Mittelalteriche Rathäuser in Deutschland - Albrecht, Stephan
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Wie sahen die mittelalterlichen Rathäuser aus und woher stammten ihre architektonischen Formen? Wie wurden sie benutzt? Wer betrat überhaupt das Rathaus und zu welchem Zweck? Welche Rolle spielte das Rathaus im öffentlichen Leben der Stadt? Und schließlich: Was war das eigentlich für ein Rat, der im Mittelalter ein Rathaus baute? Stephan Albrecht beantwortet sachkundig diese und viele andere Fragen zum Thema und gibt einen fundierten Überblick über Architektur und Funktion des Rathausbaus von den Anfängen bis zum 16. Jahrhundert. In mehr als 100 Einzeldarstellungen dokumentiert der Band…mehr

Produktbeschreibung
Wie sahen die mittelalterlichen Rathäuser aus und woher stammten ihre architektonischen Formen? Wie wurden sie benutzt? Wer betrat überhaupt das Rathaus und zu welchem Zweck? Welche Rolle spielte das Rathaus im öffentlichen Leben der Stadt? Und schließlich: Was war das eigentlich für ein Rat, der im Mittelalter ein Rathaus baute?
Stephan Albrecht beantwortet sachkundig diese und viele andere Fragen zum Thema und gibt einen fundierten Überblick über Architektur und Funktion des Rathausbaus von den Anfängen bis zum 16. Jahrhundert.
In mehr als 100 Einzeldarstellungen dokumentiert der Band handbuchartig den aktuellen Forschungsstand. Damit steht auch eine ideale Grundlage für künftige Untersuchungen zur Stadtbaukunst, zur Profanarchitektur, zur Geschichte des Bürgertums und zur städtischen Sozialgeschichte zur Verfügung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Wbg Academic
  • Seitenzahl: 300
  • Erscheinungstermin: Oktober 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 250mm x 174mm x 27mm
  • Gewicht: 970g
  • ISBN-13: 9783534138371
  • ISBN-10: 3534138376
  • Artikelnr.: 12796628
Autorenporträt
Stephan Albrecht, geb. 1963, studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kirchengeschichte in Wien, Berlin, Freiburg und Leiden. Promotion 1991, Habilitation 2001. Seither Lehrstuhlvertretungen in Berlin, Kiel und Tübingen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Stadtgeschichte, öffentlichem Profanbau, Denkmalforschung und Erinnerungskultur.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.05.2005

Privilegiensteine, auf den Marktplatz getragen
Endlich im Überblick: Stephan Albrecht ruft die deutschen mittelalterlichen Rathäuser in Erinnerung

Bis heute prägen die Rathausbauten des Mittelalters die Marktplätze unzähliger deutscher Städte und zeugen vom kommunalen Selbstbewußtsein vergangener Tage. Doch sie sind die Stiefkinder der Kunstgeschichte. Während die Entwicklung des mittelalterlichen Sakral- und Residenzbaus mitunter bis in die feinsten Verästelungen erforscht wurde, ist unser Wissen über die Baugeschichte selbst der prominentesten Rathäuser oftmals nach wie vor dürftig.

Daß Stephan Albrecht nun erstmals seit über sechzig Jahren ein Überblickswerk zu den mittelalterlichen Rathäusern Deutschlands und benachbarter Regionen vorgelegt hat, ist daher mutig und verdienstvoll. Daß sein Buch nicht zu jedem der über hundert vorgestellten Bauten mit gleicher Zuverlässigkeit Auskunft geben kann, erscheint angesichts des schlechten Forschungsstandes ebenso unvermeidlich wie einige Schwächen der Gesamtkonzeption. Die auffälligste von ihnen betrifft das Ungleichgewicht der regionalen Einteilung im handbuchartigen Hauptteil des Werkes. Während etwa die Rathäuser Süddeutschlands und der Schweiz in wünschenswerter Ausführlichkeit in drei Kapiteln behandelt werden, sind die wenigen Beispiele aus dem Preußenland, aus Schlesien, Böhmen und Österreich unter der alle Distinktionen nivellierenden, martialisch klingenden Kapitelüberschrift "Der Osten" zusammengefaßt. Die Rathäuser von Danzig und Thorn werden dort in einem Zug mit denen von Breslau, Prag und Wien behandelt. Der "südliche Ostseeraum" indes, wo sie sowohl geographisch als auch kulturgeschichtlich zu verorten sind, endet der regionalen Einteilung des Buches zufolge an der heutigen Ostgrenze Deutschlands.

Gerade die Ausführungen zur Baugeschichte der städtischen Machtzentren an der deutschen Ostseeküste, etwa in Rostock, Stralsund oder Greifswald, führen den immensen, über den Anspruch eines Überblickswerkes hinausweisenden Rechercheaufwand vor Augen, der dem im Programm der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft seit vielen Jahren angekündigten Band zugrunde liegt. Albrecht leistet hier vielfach Pionierarbeit, indem er zum Teil unpublizierte bauarchäologische Befunde der jüngsten Zeit auswertet.

Einige neue Erkenntnisse bieten auch die einführenden Kapitel zur Funktion und Gestalt der Rathäuser. Viel Aufmerksamkeit schenkt Albrecht der Entwicklung architektonischer Elemente, zum Beispiel der Türme und Lauben, die in manchen Regionen den üblichen Saalgeschoßbauten angefügt wurden.

Mit seinem unbestechlichen Urteil demontiert er einige liebgewordene Mythen der älteren Forschung: Galten Rathäuser einst als Symbolbauten bürgerlicher Demokratie, so stellt Albrecht klar, daß sie, ganz im Gegenteil, vornehmlich der Selbstdarstellung einer elitären, privilegienversessenen Ratsoligarchie dienten, die sich durch architektonische Prachtentfaltung gegenüber dem Rest der Bürgerschaft abgrenzte. Die Mär vom mittelalterlichen Rathaus als baulichem Ausdruck bürgerlicher Gleichheitsideale dürfte damit endgültig ad acta gelegt sein.

ARNOLD BARTETZKY

Stephan Albrecht: "Mittelalterliche Rathäuser in Deutschland. Architektur und Funktion". Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004. 300 S., 215 Abb., 1 Karte, geb., 64,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Arnold Bartetzky preist es als großes Verdienst, dass Stephan Albrecht mit dieser Monografie über mittelalterliche Rathäuser endlich einem "Stiefkind der Kunstgeschichte" Gerechtigkeit widerfahren lässt. Der Rezensent streicht auch den Mut heraus, den der Autor damit an den Tag legt, denn dieses Gebiet ist nur unzureichend erforscht. Deshalb ist er auch bereit, über einige, wie er schreibt, "unvermeidliche Schwächen" hinwegzusehen. So zeigt er zum Beispiel Verständnis dafür, dass Albrecht nicht mit "gleicher Zuverlässigkeit" jedes der über 100 beschriebenen mittelalterlichen Rathäuser vorstellen kann. Dafür streicht er den "immensen Rechercheaufwand" heraus, den der Autor geleistet hat und mit dem er insbesondere die kaum erschlossenen Bauten an der deutschen Ostseeküste behandelt. Nachdrücklich lobt er auch, dass Albrecht  mit dem "liebgewonnenen Mythos" vom Rathaus als Symbol "bürgerlicher Gleichheitsideale" aufräumt. Wenn er etwas kritisiert, dann vor allem das "Ungleichgewicht" in der Behandlung der verschiedenen Regionen. So stelle der Autor in drei großen Kapiteln die Rathäuser Süddeutschlands und der Schweiz in wünschenswerter Ausführlichkeit" vor, habe aber nur wenige Beispiele aus Preußen, Schlesien oder Böhmen mit einbezogen und deren Eigenarten zudem unter der schwammigen Überschrift "Der Osten" quasi nivelliert, moniert der Rezensent. Dennoch preist er dieses handbuchartige Werk als verdienstvollen Beitrag, der bei vielen Einzelbauten "Pionierarbeit" leistet.

© Perlentaucher Medien GmbH
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