Klub Karamell. Buch + CD - Sonnenberg, Nina; Fiva

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Bekannt ist Fiva alias Nina Sonnenberg vor allem für ihre Texte, die einzigartig im deutschen HipHop sind: Texte mit Herz und Verstand, offen, kritisch, intelligent und lyrisch. Nicht ohne Grund begeistert sie damit auch dem Rap weniger zugeneigte Hörer. Fiva ist eine genaue Beobachterin und ironische Kommentatorin des Jetzt, sie findet treffende Zustandsbeschreibungen für die Gesellschaft in der wir leben. In ihren Texten geht es aber auch um persönliche Dinge wie Liebe und Einsamkeit, Selbstbewusstsein oder zu große Egos.
Fiva hat dem deutschen Rap ganz neue, eigene Inhalte und Facetten
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Produktbeschreibung
Bekannt ist Fiva alias Nina Sonnenberg vor allem für ihre Texte, die einzigartig im deutschen HipHop sind: Texte mit Herz und Verstand, offen, kritisch, intelligent und lyrisch. Nicht ohne Grund begeistert sie damit auch dem Rap weniger zugeneigte Hörer. Fiva ist eine genaue Beobachterin und ironische Kommentatorin des Jetzt, sie findet treffende Zustandsbeschreibungen für die Gesellschaft in der wir leben. In ihren Texten geht es aber auch um persönliche Dinge wie Liebe und Einsamkeit, Selbstbewusstsein oder zu große Egos.

Fiva hat dem deutschen Rap ganz neue, eigene Inhalte und Facetten gegeben - nun erscheint ihr erstes Buch mit 'Sprechtexten'. 'Klub Karamell' liegt eine CD mit von ihr selbst vorgetragenen Texten bei.
  • Produktdetails
  • Singles Bd.11
  • Verlag: Voland & Quist
  • Seitenzahl: 62
  • Erscheinungstermin: September 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 139mm x 12mm
  • Gewicht: 134g
  • ISBN-13: 9783938424223
  • ISBN-10: 3938424222
  • Artikelnr.: 22894451
Autorenporträt
Nina Sonnenberg alias Fiva, Jahrgang 1978, ist Rapperin, Spoken-Word-Poetin, Radio-Moderatorin und Labelbetreiberin. Sie studierte Soziologie und leitete Literaturworkshops, veröffentlichte mehrere HipHop-Alben und war 2005 mit 'Fettes Brot' auf Tour. 2002 belegte sie den 3. Platz bei den Poetry Slam Meisterschaften, 2005 gewann sie mit ihrem Team 'Tha Boyz with tha Girlz in tha Back' (mit Nora Gomringer und Mia Pitroff) den Teamwettbewerb. Ihr erstes Buch mit 'Sprechtexten' erschien 2007 bei Voland & Quist.
Rezensionen
Besprechung von 09.10.2007
„Es war keine Wohnung frei. Deshalb haben wir uns selber ein Haus gebaut”
Der Bayerische Rundfunk entdeckt die Jugend: Nina Sonnenberg und Laury Reichard moderieren ab sofort beim Bavarian Open Radio.
jetzt.muenchen: Es ist alles etwas kompliziert mit dem Jungen beim BR. Deshalb müssen wir mit den einfachen Dingen beginnen. Ihr seid Moderatoren bei der jungen Welle?
Laury: Nina ist Guide und ich bin Moderator.
Nina: Und zwar bei „Bavarian Open Radio”, das ist der Teil der jungen Welle, den man anhören kann – auf Mittelwelle, als Download oder im Stream im Internet sowie im Digitalradio.
Laury: Dort heißt es „Das Modul” und das gibt es schon sehr lange. In der neuen Form haben wir jetzt fast ein Jahr dran gefeilt und dort gibt es ab sofort 21 Stunden unmoderiert Musik und drei Stunden am Tag ein Magazin.
jetzt.muenchen: Und was macht dabei ein Guide?
Nina: Ich tauche überall auf. Aber es stimmt, ich hab mich das am Anfang auch gefragt. Es ist jedoch eine ganz tolle Rolle: Ich höre mir die Sendungen und die Musik an und habe dann die Möglichkeit, dazu weitere Informationen zu sammeln und daraus einen Podcast zu machen.
jetzt.muenchen: Also einen eigenen Beitrag, den man sich im Netz herunter laden kann?
Nina: Genau. Den ersten wird es in zwei Wochen geben. Das ganze heißt „Fivas Reime auf die Welt” und stellt ganz alltägliche Situationen vor. Ich gehe also irgendwohin und stelle dort die Leute vor. Und zusätzlich blogge ich auch.
Laury: Nina ist also eine Art Programmdirektor.
Nina: Genau, so muss man das sagen. Ich kann Inhalte auswählen und dazu noch mehr machen. Das wird bestimmt sehr spannend. Später wird es noch mehr Guides geben, aber ich bin zunächst mal die erste.
50 Cent bis Ultura Sepp
jetzt.muenchen: Und wie viele Moderatoren gibt es?
Laury: Ich bin einer von vier Moderatoren. Wir wechseln uns im Wochenrhythmus ab. Aber wir sind nicht im linearen Sinne Moderatoren, wie wir das zum Beispiel vom Zündfunk gewöhnt waren.
Nina: Es geht darum, das ganze auf unterschiedlichen Wegen darzustellen. Wir repräsentieren – wahrscheinlich haben sie deshalb auch eine Rapperin gefragt.
jetzt.muenchen: Auch im Fernsehen?
Laury: Sicher irgendwann auch. Da startet in dieser Woche auch ein junges Format. Das heißt „Südwild” und gehört auch in das Netzwerk der jungen Themen beim BR.
jetzt.muenchen: Aber euer Programm heißt nicht Südwild, oder?
Nina: Wir machen Bavarian Open Radio als Teil des BR–Jugendangebots.
jetzt.muenchen: Wie gesagt, das ist schwer zu durchschauen. Es gibt ja auch noch den Zündfunk.
Laury: Der Zündfunk bleibt so wie man ihn seit über 30 Jahren kennt. Zum Glück. Wir kommen aus der Tradition des Zündfunks, sind aber als Bavarian Open Radio was ganz Eigenes.
Nina: Dennoch werde ich weiter im Zündfunk moderieren.
Laury: Wir werden natürlich auch auf die Kompetenzen des Zündfunk zurück- greifen. Es wäre doch dumm, das Wissen, das es dort gibt, nicht zu nutzen.
Nina: Es ist aber schon eigenständig. Da laufen nicht drei Tage später die Beiträge aus dem Zündfunk bei Bavarian Open Radio.
jetzt.muenchen: Was ist der Unterschied zum Zündfunk?
Laury: Naja, ich werde zunächst mal statt anderthalb Stunden am Tag, drei Stunden täglich moderieren und das fünf Tage die Woche.
jetzt.muenchen: Wirst du dich jünger geben?
Laury: Was heißt jung? Wir spielen viele Newcomer, aber wir sind keine Lila-Launebären. Es ging bei der Auswahl darum, dass die Moderatoren auch Journalisten sind. Wir wollen die Leute ernst nehmen und auch so mit ihnen reden. Es gibt da keine Jugendsprache oder so.
Nina: Es ist ein junges Radio, weil es junge Leute machen – und nicht alte Leute, die so tun als wären sie jung.
jetzt.muenchen: Wer arbeitet denn außer euch da?
Nina: Im Rap gibt es diesen Begriff von „real” – damit könnten wir jetzt lange spielen. Aber die Leute, die da arbeiten, die machen auch alle selber was, die sind interessiert. Die sind real.
Laury: Bei unseren Redaktionssitzungen sind so 15 bis 25 Leuten da - viele, die aus der Szene kommen, die aber vorher schon journalistisch tätig waren.
Nina: Und manchmal laden wir uns auch Gäste ein.
Laury: Erst gestern hatten wir eine Abhörsitzung mit einem MC aus dem Bayerischen Wald, der uns ein paar Sachen vorgespielt hat.
jetzt.muenchen: Abhörsitzung?
Laury: Wir treffen uns einmal in der Woche und spielen uns die Sachen vor, die wir in Plattenläden, Blogs oder Clubs entdeckt haben. Und dann wird in einem basisdemokratischen Prozess darüber befunden.
jetzt.muenchen: Und was für Musik hört ihr da? Nur Indie und Rap - oder spielt ihr auch eine junge Voksmusik-Kapelle?
Laury: Also wenn diese Volksmusik-Kapelle originell ist und uns in irgendeiner Art und Weise flasht, sehe ich keinen Grund, warum wir die nicht spielen sollen. Wir haben da keine musikalischen Schranken. Bei uns laufen 50 Cent neben der neuen Single der Shout Out Louds und dem Ultura Sepp, einem ganz großartigen Mundart-Hiphopper.
Wild im Süden
jetzt.muenchen: Klingt nach einer interessanten Mischung.
Nina: Das meinte ich vorhin mit „real”. Da hat sich keine Marketing-Agentur hingesetzt und überlegt, wie viele Hörer gibt es in diesem Alter und was hören die für Musik.
Laury: Das haben wir selber gemacht. Und wir haben uns das Ziel gesetzt, dass auf jeden Fall 20 Prozent der Neuheiten von bayerischen Bands kommen sollen. Und die Neuheiten machen bei uns ja über die Hälfte der Musik aus. Das ist aber jetzt nicht im Quotenheini-Sinne zu verstehen. Es ist mehr ein Richtwert, denn wir wollen als Bayerischer Rundfunk genau das tun: Musik aus Bayern fördern.
jetzt.muenchen: 20 Prozent – das ist schon ehrgeizig. Gibt es da so viel?
Laury: Es gibt viel mehr als man glaubt. Das ist einer der Grundgedanken des Konzepts: Wenn die Leute eine Band haben, sollen sie uns ihre Sachen schicken. Einfach her damit. Wir fordern die Hörer auf der Homepage auch extra dazu auf.
jetzt.muenchen: Wie heißt die Homepage?
Laury: br-online.de/bavarianopen – von dort wird man dann weitergeleitet auf alle Bereiche von Bavarian Open.
jetzt.muenchen: Das macht es auch nicht gerade einfacher. Warum gibt es nicht einfach einen Namen, eine Plattform, unter der man alles findet?
Laury: Ich glaube, das scheint viel mehr zersplittert als es in Wahrheit ist.
Nina: Es gibt Bavarian Open Radio, das in dieser Woche mit einem 24 Stunden Programm startet. Drei Stunden davon sind moderiert. Und dazu gibt es auf der Homepage einen Blog und Podcasts. Ist doch gar nicht kompliziert.
Laury: Und das ganze wächst immer weiter. Das merkt man allein räumlich. Im Laufe des nächsten Jahres werden wir in ein größeres Studio umziehen, wo es auch eine Bühne gibt. Dort können Bands live spielen, die dann auch gefilmt werden können. Das wiederum kann man dann online anschauen oder vielleicht auch im Fernsehen.
jetzt.muenchen: Nochmal zu den Frequenzen: Man kann euch über Digital-Radio hören. Ganz im Ernst: Kennt ihr jemanden, der eines besitzt?
Nina: Ich kenn sogar einen. Aber ich glaube die Generation nach mir kommt damit selbstverständlich klar.
jetzt.muenchen: Und die Generation über dir kennt dann noch Mittelwelle.
Laury: Das ist nicht so kompliziert. Du musst nur den Schalter von UKW auf MW umlegen und dann ist es sogar im Auto-Radio zu hören. Nur bei der Stereo-Anlage muss man diese komische schachtelförmige Antenne anschließen, die da hinten dran ist und von der man nicht weiß, wofür sie gut ist.
Nina: Wow, Laury du bist ja ganz weit vorne dran.
jetzt.muenchen: Ganz vorn oder ganz hinten?
Laury: Natürlich wäre UKW super gewesen. Haben wir jetzt nicht, ist aber auf lange Sicht nicht das Riesendrama, denn die meisten Leute, die ich kenne, hören Musik eh über den Rechner. Und da muss ich einfach kurz Tocotronic zitieren: Digital ist in dem Fall wirklich ein bisschen besser. Durch das Digitale waren wir gezwungen, neu zu denken. Und das wird man dem Programm auch anmerken, dass wir die Chancen, die darin stecken auch nutzen werden.
jetzt.muenchen: Warum hat es auf UKW nicht funktioniert?
Laury: Es gibt keine Frequenzen. Also nicht technisch ausgedrückt: Es war keine Wohnung frei.
Nina: Deshalb haben wir uns selber ein Haus gebaut.
jetzt.muenchen: Es gibt aber Hoffnung, dass ihr irgendwann in das Haus einziehen könnt?
Laury: Die würde ich auf jeden Fall nicht aufgeben.
Nina: Es ist aber nicht so, dass wir das jetzt als Zwischenlösung ansehen.
Laury: Auf keinen Fall.
Nina: Da wächst gerade etwas, was ich ungeheuer spannend finde. Da brodelt es gerade. Das ist schon ein Stück Underground im Bayerischen Rundfunk - und die wollen sogar, das wir so sind.
München-Fragen
Zum Abschluss des Gesprächs haben wir Nina und Laury gebeten, spontan ihre Lieblingsorte in der Stadt zu nennen.
Bester Plattenladen in München?
Nina: Resonanz (Auenstraße)
Laury: Resonanz. Aber wenn ich was anderes sagen soll: Optimal (Kolloseumstr.)
Nina: Aber Resonanz ist der beste Plattenladen, er hat nach dem besten gefragt.
Bester Romantik-Spot?
Laury: Für mich ja nach wie vor das Isar-Ufer
Nina: Stimmt, das Isar-Ufer.
Bester Song über die Stadt?
Laury: Merricks „Schwabing Girls”
Nina: Das Lied vom Münchner im Himmel.
Bester Ort, um einen Kaffee zu trinken?
Laury: Ich kombiniere Kaffee ganz gerne mit Bier, weil ich meist erst sehr spät Kaffee trinke und dann direkt ein Bier anschließe – und das ist die Feuchtwanger-Bar in der Westendstraße.
Nina: Ich finde das „Müller + Söhne” (Kazmaierstraße) sehr schön.
Bester Club?
Nina: Ich geh selten in Clubs. Aber vielleicht das Café King (Müllerstraße), gilt das als Club?
Laury: Für meinen momentanen Geschmack die Rote Sonne (Maximiliansplatz).
Bester Stadtteil?
Nina: Westend.
Laury (formt mit seinen Finger erst ein W, dann ein F und ein L): Wie geht das? Westend for Life? Ganz klar: Westend. Wir wohnen beide im Westend.
Nina: Wir sind riesige Westend-Fans. Und es sagen alle immer: Das Westend kommt. Aber es ist schon lange da. Deshalb müssen die ganzen hippen Leute gar nicht erst kommen.
Interview: Dirk von Gehlen
Die Qual mit der Jugend
Die Geschichte der Jugend beim Bayerischen Rundfunk ist eine Geschichte voller Missverständnisse: „Wir wollen alle eine Junge Welle”, erklärte BR-Hörfunkdirektor Johannes Grotzky vor genau einem Jahr im Gespräch mit jetzt.muenchen. In dieser Woche folgen der Ankündigung Taten: Bavarian Open Radio geht auf Sendung – im Internet, auf Mittelwelle und im Digitalradio. Die Frankfurter Rundschau nennt dies eine „Notlösung”, weil sich die Verantwortlichen nicht auf ein junges Voll-Programm auf UKW einigen konnten. Als einziger Sender der ARD verzichtet der Bayerische Rundfunk auf ein solches Angebot. Hörfunk-Direktor Grotzky sagte vor einem Jahr: „Unser Problem ist, dass wir die 19- bis 29-Jährigen nicht mehr ans Radio bekommen.” Seit dieser Woche versucht es der Sender mit einem „multimedialen Jugendangebot”, das allerdings nur drei Stunden am Tag moderiert ist.
Sag uns deine Meinung über Bavarian Open Radio und über Südwild (das junge Fernsehformat des BR) – online auf jetzt.de/muenchen. Die besten Kommentaren drucken wir nächste Woche an dieser Stelle.
Moderator und Guide bei der Jungen Welle: Nina Sonnenberg und Laury Reichard. Laury Reichard: Der gestrige Montag war aus zwei Gründen ein besonderer Tag für Laury, in dessen Pass Laurenzius als Vorname steht („die Kirche bei uns im Ort heißt so”): Er wurde 28 Jahre alt und ging als erster Moderator des Bavarian Open Radio auf Sendung. Zuvor arbeitete er beim Zündfunk und davor bei M94.5, wo er erfolgreich – wie er es formuliert – sein Studium verplempert hat (Musikwissenschaften). In dieser Woche ist er jeweils von 16 bis 19 Uhr auf Bavarian Open Radio zu hören. In der Münchner Band Mexican Elivs spielt er außerdem Gitarre. Nina Sonnenberg: Gerade ist „Klub Karamell” erschienen (Voland&Quist, 12,80 Euro), das erste Buch von Nina, die seit fast neun Jahren als Rapperin Fiva MC (Spiegelschrift, Kopfhörer) bekannt ist. Die 28-Jährige war mit Fettes Brot und MC Rene auf Tour, hat vor kurzem ein eigenes Label „Kopfhörer-Recording” gegründet und tritt immer wieder bei Poetry-Slams auf. Außerdem moderiert sie im Zündfunk. Bei Bavarian Open Radio wird sie als Guide arbeiten. Foto: David Freudenthal
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