16,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Gebundenes Buch

Es hätte das eigentliche Debüt des Lyrikers Rolf Dieter Brinkmann werden sollen: der Gedichtband "Vorstellung meiner Hände", 1963 geschrieben, doch seinerzeit vom Verlag abgelehnt. Interesse hatte man an der Prosa des Autors, nicht an Gedichten, die sich von allem unterschieden, was damals als Lyrik galt. "Die Erde ist ein Sarg", "Rondo für Maleen", "Die hohen Feste des Luis Buñuel", "Die Bombe in meinem Kopf", aber auch "Ihre schönen Knie", schon die Titel verraten: Die Verse des 23-Jährigen enthalten bereits den unverkennbaren Brinkmann-Sound, vielleicht etwas roher, beredter, persönlicher,…mehr

Produktbeschreibung
Es hätte das eigentliche Debüt des Lyrikers Rolf Dieter Brinkmann werden sollen: der Gedichtband "Vorstellung meiner Hände", 1963 geschrieben, doch seinerzeit vom Verlag abgelehnt. Interesse hatte man an der Prosa des Autors, nicht an Gedichten, die sich von allem unterschieden, was damals als Lyrik galt. "Die Erde ist ein Sarg", "Rondo für Maleen", "Die hohen Feste des Luis Buñuel", "Die Bombe in meinem Kopf", aber auch "Ihre schönen Knie", schon die Titel verraten: Die Verse des 23-Jährigen enthalten bereits den unverkennbaren Brinkmann-Sound, vielleicht etwas roher, beredter, persönlicher, expressiver als später publizierte Texte des Autors.
Was Georg Klein vor drei Jahren in der "Süddeutschen Zeitung" über Rolf Dieter Brinkmann schrieb, trifft auch für die neu aufgefundenen Gedichte zu: "Fast kindlich tastende Beschreibungspassagen wechseln mit Stücken, in denen die ganze Radikalität seiner Wahrnehmungsreflexion und das merkwürdig verstockte, fast lauernde Potenzial seiner poetischen Möglichkeiten aufleuchten."
  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • Artikelnr. des Verlages: 18413
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 96
  • Erscheinungstermin: 17. September 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 134mm x 15mm
  • Gewicht: 196g
  • ISBN-13: 9783498006679
  • ISBN-10: 3498006673
  • Artikelnr.: 29822921
Autorenporträt
Brinkmann, Rolf Dieter
Geboren am 16.04.1940 in Vechta, begann 1959 eine Buchhandelslehre in Essen. Seit 1962 in Köln; Pädagogikstudium., dann freier Schriftsteller. Aufenthalte in Rom (Villa Massimo), London, Gastdozent in Austin/Texas Brinkmann flüchtete sich in die Rolle des provozierenden Rebellen, für den das Leben «etwas unvorstellbar Gemeines, Viehisches» war: einerseits Auflehnung gegen die biologischen Gegebenheiten des Daseins und Abscheu vor dem Leben, andererseits Faszination und Zustimmung. Sein Credo: «Ich bin für den einzelnen.» Brinkmann machte die amerikanische Pop-Lyrik in Deutschland bekannt und wurde selbst der führende Pop- und Underground-Lyriker Deutschlands in den 60er Jahren. Lyrik war für ihn Spiegelbild und direkter Reflex des Faktischen. Auf die kurzzeiligen Gedichte der Pop-Zeit folgten vielstrophige Gedichte, in denen sein starker vitaler Antrieb zu unaufhörlich sich bewegenden Bildern und elementarisch behandelten alten Themen führt. "Westwärts 1 & 2" wurde als der wichtigste und virtuoseste Gedichtband der 70-er Jahre bezeichnet. "Rom, Blicke" ist die Ausbeute seines Rom-Aufenthaltes 1972, mit wilder Unerbittlichkeit auf Verfallenes, Obszönes fixiert, ein Konvolut aus Briefen, Notizen, Zeutungsausschnitten, Fotos, als Arbeitsbuch für künftige Projekte. Brinkmann wurde 1975 mit dem Petrarca-Preis ausgezeichnet. Er starb am 23. 4.1975 in London.

Töteberg, Michael
Michael Töteberg, geboren 1951 in Hamburg, war langjähriger Leiter der Medienagentur im Rowohlt Verlag.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Allenfalls als Fingerübungen des später rigoros sich Verweigernden möchte Rezensent Michael Lentz die frühesten Gedichte Rolf Dieter Brinkmanns lesen. Weitgehend der vernichtenden ersten Beurteilung der Gedichte durch Dieter Wellershoff 1963 folgend, bemerkt Lentz, dass dem Autor hier oft noch der Gegenstand seines Absetzungsfurors fehlt, während mitunter ein Ton der Frühvergreisung zu hören ist und mit gutbürgerlicher Bildung gewuchert wird, gegen die doch rebelliert werden will. Einzig die rondoartige Litaneitechnik Brinkmanns erscheint Lentz in diesen Texten bereits meisterlich umgesetzt und nach wie vor berauschend.

© Perlentaucher Medien GmbH