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"Wann würde man aufhören zu kämpfen, sich zu zerfleischen, und anfangen, einander Gutes tun zu wollen?" - Irène Némirovskys Psychogramm einer Ehe
Mit "Zu zweit", Irène Némirovskys großem Roman über die Anatomie einer Ehe, wird die deutschsprachige Edition ihrer Werke abgeschlossen. Wie in "Suite française" zeigt sich die Autorin auf der Höhe ihres schriftstellerischen Könnens. Mit scharfem Blick und emotionaler Klarsicht untersucht sie den schwierigen Übergang einer rauschhaften Liebe in erfüllten Ehealltag und erforscht die Bande, die zwei Menschen über die Jahre zusammenhalten.…mehr

Produktbeschreibung
"Wann würde man aufhören zu kämpfen, sich zu zerfleischen, und anfangen, einander Gutes tun zu wollen?" - Irène Némirovskys Psychogramm einer Ehe

Mit "Zu zweit", Irène Némirovskys großem Roman über die Anatomie einer Ehe, wird die deutschsprachige Edition ihrer Werke abgeschlossen. Wie in "Suite française" zeigt sich die Autorin auf der Höhe ihres schriftstellerischen Könnens. Mit scharfem Blick und emotionaler Klarsicht untersucht sie den schwierigen Übergang einer rauschhaften Liebe in erfüllten Ehealltag und erforscht die Bande, die zwei Menschen über die Jahre zusammenhalten.
  • Produktdetails
  • Verlag: Knaus
  • Originaltitel: Deux
  • Seitenzahl: 256
  • Erscheinungstermin: 12. Oktober 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 144mm x 28mm
  • Gewicht: 447g
  • ISBN-13: 9783813505870
  • ISBN-10: 3813505871
  • Artikelnr.: 42686327
Autorenporträt
Némirovsky, Irène
Irène Némirovsky, 1903 als Tochter eines jüdischen Bankiers in Kiew geboren, floh mit ihren Eltern vor der Oktoberrevolution nach Paris und etablierte sich dort als erfolgreiche Autorin. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zog sie mit ihrer Familie in die Provinz, wurde jedoch 1942 deportiert und starb in Auschwitz.

Röckel, Susanne
Susanne Röckel wurde 1953 in Darmstadt geboren. Sie arbeitete als literarische Übersetzerin und Sprachlehrerin, 1997-98 auch in China. Susanne Röckel lebt in München. Ihre Texte wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Tukan-Preis und dem Franz-Hessel-Preis. Ihr Roman »Der Vogelgott« stand 2018 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Hymnisch bespricht Beatrice Eichmann Leutenegger Irene Nemirovskys bereits 1939 erschienenen Roman "Zu zweit", der nun auch innerhalb der deutschsprachigen Werkausgabe editiert ist. Tschecho'sche Qualitäten attestiert die Kritikerin der jüdischen Autorin, die im Paris der dreißiger Jahre zum Literaturstar avancierte und 1942 nach Auschwitz deportiert wurde. Die Rezensentin liest hier das feinsinnig gezeichnete Psychogramm eines Ehepaares, das nach anfänglicher wilder Leidenschaft mit den Alltagsbanalitäten des Ehelebens zurechtkommen muss. Allein wie Nemirovsky den schmalen Grad zwischen Lebensgier und Todesfurcht der "Jeunesse dorée" nach dem Ersten Weltkrieg schildert, ringt der Kritikerin höchste Anerkennung ab. Nicht zuletzt lobt sie die Kunst der Autorin, Verborgenes unter der Oberfläche dieser Ehe bildgewaltig freizulegen. Auch mit der Übersetzung von Susanne Röckel, die Nemirovsyks "stupender Geschmeidigkeit" gerecht wird, ist die Kritikerin sehr zufrieden.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 31.10.2015

Zu einer richtigen Ehe gehören zwei, Schein und Maske
Früher hat man sich in Stücke gerissen, jetzt lebt man nebeneinanderher: Irène Némirovskys Roman "Zu zweit"

Der Erste Weltkrieg ist vorbei, "dieser grässliche Krieg, der die Jugend demoralisiert hat". Antoine, einer der traurigen Helden in Irène Némirovskys Roman "Zu zweit" (der im Original, noch lakonischer, "Deux" heißt), behauptet, "dass er während des Krieges die gesamte Energie verausgabt habe, die ihm zur Verfügung stand, und dass das genug gewesen sei für ein ganzes langes Leben".

In der ersten Osternacht nach Kriegsende treffen sich fünf junge Leute in einem Landgasthof: "Alle Gefühle waren zwiespältig und verworren in dieser Nacht ... Die Wollust und die Freundschaft, die Erschöpfung und das Vergnügen." Man ahnt schon, dass das Schicksal mit diesen Menschen, die allesamt aus der Bourgeoisie kommen und von Arbeit nicht viel halten, nicht besonders liebevoll umgehen wird.

Die Eltern sind auch keine Stütze. "Sie haben nichts mehr zu sagen, dachten die Kinder, nichts auf der Welt interessiert sie mehr." Früher haben sie sich gegenseitig in Stücke gerissen, jetzt leben sie stumm nebeneinanderher. "Was ist das Alter anderes als ein vorweggenommenes Sterben?", fragen die Kinder, die mit ihren zweiundzwanzig Jahren sich auch keine bessere Zukunft vorstellen können. Und die Eltern: "Das Schlimme ist, dass unsere Kinder glauben, wir wären Erwachsene, aber von hundert Menschen sind neunundneunzig nie erwachsen geworden, sie sind nur alt gewordene Jugendliche, Kinder mit weißem Haar, die plötzlich sterben, ohne gelebt zu haben. Aber woher sollen diese Mädchen das wissen?"

Das Szenario, das die 1903 geborene Französin Irène Némirovsky in ihrem Roman von 1936 (der sicher nicht zu ihren besten gehört) auf den ersten Seiten ausbreitet, lässt nur eines zu: pathetisches Scheitern. Alles geht in die Brüche, die Liebe, die Leidenschaft, die Geschäfte, das ganze Leben. Dominique ist müde "von allem auf der Welt, vor allem von sich selbst". Und Solange sagt: "Ich bin Frau, um zu leiden." Wenn Marianne ihren zukünftigen Ehemann Antoine fragt: "Lieben Sie mich?", dann denkt er erst einmal nach: "Was gefällt mir an ihr? Sie ist nicht einmal hübsch. Wenigstens wird sie es nicht mehr lange sein, und sie ist ein kleines Luder, wie alle. Ist sie intelligent? Wie soll man das wissen, wenn sie zwanzig ist und genauso redet wie alle anderen und dieses Gerede ihr die Kultur ersetzt." Und dann erst antwortet er mit entwaffnender Offenheit: "Aber nein, ich liebe Sie nicht." Und wenn Marianne den inzwischen mit ihr verheirateten Ehemann Antoine fragt: "Finden Sie mich hässlich?" - dann sagt er: "Aber nein, denn er hatte bereits aufgehört, sie zu sehen." Und wenn Dominique an seine zukünftige Ehefrau denkt, dann sieht er "eine unterwürfige, demütige Frau vor sich, die in Gegenwart ihres Herrn kaum die Stimme erhebt".

Ein Roman ist kein Eheberater, und dennoch sollte man unbedingt vermeiden, "Zu zweit" als Hochzeitsgeschenk in Betracht zu ziehen. "Das Band der Ehe ist um so stärker, als es aus Heuchelei und Zwang entstanden ist ... Die Ehe braucht keine wirklichen Menschen, sie braucht Schein und Maske", heißt es einmal. Und auf der letzten Seite, als Fazit dieser Liebeskatastrophe, sitzen Marianne und Antoine im Taxi: "Sie rührten sich nicht, saßen mit verschränkten Händen aneinandergelehnt da. Sie empfanden kein Verlangen; sie waren ruhig, ein wenig ironisch gestimmt und ohne Freude, doch nach kurzer Zeit war ihnen, als wären sie von ihrer Erschöpfung befreit."

Und was ist aus den drei Kindern von Antoine und Marianne geworden? Die jüdische, zum Katholizismus konvertierte Schriftstellerin Irène Némirovsky, die keine Angst hatte vor Kitsch und Sentimentalität, hat deren Schicksal nicht mehr beschreiben können; die Deutschen haben sie 1942 in Auschwitz getötet. Vielleicht ist "Bonjour tristesse" von Françoise Sagan die Antwort.

MICHAEL KRÜGER

Irène Némirovsky: "Zu zweit". Roman.

Aus dem Französischen von Susanne Röckel. Knaus Verlag, München 2015. 256 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Was 'Zu zweit' (...) grandios macht, ist Némirovskys Gespür für Gefühle." Aachener Zeitung