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Lyrik, die glücklich macht In seinem umfangreichsten Gedichtband >Im Glück und anderswo Gernhardt spielt dabei virtuos auf der gesamten Klaviatur der Dichtkunst.…mehr

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Produktbeschreibung
Lyrik, die glücklich macht In seinem umfangreichsten Gedichtband >Im Glück und anderswo< entfaltet Robert Gernhardt das Leben in all seinen Facetten: das Glück von Liebe und Freundschaft, die Freude an der Natur, das Leid von Mensch und Tier. Ob Sonett oder Blues, Ballade oder Parodie - Robert Gernhardt spielt dabei virtuos auf der gesamten Klaviatur der Dichtkunst.

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Autorenporträt
Robert Gernhardt (1937-2006) lebte als Dichter und Schriftsteller, Maler und Zeichner in Frankfurt am Main und in der Toskana. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Heinrich-Heine-Preis und den Wilhelm-Busch-Preis. Sein umfangreiches Werk erscheint bei S. Fischer, zuletzt »Toscana mia« (2011), »Hinter der Kurve« (2012) und »Der kleine Gernhardt« (2017).
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.10.2014

NEUE TASCHENBÜCHER
Klein, hart
und angepuhlt
Man muss ihn nicht neu erfinden, nicht über Gebühr loben – das ist alles mehrmals geschehen. Insbesondere, was die lustigen Reime betrifft. Robert Gernhardt ist legitimer Nachfolger von Christian Morgenstern, wenn er auch meist nicht mit dessen leichtfüßig stolpernder Eleganz, sondern eher mit Chaplinesker Plumpheit kokettiert. Wenn es jedoch etwas zu entdecken gäbe, dann weniger in seiner Lyrik als den sudelbuchartigen Prosafetzen und adretten Fragmenten, den Reisenotizen zumal. Zum Beispiel, was die indonesische Erdnuss betrifft. „Die indonesische Erdnuss“, schreibt Gernhardt, „ist eine Katastrophe. Klein, hart und angepuhlt schädigt sie die Zähne und den Ruf des Landes.“ Allerdings folgt dann der Gernhardt-typische Nachsatz: „Haben die noch nie etwas von richtigen Erdnüssen gehört?“ Damit ist es dahin, das Understatement. Aber die meisten Leser lieben genau dies, diese unangemeldete kleine Frechheit am Ende, das leise Nachtreten mit der Unschuldsmiene des Clowns. Und das war nun einmal seine Rolle. Außerdem kam Gernhardt nicht aus Kensington, sondern aus Reval, Posen, Göttingen, Berlin, Arezzo und Frankfurt.  HELMUT MAURÓ
Robert Gernhardt: Im Glück und anderswo. Gedichte. 285 Seiten, 9,99 Euro. Und: Hinter der Kurve. Reisen 1987–2005. 302 S., 10,99 Euro. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2014.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.10.2002

Dschungelbuch mit sieben Siegeln
Vom Dichten im Wörtersee: Robert Gernhardts barocke Lamentationen / Von Heinrich Detering

Vor fünf Jahren, als die Zeitschrift "Merkur" der gegenwärtigen deutschen Lyrik eine Jubiläumsausgabe widmete, ließ sich ein sonderbares Schauspiel beobachten. Zwischen Mayröcker und Enzensberger, Rühmkorf und Kling stand da der Komiker Robert Gernhardt - nicht mehr demonstrativ, sondern in aller Selbstverständlichkeit, mit der er jetzt in diese Reihe gehörte. Wer sich aber, animiert durch die essayistischen Reflexionen über den erlösenden Spaßmacher in der ernsten Dichterwelt, dessen eigenen lyrischen Beiträgen zuwandte, fand sich überrascht. Zwar hatte Gernhardt schon früher die Komik mit "Trauer"-Gedichten kontrastiert. Nun aber zog er sich erstmals ausschließlich zurück auf "Vier Lamentationen": Gedichte über das Siechtum seines Hundes, das Sterben seiner Katze, das Zypressensterben in der Toskana und, als Abschluß des traurigen Ringes, das Sterben des gleichfalls hundehaltenden Nachbarn. Nein, lustig ging es da nicht zu, höchstens lakonisch.

Nur beiläufig ließ der prosaische Duktus die Erinnerung an die Versformen anklingen, deren souveräne Beherrschung Gernhardt so oft demonstriert hatte. Auch von den alten Wortspielen war in diesen sachlichen Terzinen und reimlosen Daktylen nur ein karger Rest geblieben; im Bild von der "Schwindsucht" der Bäume im "Land der Sehnsucht" etwa oder im Kontrast von Goethe-Ton und "Schwächung der Immunsysteme". Was den verblüfften Leser aus jedem Vers nackt und kalt ansah, war die Vergänglichkeit; "gefühllos / glotzt der Verfall. So sieht er aus allem / Vollkommnen dich an: Warte nur balde, / und ich beherrsche das Feld vollkommen." Verfall, das war das Thema dieser nur mit einem dünnen Schleier lakonischer Ironie umhüllten Klagelieder.

Und nun schreibt derselbe Gernhardt sein Buch vom Glück. In Wahrheit aber geschieht hier dasselbe wie damals im "Merkur", nur ist der Schleier jetzt dichter gewoben. "Wie übers Glück reden?" lautet der erste Vers; die Antwort geht unter im Übermaß der Variationen von "glücklich" und "Unglück" über "Glücken" bis "Mißglücken" und "Nichtglücken". Dreißigmal in siebenundzwanzig Versen klingelt die eine Silbe, maß- und witzlos. Vielleicht kann man so übers Glück reden. Aber man sollte es nicht tun - wenn man nicht den Abstand sichtbar machen will zwischen einer glücklichen Gegenwart und ihrer unablässig sehnsüchtigen Beschwörung. Eines der nächsten Glücks-Gedichte preist die Schönheiten der Stadt Krems, die in der Wachau liegt und als Glücksort gepriesen wird in einem "von jenen gesegneten Landstrichen". Gesegnet, das ist diesmal das Kernwort, an das sich das weitere Gedicht wie von selbst anlagert: Gesegnet mit Fluß und Hügeln ist Krems, "gesegnet mit Orten, die Orte gesegnet / mit Toren und Türmen, gesegnet mit Plätzen" auch, und noch weitere achtmal ist es derart "gesegnet". Das aber ist zuviel des Segens, so viel jedenfalls, daß die Pointe, die all dies am Ende mit unserer Alltagswelt der "Verdammten" kontrastiert, nicht mehr unerwartet kommt. Überdies avanciert sie nun ihrerseits zum Leitmotiv. Hundert Seiten später kommt dem Reisenden beim Blick aus dem Zugfenster der Gedanke: "Hier ackern oder säen nur Verdammte." Und abermals hundert Seiten vergehen bis zu der aus einem vergeblichen Kneipenflirt abgeleiteten Lehre, daß "auch Verdammte verdammen". Umgekehrt klingt auch das komplementäre Motiv viermal an, das Bild vom Sonnen-Untergang in "letztem Gold" und "Schönheit grenzenlos".

Dies ist ein Prinzip des deshalb so umfangreichen Buches: die gefährlich nahe Larmoyanz zu übertönen durch Redundanz. Barock ist das, in einem düster buchstäblichen Sinne. Anstelle jenes "Konzentrats an Geist, Gefühl und Sprache", das Gernhardt in "Gedanken zum Gedicht" von der Lyrik verlangt hat, entsteht nun eine schwarze Litanei, die nichts als die eine Grundeinsicht variiert. Vanitas hieß sie bei Gryphius; "Verfall" heißt sie in Gernhardts Lamentationen. Unbarmherzig beharrt er auf dem Verfallsdatum des Glücks, dem allein die Dichtung standhalten soll.

Die Gefahren des Verfahrens liegen auf der Hand, und Gernhardt entgeht ihnen keineswegs. Den Rennfahrer Michael Schumacher beobachtet er beim Rennen in Luxemburg. Siebzehn Strophen lang entfaltet sich das vertraute Fernsehbild zum paulinischen Gleichnis vom Leben als einer Rennbahn; und als sei das nicht schon mehr als genug, folgt noch ein zweites Gedicht, diesmal über Schumacher beim Rennen in Kanada, fünfzehn Strophen lang, die wortreich auf dem schon Gewußten insistieren.

Was hier dekonstruiert und denunziert wird, ist nicht nur die Pointenseligkeit, sondern auch die Formsicherheit der früheren Verse. Zu den wiederholten Gründen des Gernhardt-Lobes gehört ja nicht erst seit jener "Merkur"-Ausgabe die spielfreudige Wiederentdeckung der poetischen Traditionen. Das längst kanonische Anti-Sonette-Sonett ("Sonette find ich sowas von beschissen") parodierte ja nicht die alte Form, sondern ihre nörgelnden Verächter. Das im Psychoslang kreisende Gelaber, die gereizte Frage nach dem Sinn der schönen Strenge wurden durch ebendiese strenge Schönheit aufgehoben; noch das dumpfe Ressentiment endete glanzvoll in fließenden Jamben - "ich tick nicht, was das Arschloch motiviert". Nicht anders die Bände von "Körper in Cafés" bis "Klappaltar". In fremden Zungen redend, fand Gernhardt den eigenen Ton; zwischen, mit seinen Worten, "Nonsens" und "Megasense" entdeckte er weitläufige lyrische Landstriche. Der in seiner klassischen Simplizität schon für sich genommen unvergeßliche Schlußvers "Rom hat viel alte Bausubstanz" ermöglichte ihm ein Rom-Sonett von formvollendeter Eleganz. Oden und Elegien, Couplets und Balladen: Dank Komik und Kalauern wurden sie wieder leicht und lebendig.

Im neuen Band wird gerade diese Formbeherrschung zweideutig. Mehr denn je geht zwar alles leicht und schnell; noch immer kann Gernhardt Enjambements wie Rilke, Assonanzen wie Grünbein, kann er rühmen wie Handke und spotten wie Heine. Und noch immer sind ein paar Verse schön pointensicher, zum Beispiel die Eröffnung eines Naturgedichts mit der Feststellung: "Das ist der Nebel, aus dem Zombies steigen" oder die in alter Frische funkelnden Frankfurter-Schule-Witze ("Beim ersten Glas sprach Husserl: ,Nach diesem Glas ist Schlusserl'", so geht es bis Adorno weiter). Weil aber der Dichter seiner eigenen Heiterkeit nicht mehr traut, läßt er gerade die schönsten Wendungen abkippen in etwas, das von stiller Verzweiflung nicht weit entfernt ist. "Als ich / Baghira war, da war das Leben ein / Dschungelbuch mit sieben Siegeln." Wie hübsch sind hier, am Schluß eines Kindheitsgedichts, Rührung und Komik ausbalanciert - und wie brüsk dann der prosaische Abbruch: "Ich / hätte keins von ihnen brechen sollen."

Eine einzige Form der Vollendung scheint in dieser Vanitas-Welt noch immer erlaubt, ja erwünscht. Es ist das, was Gernhardts Enkel Dirk von Petersdorff mit einem gleichfalls barocken Begriff "Embleme für flüchtige Zeiten" genannt hat: alltägliche Bilder, die leichtfüßig auf die eine Grundeinsicht hinauslaufen. Die Tübinger Enten zum Beispiel, die lange gegen die Strömung des Neckars auf der Stelle geschwommen und dann, beim Wiederhinsehen, doch verschwunden sind: "Es ist auf dieser Welt kein Platz / für eine feste Stelle." In tragfähigen Jamben wird die Sentenz, je nach Bildspender, den Band hindurch variiert: "Der Weltenwind weht durch die Welt, / nichts, das ihn treibt, nichts, das ihn hält", sela, Psalmenende.

Aber was bleibt nach dem Ende? Der Psalm. Das ist das zweite Thema dieses trauervollen, glücksuchenden Buchs: daß in einer Welt, in der überall der Verfall glotzt, nur das Schreiben Dauer verheißt. Er schreibe, gesteht der Schreiber einmal ein, damit "was bleibt. / Ich meine: von mir. / Daher nütze ich jeden / Anlaß." Das ist nicht übertrieben. Häufiger als früher tragen die Gedichte Angaben zu Datum und Tageszeit, geben sich als Notizen im Zug oder Flugzeug aus. Und immer geht es um die Flüchtigkeit des Augenblicks und die Dauer der Wörter. Dem neuen Bewohner des alten Hauses fällt ein, daß er nur "ein Glied in der Kette von vielen Benutzern" sei. Was heißt hier Benutzern? "Besitzern, Bewohnern, Verschmutzern", fügt er hinzu. Was aber taten diese? Sie "verwohnten, verstarben, vergingen". Was also sollte der neue Bewohner tun? Sie "kennen, bedenken, besingen, berühmen, benennen". Beschwörend tönt die Litanei - bis zum letzten Nein und Amen. Denn weil nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein, läßt Gernhardt hier mit Gryphius selbst die Sehnsucht nach jenem Ruhm zuschanden werden, an den sich immer wieder die einzige und vergebliche Hoffnung des rühmenden Sängers klammert. "Es fragt sich der bekannte Mann: / Ab wann fängt die Berühmtheit an?" Die naturgemäß wieder siebenmal variierte Frage läuft auf die kalauernde Anti-Pointe hinaus, die Berühmtheit sei gar "nicht so berühmt". Doch die ernsthafte Sehnsucht geht weiter. "Mein Buch ist mein Stolz / Und mein Buch ist mein Glück" versichert ein anderes Gedicht - und fügt ebenso anrührend hinzu, in Wahrheit sei es nur Mittel zum Zweck, allberühmt und allgeliebt zu sein. Denn was nützen Bestsellerglück und Kritikerehren, wenn Gernhardts Friseurin nichts davon mitbekommt? "Was nützen mir Buch und Unsterblichkeitsscheiß / Wenn Marina nichts davon weiß?"

Unsterblichkeitsscheiß, das ist das Schlüsselwort. Weil das Schöne nur Grund zur Trauer gibt, inszeniert Gernhardt das Öde und Blöde zugleich als plapperndes Übertönen des Schweigens und als Subversion dieses heiteren Scheins. Originalität entspringt nur mehr der Variation, Neuigkeit dem Selbstzitat. Noch die letzte Wendung des Bandes, auch sie ein Bild der Vanitas, ist eine Wiederholung. 1981 mündete der "Wörtersee" in eine Leerstelle: Im Schweigen sei er schon verschwunden, erklärte der Dichter in der letzten Strophe, und auf den Doppelpunkt folgte dann nichts mehr, Schweigen eben, der trockengefallene Wörtersee. In "Lichte Gedichte" hat Gernhardt das Verfahren wiederholt, als er das erwartete Reimwort "still" aussparte, so daß nur die Stille des leeren Blattes blieb. Und nun, da (und weil) es keine Überraschung mehr ist, endet nach zweihundertsiebzig Seiten die forciert flotte Versicherung, nun lasse er "das Schreiben glatt bleiben", abermals mit einem Doppelpunkt, dem nur noch das weiße Papier folgt. So beredt und so beharrlich verstummen kann nur Gernhardt, der dauernde Dichter unserer Vergänglichkeit.

Robert Gernhardt: "Im Glück und anderswo". Gedichte. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002. 280 S., geb., 19,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

"Im Glück und anderswo" heißt Robert Gernhardts neuer Gedichtband, und für den Rezensenten Fritz J. Raddatz ist es tatsächlich anderswo, das Glück - dies wird in seinem sturzflutartigen Verriss mehr als deutlich. Es reiche eben einfach nicht aus, einen Dichter zum "Nachfolger Brechts" auszurufen, damit dem auch so sei. Denn für Raddatz bewegt sich Gernhardt unmissverständlich und ausschließlich auf dem Gebiet der "Unterhaltungsliteratur". Daran hat der Rezensent, das spürt man, prinzipiell nichts auszusetzen, doch ist es Gernhardts Art, sich "auf die Schulter der Großen zu stellen", die ihm partout nicht schmecken will und die eine nicht versiegen wollende Reihe von unschmeichelhaften Bezeichnungen aus dem Begriffsfeld des "Gebrauchtwarenhändlers" und des schnellen Pseudo-Künstlers aus ihm hervorsprudeln lässt: "literarischer Pflastermaler", "schnippischer Verkäufer", "Mogelpackung" und so weiter. Gernhardts Lyrik sei "gedankenarm, doch reich an Schick", seine Bilder "schief oder gefällig", seine Motive "nicht variiert, sondern wiederholt" in einer "raumlosen Addition ohne Inhalt - von Gehalt ganz zu schweigen". Nicht "Heines Kühnheit" lasse ihn Worte reimen, sondern "Saloppheit". Seine Gedichtparodien hätten die "parodistische Energie eines Schülerzeitungs-Redakteurs". In schierer Verzweiflung, so scheint es, erinnert der Rezensent schließlich an das, was Literatur ist oder sein sollte: ein "ins Unbekannte führen" und "hinter den Erfahrungshorizont greifen".

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