschiedenen Ausgestaltungen der Reinkarnationsidee, die Obst in seinem historischen Durchgang ausbreitet, gut verfolgen. Sie stellen natürlich vor Probleme eigener Art, denn halbwegs verständlich muss gemacht werden, was überhaupt sich in diesen aufeinanderfolgenden Leben durchhält und also Subjekt der moralischen oder sonstigen Aufsummierung sein kann.

Geschichten über tatsächliche Erinnerungen an frühere Leben - von Pythagoras bis zu zeitgenössischen Exempeln - reichen da nicht. Gibt man dagegen Gott als Buchführer die Ehre oder setzt auf die Enthüllung der Gesamtbilanz für eine ans Ende ihres Prüfungsweges gekommene Seele, bleibt deren zusammengestückelte Bahn eine heikle Angelegenheit. Ein Prüfungsweg, von dessen Stationen ich nicht weiß, ist eine recht merkwürdige Korrektionsinstanz.

Ganz abgesehen von der Frage, wie man sich solche herumstreunende Seelen vorstellen soll, die auf religiösem Terrain nun einmal heimisch sind. Gegen ihre Wanderfreudigkeit hat sich die Kirche allerdings früh entschieden: mit der Verwerfung der Behauptung ihrer Präexistenz und finalen Heimholung zu Gott ohne Ausnahme. Es ist demnach nicht an den Seelen, für ihre Erlösung zu arbeiten, sondern an den Gläubigen, sie als Gnadengeschenk anzunehmen - eine recht grundlegende theologische Verwahrung.

Auf orthodoxer Seite hat man dagegen ein Endgericht, bei dem ein Teil der Menschheit die Seligkeit gar nicht erringen kann, weil die Erlösungstat Jesu an ihm vorbeiging, und ein anderer wegen seiner Sünden der ewigen Verdammnis überantwortet wird; während die fleischliche Auferstehung sich naturgemäß um kein Jota leichter begreiflich machen lässt als Seelenwanderung. Das ist zwar auch nicht besonders attraktiv, dafür aber blieb der christologische Kern unangetastet.

Reinkarnationsvorstellungen gerieten also im theologischen Kontext zuerst auf die häretische Seite und später unter die Dinge, die man nicht unbedingt berühren musste. Je individualisierter die Glaubensformen, desto eher scheint mit ihnen in der einen oder anderen Form zu rechnen. An den diversen esoterisch-okkulten Rändern gehören sie oft ins Repertoire, und Rückgriffe auf östliche Vorstellungen - mit dem neunzehnten Jahrhundert angebahnt - liegen nahe.

Entscheidend für diese moderne westliche Entwicklung war auch, dass sich die Idee der Seelenwanderung im achtzehnten Jahrhundert mit allgemeineren Fortschrittskonzepten verknüpfte. Da musste es nicht mehr unbedingt um Sündenregister und Erlösung gehen, sondern auch um die moralische wie kognitive Perfektionierung des Individuums, die doch unmöglich von der unübersehbaren historischen Zufälligkeit seiner Existenz abhängen konnte. Mit den Worten des bis heute oft als Zeugen in dieser Sache aufgerufenen Lessing aus der "Erziehung des Menschengeschlechts": "Warum sollte ich nicht so oft wiederkommen, als ich neue Kenntnisse, neue Fertigkeiten zu erlangen geschickt bin? Bringe ich auf Einmal so viel weg, daß es der Mühe wieder zu kommen etwa nicht lohnet?"

Zum immer wieder von Anhängern einer Reinkarnation angebrachten Zitat wurde diese Passage nicht zuletzt durch ihre Frageform. Sie zwang nicht zur Ausgestaltung der Idee, die schnell auf Verlegenheiten und manche Merkwürdigkeiten führt. Gemäß Lichtenbergs Einsicht, es sei "ein Glück in mancher Rücksicht, dass diese Vorstellung nicht zur Deutlichkeit gebracht werden kann". Obwohl gerade diese Merkwürdigkeiten ihren Reiz haben und aufschlussreich sind. Von alten Fragen wie jener, ob Tiere als Reinkarnationinstanzen zugelassen sind, die sich doch als sinnenfällige Bestrafungsform sehr zu eignen schienen, bis zu jener, wie es eigentlich mit Geschlechtswechsel steht - woraus dann auch eine Erklärung gleichgeschlechtlicher Liebe werden konnte.

Der Autor weiß sich mit seinen Einschätzungen der vorgestellten Positionen zurückzuhalten, nur zum Ende hin lässt er seine Sympathie für Theologen durchblicken, die eine zweckmäßig beschnittene Idee der Reinkarnation im Spiel halten wollen. Nicht auszuschließen also, dass diese Geschichte von nicht enden wollenden Geschichten auch auf diesem Terrain weitergeht.

HELMUT MAYER

Helmut Obst: "Reinkarnation". Weltgeschichte einer Idee. Verlag C. H. Beck, München 2009. 296 S., br., 14,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Reinkarnation hat viele Gesichter, weiß Helmut Mayer nach dieser Lektüre. Was der Religionswissenschaftler Helmut Obst aus Geschichte und Religion (fernöstlich wie abendländisch) zusammengetragen hat, gibt ihm einen Eindruck von der Vielgestalt der Vorstellungen und Konzepte "herumstreunender Seelen". Bei der Spekulation über Motive für die Reinkarnationsidee (Entlastung Gottes, Verbesserungschancen des Einzelnen) greift Obst dem Rezensenten dezent unter die Arme. Ebenso bei der spannenden Frage, ob Tiere sich als Reinkarnationsinstanzen eignen oder ob die gleichgeschlechtliche Liebe sich möglicherweise mit einem Geschlechterwechsel bei der Wiederkunft erklären lässt.

© Perlentaucher Medien GmbH