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Ein "Drückeberger" als Held: Ginster ist 25, als der Erste Weltkrieg ausbricht, ein begabter Frankfurter Architekt. Der patriotischen Begeisterung seiner Zeitgenossen steht er skeptisch gegenüber, und so verwendet er einige Mühe darauf, sich immer wieder vom Kriegsdienst zurückstellen zu lassen - das Vaterland braucht seine Architekten schließlich nicht an der Front, sondern zu Hause, wo etwa Granatfabriken und Ehrenfriedhöfe für die gefallenen Soldaten zu planen sind.
Doch dann ereilt auch Ginster der Gestellungsbefehl. Weit weg von den Schlachtfeldern lernt er, mit militärischer Präzision
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Produktbeschreibung
Ein "Drückeberger" als Held: Ginster ist 25, als der Erste Weltkrieg ausbricht, ein begabter Frankfurter Architekt. Der patriotischen Begeisterung seiner Zeitgenossen steht er skeptisch gegenüber, und so verwendet er einige Mühe darauf, sich immer wieder vom Kriegsdienst zurückstellen zu lassen - das Vaterland braucht seine Architekten schließlich nicht an der Front, sondern zu Hause, wo etwa Granatfabriken und Ehrenfriedhöfe für die gefallenen Soldaten zu planen sind.

Doch dann ereilt auch Ginster der Gestellungsbefehl. Weit weg von den Schlachtfeldern lernt er, mit militärischer Präzision ein Bett zu bauen, zu schießen und "gegen die Feinde Kartoffeln zu schälen". Und es festigt sich in ihm die Überzeugung, dass all diese Übungen nicht dem Krieg dienen, sondern der ganze Krieg ein Vorwand für die Übungen ist.

Im Frankfurt des Ersten Weltkriegs spielt dieser Roman, der den literarischen Ruhm seines Autors begründete. Es ist das faszinierende Porträt eines Mannes, dessen Haltung zur Welt und ihren Widersprüchen oft mit Chaplin und Keaton verglichen worden ist.
  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp
  • Sonderausg.
  • Seitenzahl: 341
  • Erscheinungstermin: 17. Februar 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 133mm x 32mm
  • Gewicht: 444g
  • ISBN-13: 9783518423530
  • ISBN-10: 3518423533
  • Artikelnr.: 36841780
Autorenporträt
Kracauer, Siegfried
Siegfried Kracauer, geboren am 8. Februar 1889 in Frankfurt am Main, war Architekt, Soziologe, Filmkritiker und Geschichtsphilosoph. Er gilt als einer der bedeutendsten Feuilletonisten der Weimarer Republik und leitete von 1930 bis 1933 die Feuilleton-Redaktion der Frankfurter Zeitung. Mit Die Angestellten veröffentlichte Kracauer 1930 die erste empirisch-soziologische Studie in Deutschland. Er wird darüber hinaus zu den Begründern der Filmsoziologe gezählt. 1933 floh Kracauer mit seiner Frau nach Paris und 1941, nach Kriegsbeginn, nach New York. Am 26. November 1966 starb er dort an einer Lungenentzündung. Zu den wichtigsten Werken Kracauers zählen neben Die Angestellten u.a. die Theorie des Films, die Essaysammlung Von Caligari zu Hitler und der Roman Ginster.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.03.2013

Zerrieseln
statt siegen
Siegfried Kracauers
Debütroman „Ginster“
Für den Helden dieses Romans ist die Romanlektüre ein Laster, für das er sich verachtet wie ein Trinker für den Rausch, aus dem er mit einem Kater erwacht: „Obwohl Ginster nach jedem Roman Ekel empfand, konnte er von dem Genuss doch nicht lassen“ (Siegfried Kracauer: Ginster. Gekürzte Lesung von Michael Rotschopf. Hörbuch Hamburg, Hamburg 2013. 4 CDs, 261 Minuten, 19,99 Euro). Der Schauspieler Michael Rotschopf liest das mit der gebotenen Distanz, in einem schlanken Berichtston, der diesem Buch angemessen ist. Denn „Ginster. Von ihm selbst geschrieben“, der anonym erschienene Debütroman des Schriftstellers, Architekten und soziologisch gebildeten Journalisten Siegfried Kracauer (1899-1966) ist nicht auf Einfühlung aus.
  Sondern auf den Rhythmus von Beschleunigung und Stillstand, Reflexion und überscharfer Wahrnehmung, in dem der Held, ein unverbesserlicher Zivilist und wie sein Autor Architekt, den Ersten Weltkrieg – und die Revolution, die aus ihm hervorgeht – zur Darstellung bringt, indem er sich beiden entzieht. Selten hat eine Revolution so früh ermüdet und erschöpft ausgesehen wie die deutsche von 1918/19 in den Augen Ginsters, des Spezialisten für das„Zerrieseln“ der Dinge und Menschen.
  Das Auseinanderfallen der Ordnung, auf das diese Augen insgeheim hoffen, bleibt aus, wenn sie über Schaufensterauslagen, Plätze und Denkmäler gleiten. Die Tonspur des Geredes von Verwandten und Bekannten, Freunden und Kollegen, das Ginsters Ohren aufzeichnen, kommt dem Hörbuch entgegen, dem freilich – wie üblich – ein Teil des Textes abhanden kommt. Gelesen wird die erste Fassung, aus dem Jahr 1928.
LOTHAR MÜLLER
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ausführlich widmet sich Rezensent Christian Thomas Siegfried Kracauers Roman "Ginster" von 1928, dem die Stadt Frankfurt gerade ein ganzes Festival gewidmet hat. Angesichts dessen hätte sich Thomas einen etwas ausführlicheren Apparat für die Neuauflage gewünscht. Aber gut. Das Buch spielt in den Jahren des Ersten Weltkriegs, berichtet Thomas, der Erzähler und Protagonist Ginster reagiert auf den Krieg mit einer allgemeinen Existenzdienstverweigerung, flaniert nur noch herum, vor allem durch Frankfurt, und sucht treffende Metaphern für das gewalttätige Treiben um ihn herum. "Ginster" ist auch ein Antikriegsbuch, wenn auch ein eigenwilliges. Autor und Figur teilen sich die pazifistische Haltung sowie die Gaben der genauen Beobachtung und der brutalen Metapher. "Ginster", so heißt der Erzähler aufgrund seiner "Tendenz zu verrieseln", ein wenig haben sie auch das gemeinsam, erklärt der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
»Siegfried Kracauers Romane Ginster und Georg sind kostbare Kleinodien der Literatur, fein ziseliert, wunderbar ironisch und ausgesprochen klug. Ein bereicherndes Leseerlebnis.«
"Die glasklare Sprache findet in Michael Rotschopfs wohltuend nüchterner Stimme ihre ideale Entsprechung.", buchjournal