Das andere Selbst - Kiening, Christian

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Das Buch bietet eine neue Perspektive auf die Geschichte des Todes. Konzentriert auf einen überschaubaren Bereich (die frühe Neuzeit) und eine spezifische Form des Umgangs mit dem Tod (die figürliche Repräsentation), macht es sichtbar, daß zu eben jenem Zeitpunkt, da der symbolische Austausch zwischen Diesseits und Jenseits in die Diskussion gerät, auch die Frage nach der Darstellung des Todes neue Dringlichkeit erhält: als Frage nicht mehr so sehr nach dem heilsgeschichtlichen Sinn des Todes als vielmehr nach seiner Abstraktheit. Bilder von Dürer, Baldung, Holbein oder Bruegel spielen nun mit…mehr

Produktbeschreibung
Das Buch bietet eine neue Perspektive auf die Geschichte des Todes. Konzentriert auf einen überschaubaren Bereich (die frühe Neuzeit) und eine spezifische Form des Umgangs mit dem Tod (die figürliche Repräsentation), macht es sichtbar, daß zu eben jenem Zeitpunkt, da der symbolische Austausch zwischen Diesseits und Jenseits in die Diskussion gerät, auch die Frage nach der Darstellung des Todes neue Dringlichkeit erhält: als Frage nicht mehr so sehr nach dem heilsgeschichtlichen Sinn des Todes als vielmehr nach seiner Abstraktheit. Bilder von Dürer, Baldung, Holbein oder Bruegel spielen nun mit der paradoxen Beziehung zwischen totem Körper und figürlichem Tod. Sie erzeugen neue Intensitäten der Wahrnehmung. Sie erproben Grenzen und Grenzziehungen. Das Buch situiert die Monumente in den zeitgenössischen Diskursen der Gewalt, des Begehrens und des Andern und rekonstruiert zugleich die Vorgeschichte des mit Unanschaulichkeit ringenden Todesbewußtseins der Moderne (exemplarisch: Bergmans Siebentes Siegel).
Autorenporträt
Christian Kiening ist Professor für deutsche Literatur von den Anfängen bis 1700 an der Universität Zürich.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Das Buch präsentiert sich nicht als großangelegte Geschichte des Todes, sondern gibt sich bescheidener und arbeitet präziser, formuliert Valentin Groebner sein Lob. Kiening sei Mediävist und konzentriere sich ganz und gar auf die Darstellungsfigur selbst, anhand derer sich viele Informationen vermitteln ließen. So wandelte sich der personifizierte Tod um 1500 herum vom verwesenden Kadaver zu einem sauberen Skellett, hat Groebner in Erfahrung gebracht. Außerdem wurden die Bildlegenden mehr und mehr erotisch aufgeladen; so sei es kein Zufall, referiert Groebner, dass etwa um diese Zeit die Pornografie ihren Anfang nahm. Er bringt sein Wissen auf eine Kurzformel: die Bilder des 15. und 16. Jahrhunderts waren ganz und gar keine naiven Allegorien, sondern verkoppelten soziale, sinnliche und intellektuelle Erfahrungen. Kienings Studie sei nicht immer ganz leicht lesbar, gibt Groebner zu, aber eine sehr anregende Lektüre, die sogar Bögen in die Romantik und bis in die heutige Zeit, zur Bildersprache des Regisseurs Ingmar Bergmann schlüge.

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