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Zu Ostern 1942 befreit der 22-jährige Deutsche Heinrich Heinen unter lebensgefährlichen Bedingungen seine jüdische Braut Edith Meyer aus dem Ghetto von Riga. Gemeinsam flüchten sie Richtung Schweiz, wo sie hoffen, eine Zukunft für ihre Liebe zu finden. In Feldkirch an der Grenze zur Schweiz scheitert ihre Flucht. Heinen wird wegen Rassenschande verurteilt, versucht aber erneut, seine Braut zu retten und mit ihr in die Schweiz zu fliehen - wieder vergeblich. Lebendig und packend erzählt Alfons Dür anhand von Originaldokumenten und Bildzeugnissen die wahre Geschichte einer tragischen Liebe in der NS-Zeit.…mehr

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Produktbeschreibung
Zu Ostern 1942 befreit der 22-jährige Deutsche Heinrich Heinen unter lebensgefährlichen Bedingungen seine jüdische Braut Edith Meyer aus dem Ghetto von Riga. Gemeinsam flüchten sie Richtung Schweiz, wo sie hoffen, eine Zukunft für ihre Liebe zu finden. In Feldkirch an der Grenze zur Schweiz scheitert ihre Flucht. Heinen wird wegen Rassenschande verurteilt, versucht aber erneut, seine Braut zu retten und mit ihr in die Schweiz zu fliehen - wieder vergeblich. Lebendig und packend erzählt Alfons Dür anhand von Originaldokumenten und Bildzeugnissen die wahre Geschichte einer tragischen Liebe in der NS-Zeit.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Haymon Verlag
  • Seitenzahl: 216
  • Erscheinungstermin: 29. Juli 2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783709973059
  • Artikelnr.: 42947098
Autorenporträt
Alfons Dür, geboren 1948 in Lauterach/Vorarlberg. Studium der Rechtswissenschaften in Wien, Richter, von 1998 bis 2008 Präsident des Landesgerichtes Feldkirch. Forschungen zur NS-Justiz und zu Fragen der Rechts- und Justizgeschichte Vorarlbergs. Bei Haymon: Unerhörter Mut. Eine Liebe in der Zeit des Rassenwahns (2012).
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Die ungewöhnliche Geschichte einer großen Liebe zwischen einer "Volljüdin" und einem "Arier" erzählt der ehemalige österreichische Jurist Alfons Dür laut Cathrin Kahlweit als Geschichte voller Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten entlang der beiden Lebenswege. Dass der Autor für die kleinteilige Recherche bei Zeugen und in Archiven sogar in den Vorruhestand ging, erfüllt die Rezensentin mit Respekt. Der "Fall", erläutert Kahlweit den Bezug des Autors zu der Geschichte, hat sich in "seinem Landgericht" zugetragen. Kahlweit führt die Lektüre einmal mehr vor Augen, wie sich der Judenhass der Nazis mit dem deutschen Hang zur Bürokratie aufs Schrecklichste mischte. Das Buch findet sie trotz des persönlichen Bezugs sachlich geschrieben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 04.07.2012

Wie Heinrich Heinen seine jüdische Braut aus dem Ghetto von Riga befreite
Nach jahrelangen Recherchen erzählt der österreichische Jurist Alfons Dür die ungewöhnliche Geschichte einer „Liebe in der Zeit des Rassenwahns“
Auf dem Foto ist eine schöne junge Frau zu sehen, streng schaut sie am Betrachter vorbei, den schmalen Mund fast mürrisch verschlossen, die Augen hingegen träumerisch in eine ferne Zukunft gerichtet. Edith Sara Meyer aus Langenfeld bei Köln, die als Näherin Bettwäsche und Leinentücher herstellte, hat diese Zukunft nicht erlebt, sie starb in Auschwitz. Ihr Verlobter Heinrich Heinen hatte das verhindern wollen, wollte sie lieben, heiraten, mit ihr Kinder bekommen, doch er war „Arier“, seine Verlobte Edith Meyer hingegen das, was die Nazis eine „Volljüdin“ nannten. Für eine solche Liebesbeziehung war im Dritten Reich kein Platz, sie stand ab 1935 als „Rassenschande“ unter Strafe.
Diese Liebe allein macht ihre Geschichte nicht ungewöhnlich, es ist vielmehr die Hartnäckigkeit, mit der das Paar seine Liebe verteidigte, die ihr einen besonderen Platz in der an Dramen und Katastrophen so überreichen Nazi-Zeit einräumt. Denn Heinen befreite seine Geliebte aus dem Ghetto von Riga, versuchte mit ihr die Flucht in die Schweiz, die zwei scheiterten, wurden festgenommen, Heinen versuchte ein zweites Mal, seine Braut zu befreien – vergeblich.
Diese ungewöhnliche Geschichte hat ein österreichischer Jurist aufgeschrieben. Er hat sie sich über Jahre zur Lebensaufgabe gemacht. Alfons Dür war Richter, später Präsident des Landgerichts Feldkirch in Vorarlberg, wo sich die zweite, gescheiterte Flucht der beiden Liebenden abspielte. Dür wurde durch die Anfrage des deutschen Historikers Günter Schmitz auf das Schicksal aufmerksam, das sich fünfzig Jahre früher in „seinem“ Landgericht abgespielt hatte; in Zelle 52, wo Heinen einsaß und von wo er sich im Frühjahr 1942 befreite, um das ganze Haus nach seiner Edith zu durchsuchen, hatte Dür als junger Staatsbediensteter selbst noch Häftlinge vernommen. Durch den Gerichtsgang mit den quadratischen Fliesen in roter Farbe, der das Gefängnis mit dem Gericht verbindet, war auch er immer wieder gelaufen und hatte darüber sinniert, dass der Architekt des Hauses mit den quadratischen Kacheln bewusst die „Gleichheit nach allen Seiten“ hatte demonstrieren wollen. Von einer Gleichheit nach allen Seiten konnte bei der Geschichte, die Dür akribisch recherchierte, indes nicht die Rede sein. Was Dür schließlich aufschrieb – und wofür er sogar in den Vorruhestand ging, um Zeit für die Suche nach Akten und Zeugen zu haben –, das ist ein geteiltes Schicksal voller Ungleichgewichte und Ungerechtigkeiten, das jedoch das gleiche Ende hatte: den Tod.
Kennengelernt hatte sich das Paar 1938 in Köln. Heinen, Sohn aus katholischer Familie, und Edith Meyer, treffen sich heimlich, manchmal besuchen sie eine Cousine Meyers, die Jüdin Helene Krebs, die ebenfalls mit einem „Arier“ verheiratet ist. 1941 wird Edith Meyer ins lettische Riga deportiert, wo sie im tiefsten Winter bei eisiger Kälte ankommt.
Heinen, der zu diesem Zeitpunkt in Berlin bei den Henschel-Werken zum Bau von Rüstungsgütern dienstverpflichtet ist, reist ohne Genehmigung nach Riga, wird von der lettischen SS aufgegriffen und wegen seines Wehrpasses wieder auf freien Fuß gesetzt, er dringt – bis heute ist unbekannt, wie er das schaffte – in das Ghetto ein, findet in all den hungernden und sterbenden Menschenmassen seine Edith, und flieht mit ihr. Wie – auch das geben die vorliegenden Akten und Zeugenaussagen nicht her.
Das Paar flieht quer durch Deutschland, findet bei der Cousine von Meyer, Helene Krebs Unterschlupf, was dieser später zum Verhängnis werden soll, versucht bei Koblenz vergeblich den Grenzübertritt, wagt es im österreichischen Feldkirch noch einmal, sie werden aufgegriffen, inhaftiert.
Meyer kommt in einen anderen Teil des Gefängnisses als ihr Verlobter, sie hat kein Recht auf ein ordentliches Verfahren, zwei Monate später wird sie nach Auschwitz geschickt.
Heinen indes wird von einem Sondergericht verurteilt und beschließt wenig später, Edith zu suchen, zu befreien, ein zweites Mal zu fliehen. Wenige Stunden, bevor ihm gemeinsam mit Zelleninsassen die Flucht gelingt, wird Meyer in den Tod geschickt. Heinen durchsucht das Haus vergeblich. Er macht sich davon, wird auf der Flucht im nahen Hohenems von einer Anwohnerin gesehen, denunziert, erschossen.
Alfons Dür hat die zwei Lebenswege in mühevoller Kleinarbeit zusammentragen, aufgeschrieben. Gleichzeitig demonstriert der pensionierte Richter, wie sehr sich das Außergewöhnliche, der Judenhass der Nazis, mit dem Gewöhnlichen, dem deutschen Hang zu Bürokratie, scheinbarer Ordnung, ja Pedanterie mischte. Ihm ist mit diesem Buch ein sachlich formuliertes und doch kaum zu ertragendes Dokument des Grauens gelungen.
Die Gefühle liefert, fast zum Schluss, ein Brief des Mannes jener Cousine von Edith Meyer, bei der das Paar auf der Flucht kurze Zeit Rast gemacht hatte; die beiden waren von Nachbarn, die einst auch Freunde gewesen waren, verraten worden. Helene Krebs wird im Winter 1942 nach Auschwitz deportiert. Ihr Ehemann Paul, der als Werkzeugbauer arbeitet, im Ersten Weltkrieg kämpfte, dafür Orden bekam, schreibt an die Gestapo Düsseldorf: „Ich weiß, meine Frau ist Nichtarierin und hat infolgedessen im heutigen Staat kein Recht, aber sie trägt ein Kind von mir unter dem Herzen. Ich kann es nicht ertragen, dass ein Menschenkind, mit dem man jetzt jahrelang verheiratet ist, in ein ungewisses Unglück geführt wird, ohne dass man ihm helfen kann. Das kann, wenn es einen Herrgott gibt, auch unser Herrgott nicht gutheißen, und der Führer spricht stets von einem solchen Herrgott.“
Paul bekommt Antwort, mündlich. Man sagt ihm, dass eine „Entlassung seiner jüdischen Frau aus der Schutzhaft nicht möglich“ sei. Einen Monat später wird er informiert, dass seine schwangere Frau in Auschwitz verstorben sei. Ihr Tod ist in den Sterbebüchern, anders als der ihrer Cousine, Edith Sara Meyer, akribisch vermerkt.
CATHRIN KAHLWEIT
ALFONS DÜR: Unerhörter Mut. Eine Liebe in der Zeit des Rassenwahns. Haymon Verlag, Wien 2012. 200 Seiten, 19,90 Euro.
Edith Sara Meyer aus Langenfeld bei Köln,in Auschwitz ermordet. Foto: Haymon Verlag
Warnschilder und Stacheldraht umschließen das Ghetto von Riga. Heinrich Heinen schaffte es dennoch, Ostern 1942 seine Braut Edith Meyer hier zu finden und mit ihr aus Riga zu fliehen – eine unglaubliche Geschichte. Foto: bpk
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- Kontext, Robert Weichinger