Into the Light - Jacobi, Tom
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Die Farbe Weiß ist aus der Menschheitsgeschichte, aus Religionsrichtungen, Weltanschauungen und der Natur nicht wegzudenken: "Gott sprach: Es werde Licht", so die Bibel. Bei den alten Ägyptern war Weiß die Farbe der Freude. Als "ein Kind der weißen Henne" bezeichneten die Römer jemanden, der immer Glück hatte. Im Buddhismus ist die weiße Lotusblüte das Symbol der Erleuchtung. Und der antarktische Sommer zeigt eine der ergreifendsten Landschaften in Weiß. Tom Jacobis Landschaftsaufnahmen zelebrieren die Farbe Weiß auf beeindruckende Weise: monumental, magisch, als das Gegenteil von Schwarz, als Licht gegenüber dem Nichts und dem Chaos.…mehr

Produktbeschreibung
Die Farbe Weiß ist aus der Menschheitsgeschichte, aus Religionsrichtungen, Weltanschauungen und der Natur nicht wegzudenken: "Gott sprach: Es werde Licht", so die Bibel. Bei den alten Ägyptern war Weiß die Farbe der Freude. Als "ein Kind der weißen Henne" bezeichneten die Römer jemanden, der immer Glück hatte. Im Buddhismus ist die weiße Lotusblüte das Symbol der Erleuchtung. Und der antarktische Sommer zeigt eine der ergreifendsten Landschaften in Weiß. Tom Jacobis Landschaftsaufnahmen zelebrieren die Farbe Weiß auf beeindruckende Weise: monumental, magisch, als das Gegenteil von Schwarz, als Licht gegenüber dem Nichts und dem Chaos.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hirmer
  • Artikelnr. des Verlages: 3063
  • Seitenzahl: 144
  • Erscheinungstermin: Juni 2018
  • Deutsch, Englisch
  • Abmessung: 327mm x 278mm x 23mm
  • Gewicht: 1681g
  • ISBN-13: 9783777430638
  • ISBN-10: 3777430633
  • Artikelnr.: 52636737
Rezensionen
Besprechung von 31.01.2019
REISEBUCH
Weiße
Welt
Tom Jacobi fotografiert
Landschaften, wenn das Licht beinahe
unnatürlich gleißt
VON STEFAN FISCHER
Wie viele Schattierungen von Grau existieren, hat der Hamburger Fotograf Tom Jacobi vor drei Jahren in seinem Bildband „Grey Matter(s)“ eindrucksvoll belegt. Der Nachfolgeband „Into the Light“ zelebriert nun auf ähnlich faszinierende Weise das Weiß.
Jacobi hat sich über annähernd zwei Jahre hinweg weltweit auf die Suche nach archaischen Landschaften begeben, „die entweder durch ihre Helligkeit dominieren oder sich in einzigartigen Momenten zum Licht hin öffnen“. Das mit den raren Augenblicken einer idealen Lichtstimmung gilt etwa für die Seven Sisters in Sussex. Jacobi benötigte Hochwasser und einen bestimmten Sonnenstand, um die Kreidefelsen an der Südküste Englands gleißend weiß aufnehmen zu können – nur ein paar Tage im September 2017 kamen dafür in Betracht. Ähnlich verhält es sich in Japan, wo Jacobi das sogenannte Juhyo fotografiert hat: Infolge eines bestimmten Wetterphänomens im Norden des Landes werden die Bäume in der Berglandschaft der Präfektur Yamagata von Schnee und Eis eingefroren und sehen aus wie eine Armee bizarrer und bedrohlicher Sagengestalten.
Nun ist es vergleichsweise einfach, den Schnee auf Fotografien zum Gleißen zu bringen – wiewohl auch diese Aufnahmen Jacobis meisterhaft sind, seien es jene von den kristallisierten Bäumen in Japan oder von Eisbergen in der Antarktis. Die eigentliche Attraktion von „Into the Light“ ist jedoch, dass Jacobi sehr hellen Szenerien eine Reinheit des Weiß und ein Leuchten abgewinnt, die man so von diesen Orten noch kaum einmal gesehen hat – und in dieser Ballung ohnehin nicht. Betrachtet man die Fotografien, so erwecken viele beinahe den Eindruck, man würde in die Sonne blicken. Ohne sich dabei die Augen zu verletzen und vor allem, ohne dass das Licht alle Konturen auslöscht.
An der Nordostküste Brasiliens zum Beispiel, im Bundesstaat Maranhão, hat Tom Jacobi die dortige, angesichts ihrer Größe wenig bekannte Wanderdünen-Landschaft so fotografiert, als handle es sich um die vereiste Küste Grönlands. Die sogenannten Feenkamine aus Tuffstein in Kappadokien und die ebenfalls in der Türkei befindlichen Sinterterrassen von Pamukkale zeigt der Fotograf ebenfalls kunstvoll von ihrer weißen Seite – Letztere hat er im Mondlicht fotografiert.
Kurios sind die Aufnahmen vom Abraham Lake in Kanada, am Rande des Banff National Park gelegen. Der See friert winters zu, und in das Eis eingeschlossen sind Methangasblasen – sie erscheinen als hell leuchtende Skulpturen im dunklen, fast schwarzen Eis.
Die ambitioniertesten Fotografien stammen jedoch vom Salar de Uyuni in Bolivien. Während der Regenzeit von Dezember bis Februar sind große Teile der riesigen Salzpfanne mit Wasser bedeckt – und verwandeln sie in einen gigantischen Spiegel. Das Salz und die Wolken verweben sich durch die Brechung an der Horizontlinie zu einem Gemälde, in dem Weiß die dominierende Farbe ist. Es handelt sich um natürliche Lichtspiele, auch wenn die Aufnahmen wie optische Gaukeleien aussehen.
Tom Jacobi: Into the Light. Hirmer Verlag, München 2018. 144 Seiten, 49,90 Euro.
Nur an wenigen Tagen im Jahr strahlen die Kreidefelsen in Sussex derart reinweiß.
Auch die tuffsteinernen Feenkamine in Kappadokien und die „Magic Mushroom“ genannte Felsskulptur
in Ägypten bedürfen eines besonderen Lichts, um derart zu leuchten.
Fotos: Tom Jacobi
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