MetaMAUS - Spiegelman, Art

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***NATIONAL JEWISH BOOK AWARD WINNER*** Visually and emotionally rich, MetaMaus is as groundbreaking as the masterpiece whose creation it reveals. In the pages of MetaMaus, Art Spiegelman re-enters the Pulitzer prize-winning Maus, the modern classic that has altered how we see literature, comics, and the Holocaust ever since it was first published twenty-five years ago. He probes the questions that Maus most often evokes-Why the Holocaust? Why mice? Why comics?-and gives us a new and essential work about the creative process. MetaMaus includes a bonus DVD-R that provides a digitized reference…mehr

Produktbeschreibung
***NATIONAL JEWISH BOOK AWARD WINNER*** Visually and emotionally rich, MetaMaus is as groundbreaking as the masterpiece whose creation it reveals. In the pages of MetaMaus, Art Spiegelman re-enters the Pulitzer prize-winning Maus, the modern classic that has altered how we see literature, comics, and the Holocaust ever since it was first published twenty-five years ago. He probes the questions that Maus most often evokes-Why the Holocaust? Why mice? Why comics?-and gives us a new and essential work about the creative process. MetaMaus includes a bonus DVD-R that provides a digitized reference copy of The Complete Maus linked to a deep archive of audio interviews with his survivor father, historical documents, and a wealth of Spiegelman's private notebooks and sketches. Compelling and intimate, MetaMaus is poised to become a classic in its own right.
  • Produktdetails
  • Verlag: Random House LCC US
  • Seitenzahl: 300
  • Erscheinungstermin: 7. Juni 2018
  • Englisch
  • Abmessung: 239mm x 172mm x 33mm
  • Gewicht: 930g
  • ISBN-13: 9780375423949
  • ISBN-10: 037542394X
  • Artikelnr.: 32801049
Autorenporträt
Art Spiegelman is a contributing editor and artist for the New Yorker. His drawings and prints have been exhibited in museums and galleries around the world. He won the Pulitzer Prize for Maus, which was also nominated for the National Book Critics Award. He lives in New York.
Rezensionen
Besprechung von 17.10.2012
Das Buch
der Erschöpfung
Art Spiegelmans „MetaMaus“ ist der Versuch, sich
von der Übermacht der „Maus“ freizumachen
VON FRITZ GÖTTLER
Was Autoren gemeinhin hoch erfreut, das passierte Art Spiegelman im Dezember 1991 – er sah sein neues Werk, „Maus II“, auf der Bestsellerliste der New York Times . Was ihm die Freude dann doch wieder verdüsterte, bis zum Befremden, war – dass das Buch in der Kategorie Fiction firmierte. Ja, es war ein Comic, eine Graphic Novel, politisch nicht wirklich korrekt, mit Mäusen und Katzen, Schweinen und Hunden. Aber es war die Geschichte von Wladek und Anja, Arts Eltern, ihre Jugend im Stetl, ihre Leiden in den KZs, ihr Neuanfang in den USA. Und reflektiert in diesem individuellen Familienroman die Geschichte des europäischen Holocaust, einem amerikanischen Publikum auf schockierende, irgendwie auch vertraute Weise vorgelegt. Als Romancier, so der Autor in einem Brief an die Redakteure der New York Times , hätte er sich einige der 13 Jahre historischer Recherche und Konstruktion, die er für sein Buch aufwandte, sparen können. „Ich weiß, dass ich durch das Zeichnen von Menschen mit Tierköpfen für Sie Klassifizierungsprobleme aufgeworfen habe. Könnten Sie bitte erwägen, Ihre Liste um eine eigene Kategorie ,Nonfiction/Mäuse‘ zu erweitern?“
  Die 13 Jahre mit der Maus sind nun kompakt zusammengefasst in einem Band mit Gesprächen, Materialien, Skizzen, Dokumenten, Fotografien zur Entstehung dieses wuchtigen Kunstwerks. „MetaMaus“ heißt der Band, seine Geburtshelferin war Hillary Chute von der University of Chicago, der Art Spiegelman Zugang zu seinem Archiv gewährte und die fünf Jahre in seinem „Rattennest“ forschte. Sie steuert das lange Gespräch mit Spiegelman, das den Hauptteil des Bandes ausmacht, koordiniert die Illustrationen, die den Text ergänzen, macht Anmerkungen und gibt Hinweise auf Passagen aus den zwei „Maus“-Bänden – das Material in seiner Fülle ist auf einer DVD beigefügt. Es ist der dritte Coup in Sachen Spiegelman binnen kurzer Zeit, nach der Ausstellung im Museum Ludwig in Köln (SZ vom 5.9.) und dem Siegfried-Unseld-Preis für den Autor.
  Man darf sich nicht abschrecken lassen von der Aura der Distanz, die der Titel entfaltet, man ist immer mitten drin. „MetaMaus“ holt Spiegelmans „Maus“ gewissermaßen von seinem Sockel. Einen Comic zu schaffen, für den man ein Lesezeichen braucht, hatte er sich vorgenommen, erzählt Spiegelman ironisch. Eine strenge Vorgabe, die er dann einlöste, indem er eine absolut persönliche Geschichte erzählte. 1972 hat er sie erstmals auf Tonband aufgenommen, an vier Tagen zu Besuch im Elternhaus, sie sind im Buch transkribiert und auf der DVD teilweise zu hören. Erfahrungen mit dem Familienschicksal in all seinen Details, die um dunkle, unerklärliche Zentren sich gruppierten, das Schicksal des verlorenen Bruders, der Selbstmord der Mutter. Eins der Geheimnisse von „Maus“ – dass die Mutter geschwiegen hat, dass Art Spiegelman ihre Geschichte nicht wirklich erzählen konnte.
  Persönliche Erfahrungen, die es galt in eine eigene Form zu bringen – und der Band insistiert auf dem praktischen, dem professionellen, dem materiellen Aspekt dieser Arbeit. „Ich mag das Wort Material, denn es führt uns zurück in den Garment District, aus dem wir osteuropäischen Juden gekommen sind. Und ich mag es, weil es mir erlaubt, meine Arbeit zu objektivieren . . . Und andererseits ist es auch in dem Sinne Material, dass es Fühlbarkeit besitzt, Gewicht und Struktur und zu etwas verarbeitet werden muss.“
  Der Band ist eine Lektion darin, wie kühl der Künstler auch die größten Schrecken verarbeiten muss – die Toten in kleine Schachteln legen, sagt Art Spiegelman, in die kleinen, die kleinsten Einheiten seines Comics. Spiegelman hat keinen Horror vor dem Begriff Postmoderne, Roland Barthes hätte das Buch gefallen. Jede „Maus“-Seite ist streng konstruiert und rhythmisiert, verdichtet zum Spiel von Erinnerung und Imagination, und das Erzählen ist immer Teil des Erzählten. Eine unglaubliche Klarheit, die ganz im Gegensatz steht zu den Hervorbringungen des Holocaust-Kitsch, die in der Zeit überhand nahmen, als das Buch entstand. Ein böses Beispiel erzählt Spiegelman, als er 1987 nach Polen reiste und der TV-Journalist Georg Stefan Troller ein Fernsehfeature darüber machte – die Themenparkisierung von Auschwitz. Troller bestellte eine Dampflok, die er vor die Tore des Lagers fahren ließ – trotz Spiegelmans Beteuerung, seine Eltern seien mit dem Lkw gebracht worden. Und die Bauern ums Lager hatten mitgekriegt, dass sie Geld dafür verlangen konnten, die Lok über ihr Land fahren zu lassen.    „MetaMaus“ ist ein erschöpfendes Buch, ein Buch der Erschöpfung, der Versuch, sich vom Erfolg, von der Übermacht der „Maus“ freizumachen. Die Redakteure der New York Times diskutierten Spiegelmans Brief, schließlich wurde das Buch unter Nonfiction placiert. „Aber einer der Redakteure war darüber verärgert und sagte: ,Klingeln wir doch mal bei Spiegelman – wenn uns dann eine Riesenmaus öffnet, listen wir das Buch als Nonfiction!“
  
Art Spiegelman: MetaMaus. Aus dem Englischen von Andreas Heckmann. S. Fischer, Frankfurt/Main 2012. 299 Seiten, 34 Euro.
Ich mag das Wort Material, es hilft
mir, meine Arbeit zu objektivieren
Eine Mutter, die merkwürdig abwesend bleibt: Anja und Art, Stockholm, um 1951.
„Mom und ich im Park, 1951“. Auf der Lithografie von 1979 wird die „Rache der Maus“ imaginiert. Was Spiegelman vermisst in seinem großen Werk, ist die Geschichte der Mutter.
ABB. (2): AUS DEM BESPROCHENEN BAND
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