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Helsinki zur Zeit des Dritten Reiches: eine unmögliche Liebe und ein ungeheurer Verrat. Als Rechtsanwalt Claes Thune an diesem Morgen zur Arbeit erscheint, ist er zunächst verärgert. Er fragt sich, wo seine Sekretärin bleibt, die stets zuverlässige Matilda Wiik - sein Anker in schwierigen Zeiten, die Frau, die er lieben könnte, hätte er den Mumm, sich über Standesdünkel und Konventionen hinwegzusetzen. Er selbst sieht die Ereignisse rund um das Dritte Reich mit Besorgnis, doch damit vertritt er in der finnischen Gesellschaft zunehmend eine Minderheitenposition. Ein wenig Rückhalt findet er im…mehr

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Produktbeschreibung
Helsinki zur Zeit des Dritten Reiches: eine unmögliche Liebe und ein ungeheurer Verrat. Als Rechtsanwalt Claes Thune an diesem Morgen zur Arbeit erscheint, ist er zunächst verärgert. Er fragt sich, wo seine Sekretärin bleibt, die stets zuverlässige Matilda Wiik - sein Anker in schwierigen Zeiten, die Frau, die er lieben könnte, hätte er den Mumm, sich über Standesdünkel und Konventionen hinwegzusetzen. Er selbst sieht die Ereignisse rund um das Dritte Reich mit Besorgnis, doch damit vertritt er in der finnischen Gesellschaft zunehmend eine Minderheitenposition. Ein wenig Rückhalt findet er im sogenannten »Mittwochsclub«, einer Gruppe von Männern, die sich regelmäßig zum Gedankenaustausch trifft. Dass einer davon ein dunkles Geheimnis hütet, kann Thune nicht wissen. Es ist Matilda Wiik, die davon betroffen ist und die Sache schließlich in die Hand nimmt ...

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Random House ebook
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: 01.09.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641139636
  • Artikelnr.: 40900092
Autorenporträt
Kjell Westö ist einer der bekanntesten finnlandschwedischen Autoren, geboren 1961 in Helsinki, wo er heute noch lebt. Er ist vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Finnischen Literaturpreis für "Wo wir einst gingen", seine Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Vier Romane stellt Sylvia Staude vor, die sich mit den drei großen Kriegen im Finnland des 20. Jahrhunderts beschäftigen: Der finnische Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen 1918, der äußerst brutal geführt wurde und das kleine Land fast zerriss, der Winterkrieg 39/40 gegen die Russen, und der Zweite Weltkrieg, in dem die Finnen die Nazis unterstützten, um die Russen aus ihrem Land zu vertreiben. Kjell Westös Roman "Das Trugbild" erzählt von der finnischen Gesellschaft nach dem Bürgerkrieg 1918. Die Wunden sitzen tief. Und der Antisemitismus wird immer stärker. In dem gut bürgerlichen "Mittwochs-Club" zeigen sich die Risse immer deutlicher, als der einzige Jude im Club immer isolierter wird. Gleichzeitig gibt es eine Frau, die von einem der Clubmitglieder während des Bürgerkriegs vergewaltigt wurde. Erst ganz zum Schluss sagt Westö, wer es war, so die Rezensentin. Doch der Roman sei kein Krimi, da habe er doch ganz andere Qualitäten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.11.2014

Pathos und
Liederlichkeit
Kjell Westös Roman über Finnland im Jahr 1938
Dieser Roman ist ein rares Meisterwerk. Bewundernswert sicher verlässt es sich auf die Kraft des Erzählens und dessen Vermögen, etwas über die Menschen herauszukriegen. Der letzte Roman Westös, „Geh nicht einsam in die Nacht“ (München 2013), der letzte von vier Romanen über die Stadt Helsinki im zwanzigsten Jahrhundert, schloss mit dem Satz: „Jeder Mensch ist ein Mirakel“. Das kann Phänomen, Wunder oder Unerklärbares bedeuten.
  Claes Thune, ein belesener Rechtsanwalt, und Mathilda Wiik, Kontoristin bei Thune, sind die Hauptfiguren des neuen Romans, der eine erzählte Zeit von April bis November im Jahr 1938 umfasst. Detailgenau und suggestiv baut Westö eine Erzählung über Wahnvorstellungen von Reinheit und deren Durchsetzung mit Gewalt auf der Grundlage eines pathetisch-pathologischen Nationalismus. Finnland ist unter den nordischen Ländern davon besonders betroffen. Die noch junge politische Nation hatte 1938 bereits einen blutigen Bürgerkrieg hinter sich, unmittelbar nach der 1917 als Folge der Abdankung des russischen Zaren errungenen Unabhängigkeit .
  Thune ist Mitglied im „Mittwochsklub“ – einmal im Monat trifft er sich mit ein paar alten Freunden aus der schwedischsprachigen Oberschicht, um – gern kontrovers, aber auf durchaus liberalem Fond – über Politik und Gesellschaft zu diskutieren. Die Gespräche über Hitlers unverfrorene Gewalt und deren vaterländische Begründung, über patriotische Pflichten, Volksgemeinschaft und kulturfremde Elemente spitzen sich zu; Thune hat bald nur noch einen Gesprächspartner, der seine humanistisch-europäischen Auffassungen und seine Liebe zur Literatur teilt: Robi Lindemark, Psychiater, ältester Freund und neuer Feind Thunes.
  Denn Lindmark lebt seit kurzem mit Gabi zusammen, Thunes Exfrau, deren im Frühsommer 1938 veröffentlichte Sammlung von eleganten erotischen Novellen die Literaturszene in Helsinki bewegt. Angewidert erzählt Lindemark Thune von psychiatrischen Kongressen, auf denen deutsche, europäische Kollegen Eugenik und Euthanasie als Methoden empfehlen. In Lindemarks Klinik ist der Jude Jary, der Künstler im Mittwochsklub, ab Sommer 38 in stationärer Behandlung. Jarys ohnehin labile Seelenverfassung wird heftig erschüttert, als der finnische Sportverband im 100-Meter-Finallauf der finnischen Leichtathletikmeisterschaften 1938 den eindeutigen Sieger, Salomon Jary, Jarys Neffen, mit Rücksicht auf die anwesenden Deutschen auf Platz 4 setzt.
  Mathilda Wiik entstammt der schwedischsprachigen Unterschicht, sie hat sich als moderne, nach einer Trennung allein lebende Frau, zur Bürofachfrau hochgearbeitet. Ihre diskrete, zurückhaltend-elegante Art beeindruckt den gegenwärtig allein lebenden Thune; zu gut weiß er jedoch, dass eine Annäherung in kaum verzeihbarer Peinlichkeit enden würde. Gewalt und Hunger in einem der Straflager, in denen die Weißen nach dem Bürgerkrieg die Roten drangsalierten, haben tiefe, traumatische Spuren in Mathilde Wiik hinterlassen. Die Schilderung dieser Spuren, der schizophrenen Züge von Wiik, gehört zu den erzählerischen Meisterleistungen dieses Romans.
  Die Stimme eines Mannes aus dem Mittwochsklub schallt in die verstörten Erinnerungsschichten von Wiik hinein; sie ist wehrlos gegenüber der Unausrottbarkeit von Gewalterinnerung. Und wehrt sich doch. Was Thune ahnt und doch nicht weiß. Und was in einer Katastrophe endet.
Die nahezu beiläufig erzählte Geschichte, ein Mikrokosmos in Nordosteuropa im Jahr 1938, entwickelt die Unvermeidbarkeit von Gewalt, wenn Zivilisationsgrenzen überschritten werden. Der Blick auf das Europa des letzten Friedensjahres vor der Entfesselung der größten bisher bekannten Gewalt wird auf einmal scharf. „Thune kam ein Gedanke, den er nie zuvor gedacht hatte: dass Pathos und Liederlichkeit in irgendeiner verdrehten Art zwei Seiten derselben Medaille waren, dass sie Geschwister waren. Und Ironie und Selbstironie deshalb zu den wichtigsten Waffen der Menschlichkeit gehörten. Sie bildeten eine Art Korrektiv, zu dem die Klügsten greifen konnten, wenn sich die Gefühlsseligen in unhaltbaren Argumentationen über Schmutz und Reinheit verhedderten. Immer wieder dieser Traum von Reinheit“.
  Der Originaltitel des Romans lautet „Hägring 38“. Hägring ist ein schwedisches Wort aus der Schärengegend zwischen Finnland und Schweden. Von Hägring sprechen Seeleute, wenn das Land, von See aus gesehen, in der Luft auf dem Wasser zu schweben scheint: „Jeder Mensch ist ein Mirakel“.
STEPHAN OPITZ
  
Kjell Westö: Das Trugbild. Roman. Aus dem Finnlandschwedischen übersetzt von Paul Berf. Btb Verlag, München 2014. 416 Seiten, 19,99 Euro.
Ironie und Selbstironie
gehören zu den wichtigsten
Waffen der Menschlichkeit
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Pathos und
Liederlichkeit

Kjell Westös Roman über Finnland im Jahr 1938

Dieser Roman ist ein rares Meisterwerk. Bewundernswert sicher verlässt es sich auf die Kraft des Erzählens und dessen Vermögen, etwas über die Menschen herauszukriegen. Der letzte Roman Westös, „Geh nicht einsam in die Nacht“ (München 2013), der letzte von vier Romanen über die Stadt Helsinki im zwanzigsten Jahrhundert, schloss mit dem Satz: „Jeder Mensch ist ein Mirakel“. Das kann Phänomen, Wunder oder Unerklärbares bedeuten.

  Claes Thune, ein belesener Rechtsanwalt, und Mathilda Wiik, Kontoristin bei Thune, sind die Hauptfiguren des neuen Romans, der eine erzählte Zeit von April bis November im Jahr 1938 umfasst. Detailgenau und suggestiv baut Westö eine Erzählung über Wahnvorstellungen von Reinheit und deren Durchsetzung mit Gewalt auf der Grundlage eines pathetisch-pathologischen Nationalismus. Finnland ist unter den nordischen Ländern davon besonders betroffen. Die noch junge politische Nation hatte 1938 bereits einen blutigen Bürgerkrieg hinter sich, unmittelbar nach der 1917 als Folge der Abdankung des russischen Zaren errungenen Unabhängigkeit .

  Thune ist Mitglied im „Mittwochsklub“ – einmal im Monat trifft er sich mit ein paar alten Freunden aus der schwedischsprachigen Oberschicht, um – gern kontrovers, aber auf durchaus liberalem Fond – über Politik und Gesellschaft zu diskutieren. Die Gespräche über Hitlers unverfrorene Gewalt und deren vaterländische Begründung, über patriotische Pflichten, Volksgemeinschaft und kulturfremde Elemente spitzen sich zu; Thune hat bald nur noch einen Gesprächspartner, der seine humanistisch-europäischen Auffassungen und seine Liebe zur Literatur teilt: Robi Lindemark, Psychiater, ältester Freund und neuer Feind Thunes.

  Denn Lindmark lebt seit kurzem mit Gabi zusammen, Thunes Exfrau, deren im Frühsommer 1938 veröffentlichte Sammlung von eleganten erotischen Novellen die Literaturszene in Helsinki bewegt. Angewidert erzählt Lindemark Thune von psychiatrischen Kongressen, auf denen deutsche, europäische Kollegen Eugenik und Euthanasie als Methoden empfehlen. In Lindemarks Klinik ist der Jude Jary, der Künstler im Mittwochsklub, ab Sommer 38 in stationärer Behandlung. Jarys ohnehin labile Seelenverfassung wird heftig erschüttert, als der finnische Sportverband im 100-Meter-Finallauf der finnischen Leichtathletikmeisterschaften 1938 den eindeutigen Sieger, Salomon Jary, Jarys Neffen, mit Rücksicht auf die anwesenden Deutschen auf Platz 4 setzt.

  Mathilda Wiik entstammt der schwedischsprachigen Unterschicht, sie hat sich als moderne, nach einer Trennung allein lebende Frau, zur Bürofachfrau hochgearbeitet. Ihre diskrete, zurückhaltend-elegante Art beeindruckt den gegenwärtig allein lebenden Thune; zu gut weiß er jedoch, dass eine Annäherung in kaum verzeihbarer Peinlichkeit enden würde. Gewalt und Hunger in einem der Straflager, in denen die Weißen nach dem Bürgerkrieg die Roten drangsalierten, haben tiefe, traumatische Spuren in Mathilde Wiik hinterlassen. Die Schilderung dieser Spuren, der schizophrenen Züge von Wiik, gehört zu den erzählerischen Meisterleistungen dieses Romans.

  Die Stimme eines Mannes aus dem Mittwochsklub schallt in die verstörten Erinnerungsschichten von Wiik hinein; sie ist wehrlos gegenüber der Unausrottbarkeit von Gewalterinnerung. Und wehrt sich doch. Was Thune ahnt und doch nicht weiß. Und was in einer Katastrophe endet.

Die nahezu beiläufig erzählte Geschichte, ein Mikrokosmos in Nordosteuropa im Jahr 1938, entwickelt die Unvermeidbarkeit von Gewalt, wenn Zivilisationsgrenzen überschritten werden. Der Blick auf das Europa des letzten Friedensjahres vor der Entfesselung der größten bisher bekannten Gewalt wird auf einmal scharf. „Thune kam ein Gedanke, den er nie zuvor gedacht hatte: dass Pathos und Liederlichkeit in irgendeiner verdrehten Art zwei Seiten derselben Medaille waren, dass sie Geschwister waren. Und Ironie und Selbstironie deshalb zu den wichtigsten Waffen der Menschlichkeit gehörten. Sie bildeten eine Art Korrektiv, zu dem die Klügsten greifen konnten, wenn sich die Gefühlsseligen in unhaltbaren Argumentationen über Schmutz und Reinheit verhedderten. Immer wieder dieser Traum von Reinheit“.

  Der Originaltitel des Romans lautet „Hägring 38“. Hägring ist ein schwedisches Wort aus der Schärengegend zwischen Finnland und Schweden. Von Hägring sprechen Seeleute, wenn das Land, von See aus gesehen, in der Luft auf dem Wasser zu schweben scheint: „Jeder Mensch ist ein Mirakel“.

STEPHAN OPITZ
  

Kjell Westö: Das Trugbild. Roman. Aus dem Finnlandschwedischen übersetzt von Paul Berf. Btb Verlag, München 2014. 416 Seiten, 19,99 Euro.

Ironie und Selbstironie
gehören zu den wichtigsten
Waffen der Menschlichkeit

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