Kriegstraumata von Bundeswehrangehörigen (eBook, PDF) - Schwanitz, Sonia
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Inhaltsangabe:Einleitung: Mit dem Ende des Kalten Krieges und somit auch dem Ende der weltpolitischen Bipolarität hat sich sowohl das Aufgabenspektrum als auch das Anforderungsprofil der Bundeswehr wesentlich verändert. Es hat sich ein Funktionswandel vollzogen: Während bis 1989 noch die Landesverteidigung und die Beistandsleistungen im NATO-Rahmen als zentrale Aufgaben für die Angehörigen der Bundeswehr zu nennen sind, so entwickelt sich die Bundeswehr nach der Beendigung des Ost-West-Konfliktes zu einer Interventionsarmee. Gegenwärtig ist Deutschland weltweit mit 6.740 Bundeswehrsoldaten ,…mehr

Produktbeschreibung
Inhaltsangabe:Einleitung: Mit dem Ende des Kalten Krieges und somit auch dem Ende der weltpolitischen Bipolarität hat sich sowohl das Aufgabenspektrum als auch das Anforderungsprofil der Bundeswehr wesentlich verändert. Es hat sich ein Funktionswandel vollzogen: Während bis 1989 noch die Landesverteidigung und die Beistandsleistungen im NATO-Rahmen als zentrale Aufgaben für die Angehörigen der Bundeswehr zu nennen sind, so entwickelt sich die Bundeswehr nach der Beendigung des Ost-West-Konfliktes zu einer Interventionsarmee. Gegenwärtig ist Deutschland weltweit mit 6.740 Bundeswehrsoldaten , an insgesamt zwölf Missionen beteiligt. Dabei stellt die UNO-mandatierte International Security Assistance Force in Afghanistan (ISAF) mit 4.360 Bundeswehrsoldaten mehr als die Hälfte des insgesamt eingesetzten Personals. Die Soldaten der Bundeswehr, befinden sich dabei aktuell sowohl in bewaffneten militärischen Konflikten, also klassischen Kampfeinsätzen, als auch in friedenssichernden, friedenserhaltenden oder friedensschaffenden Einsätzen, so genannten Peacekeeping-Missionen. Neben der Landesverteidigung dienen die Auslandseinsätze nun also auch außen- und sicherheitspolitischen Zielen, wie dem Schutz der Menschenrechte und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Daher ist die Bundeswehr schon seit Januar 2002 in Afghanistan im Einsatz. Dort sind besondere Umstände gegeben, die mit extremen Belastungen der Soldaten einhergehen. Zu nennen ist dabei vor allem die Art der Kriegsführung, die als asymmetrisch zu bezeichnen ist, da die aufeinandertreffenden Parteien, Taliban auf der einen und die NATO auf der anderen Seite, wesentliche Unterschiede hinsichtlich ihrer Waffenausrüstung und Strategie zeigen. Diese Art der Kriegsführung ist durch terroristische Aktionen, wie Selbstmordattentate, Angriffe gegen einheimische Zivilisten und Soldaten, ausländische Truppen und internationale Hilfsorganisationen, gekennzeichnet und führt damit zu einem enormen subjektiven Gefährdungsgefühl, aber auch zu einer tatsächlich vorhandenen Bedrohung von Leib und Leben der Soldaten. Des Weiteren erlangen die Soldaten Eindrücke von Not und Elend innerhalb der Bevölkerung, sehen Zerstörungen und Gewaltanwendung im Einsatzland. Vor diesem Hintergrund sind die Soldaten in den Auslandseinsätzen extremen psychischen Belastungen ausgesetzt. In der Folge dieser extremen Belastungen in den Auslandseinsätzen häufen sich inzwischen die Berichte über traumatisierte Soldaten, die aus dem Irak oder aus Afghanistan zurückkehren. Erste Verfilmungen von Einzelschicksalen werden im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, erregen Aufsehen und lassen eine Diskussion über den Einsatz in Afghanistan aber vor allem über die aus ihm resultierenden psychischen Belastungen für die Soldaten entstehen. Besondere Aufmerksamkeit kam dann dem Film ¿Willkommen zu Hause¿ zu. Er zeigt einen jungen Soldaten, der aus seinem Auslandseinsatz in Afghanistan zurückkehrt, er hatte im Einsatz einen Anschlag der Taliban miterlebt und vermeintlich unbeschadet überlebt. Äußerlich unversehrt kann er sich trotz enormer Bemühungen nicht in den deutschen Alltag einfinden und wirkt auf seine Umgebung befremdlich, als er auf seiner Willkommensfeier gegrilltes Fleisch riecht und sich daraufhin übergeben muss. Fragen zu seinem Einsatz geht er aus dem Weg, immer mehr entfernt er sich von seiner Familie und seiner Freundin. Er erscheint ihnen gefühlskalt und desinteressiert, sodass seine Freundin ihm vorwirft: ¿Du bist wie ein Fremder¿. Warum kann sich der junge Soldat in seiner Heimat nicht wieder einfinden? Was ist das für eine Störung, die offensichtlich aus dem Erleben extremer Ereignisse resultiert? Erst im Jahr 1980 wurde ein neues krankheitswertiges Syndrom in das DSM III-System aufgenommen, das die psychischen Folgen extremer Belastungserlebnisse beschreibt: die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Diese Störung gilt innerhalb der Fachdiskussion als ¿Prototyp¿ krankheitswertiger Extrembelastungs- und Traumafolgen. Daher soll in der vorliegenden Arbeit die Darstellung dieses Störungsbildes erfolgen und nicht etwa die Darstellung der anderen Traumafolgestörungen, wie z. B. die akute Belastungsreaktion oder die körperlichen Beschwerden und Krankheiten , die aus dem psychischen Trauma entstehen können. Die Klassifikation der PTBS in eine übergeordnete Gruppe psychischer Störungen ist kontrovers diskutiert. Im ICD-System wird die PTBS in die Gruppe der Belastungsstörungen eingeordnet, im DSM-System dagegen zur Gruppe der Angststörungen gerechnet. Die PTBS begründet im Vergleich zu anderen psychischen Störungen eine ätiologische Sonderstellung, da sie einen externen Reiz als Kriterium für eine Diagnose nennt (A-Kriterim). Das Forschungsfeld der ¿Psychotraumatologie¿ beschäftigt sich mit eben dieses Folgen lebensbedrohlicher Ereignisse. Die bundeswehreigene Forschung zu diesem Thema wird seit 2009 durch den Fachbereich Psychische Gesundheit am Institut für den medizinischen Arbeits- und Umweltschutz in Berlin wahrgenommen, ein prominentes Forschungsprojekt stellt dabei die ¿Dunkelziffer-Studie¿ dar. Diese soll ¿eine wissenschaftlich fundierte Abschätzung der Größenordnung einsatzbedingter psychischer Erkrankungen ermöglichen und deren Einflussfaktoren aufzeigen¿. Die Forschung in diesem Gebiet wird also inzwischen intensiv betrieben, und das nicht ausschließlich in Deutschland. In anderen Ländern, vor allem in den USA, hat die Forschung zu den psychischen Folgen von militärischen Auslandseinsätzen auf Soldaten bereits ausführliche Ergebnisse vorzuweisen. So zeigten die amerikanischen Forscher um Dr. Karen Seal in einer ¿Studie an 289.328 USamerikanischen Armeeangehörigen, die von 2002 bis 2008 im Irak oder in Afghanistan eingesetzt waren, erschreckende Zahlen: 21,8 % (also 90 000 Menschen!) litten an einer PTBS [¿]¿. Die gegenwärtige Situation in Deutschland hinsichtlich der Anzahl von Betroffenen ist nicht abschließend geklärt, der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe fasst die ersten Erkenntnisse zusammen: ¿Die Anzahl der an PTBS erkrankten Soldatinnen und Sol¬daten hat sich seit Beginn der Auslandseinsätze der Bundeswehr kontinuierlich erhöht. 2009 sind insgesamt 466 Soldatinnen und Soldaten mit der Diagnose PTBS behandelt worden. Damit hat sich die Anzahl der PTBS-Erkrankten gegenüber 2008 mit 245 Fällen nochmals deutlich fast verdoppelt. Fast 90 Prozent der PTBS-Fälle (418) entfallen auf Soldaten des ISAF-Kontingents¿. Für den Anstieg gebe es zwei wesentliche Gründe, so Robbe, zum einen trügen die erhöhte Zahl der Soldaten im Einsatz und zum anderen die Zunahme der Einsatzintensität und die kriegsähnlichen Verhältnisse in Afghanistan zum Anstieg der PTBS-Erkrankten bei. Dazu ergänzen die amerikanischen Forscher: ¿Die steigende Zahl der Diagnosen wird auf mehrere Faktoren zurückgeführt: Gefährliche und verwirrende Wesen des Krieges im Irak und in Afghanistan ohne definierte Fronten, die schwindende öffentliche Unterstützung und damit verbundene sinkende Moral der Soldaten, unberechenbare Bedrohungslagen und zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für PTBS¿. Fraglich ist nun, wie sich diese Situation in Deutschland entwickeln wird, vor allem vor dem Hintergrund der wesentlich höheren PTBS-Raten, die in anderen Ländern gefunden wurden. Erkenntnisinteresse und Erarbeitungsgegenstand dieser Arbeit leiten sich nun von der Frage zur gesellschaftlichen Brisanz und zur wissenschaftlichen Relevanz her: ¿ Wie entsteht aus dem Erleben extremer Ereignisse, im Kontext von Kriegserfahrungen, eine PTBS? Daraus resultierend ergeben sich Fragen: ¿ Welches Störungsbild ergibt die PTBS? ¿ Welche Situationen können in einem Kriegsgebiet traumatisch sein? ¿ Was macht das Ereignis traumatisch? ¿ Welche Therapien stehen zur Behandlung der PTBS zur Verfügung? In der vorliegenden Arbeit mit dem Thema ¿Kriegstraumata von Bundeswehrangehörigen¿ soll der Frage nachgegangen werden was die PTBS ausmacht und wie sie sich im Kontext der Erfahrungen von Bundeswehrangehörigen entwickeln kann und sich dann äußert. Entsprechend der Fragestellung beginnt diese Arbeit mit der Darstellung des Störungsbildes der PTBS im zweiten Kapitel. Dafür sollen in Kapitel 2.1 zunächst die Kernsymptome der Störung beschrieben werden, im anschließenden Kapitel 2.2 werden dann diese Symptome auf ihre Ätiologie überprüft. Für ein umfassendes Verständnis der Krankheit wird im Kapitel 2.3 die Verbreitung der Störung in der Allgemeinbevölkerung und in Risikopopulationen genannt, zudem werden hier die Differentialdiagnosen zur PTBS und die komorbiden Störungen gezeigt. Im Fokus des dritten Kapitels steht dann die Beantwortung der Frage, warum es einigen Menschen gelingt, trotz der schädlichen Einwirkung eines traumatischen Ereignisses keine PTBS zu entwickeln und anderen nicht. Dazu wird zunächst im Kapitel 3.1 die traumatische Situation selbst definiert und kategorisiert. Danach werden Kriegserfahrungen und Kriegshandlungen auf ihr traumatisierendes Potential hin untersucht. Im Anschluss findet die Darstellung der peritraumatischen Reaktionen, der Risikofaktoren und der Schutzfaktoren statt. Im vierten Kapitel werden dann abschließend Interventionsmöglichkeiten nach der Diagnose einer PTBS aufgezeigt. Dabei werden zunächst die Psychotherapie im Rahmen der Bundeswehr und dann anschließend die Sozialarbeiterische Begleitung von traumatisierten Menschen gezeigt. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung4 2.Posttraumatische Belastungsstörung9 2.1Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung9 2.2Ätiologie der Posttraumatischen Belastungsstörung13 2.3Epidemiologie der Posttraumatischen Belastungsstörung24 3.Traumatische Erfahrungen im Kriegsgebiet28 3.1Kriegserfahrungen und Kriegshandlungen als potentiell traumatisierende Ereignisse29 3.2Peritraumatische Reaktion34 3.3Risikofaktoren36 3.4Schutzfaktoren40 4.Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung44 4.1Psychotherapie im Rahmen der Bundeswehr45 4.2Sozialarbeiterische Begleitung von traumatisierten Menschen51 5.Ausblick60 Quellenverzeichnis66 Textprobe:Textprobe: Kapitel 3.2, Peritraumatische Reaktion: Die individuelle Reaktion während der Einwirkungsphase des Traumas wird als peritraumatische Reaktion bezeichnet. Diese hat, so zeigen diverse Studien, eine zentrale Bedeutung für die Pathogenese der PTBS. Bei der peritraumatischen Reaktion kann dann zwischen beobachtbarem Verhalten, emotionalem und kognitivem Erleben und mentalen Prozessen differenziert werden. Zu den beobachtbaren Verhaltensweisen zählen Konversion, Agitiertheit und Stupor, des Weiteren Panik, Desorganisiertheit und schwere Schlafstörungen. Aus diesen chaotischen und ungeordneten Reaktionen folgt die Wahrnehmung des Ereignisses durch die Betroffenen als unkontrollierbar und unvorhersagbar. So ist das kognitive Erleben durch Furcht, Panik, Betäubung und Konfusion geprägt. Bei der Einwirkung eines traumatischen Ereignisses werden bestehende Sicherheitsüberzeugungen erschüttert und bereits prätraumatisch bestehende Bedrohungswahrnehmungen verstärkt. Wie oben erläutert kann die traumatische Erfahrung nicht in bestehende Schemata integriert werden, sodass das traumatische Ereignis eine verwirrende Wirkung des Kontrollverlusts und Nichterfüllung der bestehenden Sicherheitsüberzeugungen auslöst. Während des Ereignisses kann schon die erlebte Bedrohung, sowie der Eindruck kein autonom handelndes Individuum zu sein, traumatisierend sein, unabhängig von der tatsächlichen objektivierbaren Bedrohung. Die Intensität der eigenen emotionalen Reaktion (wie z. B. Angst und wahrgenommene Belastung während des Ereignisses) spielt hier eine wesentliche Rolle. Bedeutsam ist dann des Weiteren, ob während des traumatischen Erlebnisses die Bedrohung der eigenen körperlichen Integrität wahrgenommen wird und inwiefern sich der Betroffene einen (minimalen) Handlungsspielraum schaffen kann. Das emotionale Erleben umfasst dann insgesamt Reaktionen wie z. B. ¿das Erleben von Todesangst [¿], das Sich-Aufgeben, negative Interpretationen des Traumas, der ersten Symptome und der Reaktion anderer Menschen, der Verlust des Autonomiegefühls [¿] und Dissoziation¿. Wobei sich das ¿Sich-Aufgeben¿ auf den wahrgenommenen Verlust des persönlichen Handlungsspielraums bezieht: ¿Personen, die sich während des Traumas aufgeben, werden [¿] das Trauma als Beleg einer negativen Sicht auf ihre Person interpretieren, z. B. dass sie Belastungen nicht aushalten [und, S.S.] wertlos sind¿. Die Dissoziation zählt sowohl zu den beobachtbaren Verhaltensweisen und emotionalen Reaktionen als auch zu einer Form von mentalen Prozessen. Dissoziative Symptome (wie Depersonalisation, Derealisation, Amnesie und Ichfremdheit) während des Traumas und der Versuch, die Erinnerung an das traumatische Ereignis zu verdrängen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Entfaltung der PTBS. Diese dissoziativen Phänomene sind durch die Unfähigkeit der psychischen Integration des Erlebens und Handelns geprägt: ¿Zumeist handelt es sich um eine kurzzeitige Unterbrechung der eigenen Bewusstheit, des Gedächtnisses, des Identitätserlebens oder der Wahrnehmung¿. Die peritraumatische Dissoziation ermöglicht dem Betroffenen eine Art ¿Zuschauerperspektive¿ auf das traumatische Ereignis einzunehmen, sodass er vor der ¿vollen Wucht des Ereignisses geschützt [ist, S.S.]¿. Dementsprechend ist die Funktion der Dissoziation die Abwehr von Schmerz, Demütigung und Verzweiflung. Das peritraumatische Erleben beinhaltet also desorganisierte und chaotische Verhaltensweisen, die zu der Wahrnehmung des Ereignisses als unkontrollierbar und unvorhersagbar führen. Die traumatischen Verhaltensweisen zeigen dann ein Spektrum von Übererregtheit bis zur Erstarrung des Betroffenen. Ebenso weitreichend sind die emotionalen Reaktionen von Furcht, Panik und Betäubung bis zur Dissoziation. Oben wurde festgestellt, dass ein traumatisches Ereignis erst dann sein Potential entfalten kann, wenn es die psychischen und biologischen Bewältigungsmechanismen des Betroffenen überfordert. Die persönliche Interpretation durch das Opfer macht das Trauma zu einer Erfahrung, die es überwältigt und daher nicht integrierbar ist. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse sollen nun in den folgenden Kapiteln 3.3 und 3.4 die Risiko und Schutzfaktoren vor einer Entwicklung einer PTBS dargestellt werden. 3.3, Risikofaktoren: Wenn Individuen in eine Extremsituation gelangen, so bringen sie bereits überdauernde Dispositionen mit. Dazu zählen sowohl Risiko- als auch Schutzfaktoren. Während der einzelnen Phasen innerhalb des Verlaufs einer Traumatisierung können sich diese Faktoren auf den Prozess auswirken, indem sie ihn entweder in positiver oder negativer Weise beeinflussen. Bei der Darstellung der Faktoren ist zu beachten: dass ¿prämorbide Persönlichkeitsfaktoren wie bestimmte Persönlichkeitszüge, (z. B. zwanghafte oder asthenische) oder neurotische Erkrankungen in der Vorgeschichte die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms [PTBS, S.S.] senken und seinen Verlauf verstärken [können, S.S.], aber die letztgenannten Faktoren weder nötig noch ausreichend [sind, S.S.], um das Auftreten der Störung zu erklären¿ (ICD-10). In diesem Kapitel soll zwischen prätraumatischen, peritraumatischen und posttraumatischen Risiko- und Schutzfaktoren unterschieden werden. ¿Diese Einteilung hat sich bewährt und ordnet die Vielzahl von Einzelbefunden, verschleiert aber auch komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen¿. Auf die Wechselwirkungen und Zusammenhänge wird im Folgenden nicht weiter eingegangen, es soll hier nur ein Beispiel zur Verdeutlichung angebracht werden: Der ¿Mutterverlust im Kindheitsalter¿ gilt als Risikofaktor, da er den Schutzfaktor ¿verlässliche Unterstützung durch Bezugsperson¿ hemmt. Wird allerdings nach dem frühen Mutterverlust ein ¿gutes Ersatzmilieu¿ geschaffen, so kann der Verlust als Schutzfaktor im Sinne von ¿Entwicklung erfolgreicher Bewältigungsstrategien nach Verlust nahe stehender Bezugspersonen¿ beschrieben werden. Welche Risiko- und Schutzfaktoren ausgemacht werden können und welche Bedeutung ihnen zukommt, soll nun dargstellt werden. In diesem Kapitel sollen zunächst die Risikofaktoren für die Entstehung der PTBS und darauf aufbauend sollen die speziellen Belastungsfaktoren der Soldaten im Auslandseinsatz gezeigt werden.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Bedey Media GmbH
  • Seitenzahl: 72
  • Erscheinungstermin: 24.01.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783842809734
  • Artikelnr.: 39731965