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Das Ziel dieses streitbaren Essays ist hoch gesteckt: Es geht um die Verteidigung der Idee und der Institution Universität als Stätte der freien Forschung und Lehre gegen die Anmaßungen einer vermeintlich progressiven Neuordnung der akademischen Ausbildung nach dem Bologna-Reformmodell. Die heutige Zivilgesellschaft braucht unabhängige Universitäten als Institutionen der kritischen Erkenntnis in den Natur- und Geisteswissenschaften. Diese Erkenntnis strukturiert die Lehre und Forschung der freien Universität, nicht die positive Wissensvermittlung mit praktischer Zielsetzung in der…mehr

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Produktbeschreibung
Das Ziel dieses streitbaren Essays ist hoch gesteckt: Es geht um die Verteidigung der Idee und der Institution Universität als Stätte der freien Forschung und Lehre gegen die Anmaßungen einer vermeintlich progressiven Neuordnung der akademischen Ausbildung nach dem Bologna-Reformmodell. Die heutige Zivilgesellschaft braucht unabhängige Universitäten als Institutionen der kritischen Erkenntnis in den Natur- und Geisteswissenschaften. Diese Erkenntnis strukturiert die Lehre und Forschung der freien Universität, nicht die positive Wissensvermittlung mit praktischer Zielsetzung in der Marktverwertung. »Wozu noch Universitäten?« verfolgt am Leitfaden der Unterscheidung von akkumulierbarem Wissen und kreativer Erkenntnis die Lehre und Forschung von der Antike bis zur Gegenwart. Die Antike mit ihren vielen naturwüchsigen Wissenschaften bildete die Grundlage der mittelalterlichen Universitäten, die im 19. Jahrhundert zwar formal in der Vier-Fakultäten-Ordnung weiter bestanden, sich jedoch faktisch in die duale Anlage von Natur- und Geistes- oder Kulturwissenschaften verwandelte. Heute treten an die Stelle fester Fächerordnungen häufig föderative Bündnisse, die sich um die Lösung neuer Probleme bemühen. - Die Zäsur von 1968 führte zur Einebnung der Differenz zwischen den der Erkenntnis gewidmeten Universitäten einerseits und den an der Praxis orientierten Hochschulen andererseits. Die sog. Bologna-Reformen nach 1999 schließlich waren der Vorwand für eine bürokratische Betonierung des Studiums auf Provinzniveau. Das Versagen von »Bologna« ist offenkundig, schon das Bezugsfeld Europa ist für die Wissenschaft, die weltweit denkt und vernetzt ist, eine eklatante Fehlleistung. Die Universität sollte sich behutsam befreien von der - pädagogisch zubereiteten - Zwangsordnung und ihr die eigenen Maßstäbe in Forschung und Lehre entgegen stellen. Kritische Erkenntnis und Begründung sind der Kern der weltweiten Universitäten, wie jede Zivilgesellschaft sie braucht und vom Staat einfordern kann.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

Autorenporträt
Reinhard Brandt, geboren 1937, Studium Latein, Griechisch und Philosophie (Staatsexamen) in Marburg, München und Paris. 1972 bis 2002 Professor für Philosophie in Marburg, viele Gastprofessuren. 2004 Christian-Wolff-Professor in Halle. Leiter der Marburger Arbeitsstelle zur Weiterführung der Akademie-Ausgabe von Kants Gesammelten Schriften. Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft der Universität Frankfurt und korr. Mitglied der Akademie zu Göttingen, im Sommer 2005 Gast im Wissenschaftskolleg zu Berlin. Bücher: Philosophie in Bildern. Von Giorgione bis Magritte (2000, 2002); Die Bestimmung des Menschen bei Kant (2007, 2009); Können Tiere denken? (2009); Immanuel Kant - Was bleibt? (2010); Wozu noch Universitäten? (2011).
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 02.04.2011

Sachbücher des
Monats April
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücher der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. KWAME ANTHONY APPIAH: Eine Frage der Ehre, oder Wie es zu moralischen Revolutionen kommt. Übersetzt von Michael Bischoff. Verlag C. H. Beck, 270 Seiten, 24,95 Euro.
2. REINHARD BRANDT: Wozu noch Universitäten? Ein Essay. Felix Meiner Verlag, 250 Seiten, 18,90 Euro.
3. PHILIPP BLOM: Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung. Carl Hanser Verlag, 400 Seiten, 24,90 Euro.
4. PETER GEIMER:Bilder aus Versehen. Eine Geschichte fotografischer Erscheinungen. Verlag Philo Fine Arts (Fundus-Bücher), 528 Seiten, 26, 00 Euro.
5.-6. STÉPHANE HESSEL: Empört Euch! Übersetzt von Michael Kogon. Ullstein Verlag, 32 Seiten, 3,99 Euro.
SIEGFRIED KOHLHAMMER: Islam und Toleranz. Von angenehmen Märchen und unangenehmen Tatsachen. Zu Klampen Verlag, 199 Seiten, 19,90 Euro.
7. JOSEPH VOGL: Das Gespenst des Kapitals. Diaphanes Verlag, 140 Seiten, 14,90 Euro.
8. ANDREA BÖHM: Gott und die Krokodile. Eine Reise durch den Kongo. Pantheon Verlag, 268 Seiten, 14,99 Euro.
9.-10. OLAF B. RADER: Friedrich der Zweite. Der Sizilianer auf dem Kaiserthron. C. H. Beck Verlag, 592 Seiten, 29,95 Euro.
SYBILLE STEINBACHER: Wie der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und An-stand in der frühen Bundesrepublik. Siedler Verlag, 575 Seiten, 28,00 Euro.
Besondere Empfehlung des Monats April von Elisabeth von Thadden: TIM JACKSON: Wohlstand ohne Wachstum. Leben und Wirtschaften in einer endlichen Welt. Übersetzt von Eva Leipprant. Oekom Verlag, 272 Seiten, 22,95 Euro.
Die Jury: Rainer Blasius, Eike Gebhardt, Fritz Göttler, Wolfgang Hagen, Daniel Haufler, Otto Kallscheuer, Petra Kammann, Guido Kalberer, Elisabeth Kiderlen, Jörg-Dieter Kogel, Hans Martin Lohmann, Ludger Lütkehaus, Herfried Münkler, Wolfgang Ritschl, Florian Rötzer, Johannes Saltzwedel, Albert von Schirnding, Jacques Schuster, Norbert Seitz, Hilal Sezgin, Elisabeth von Thadden, Andreas Wang, Uwe Justus Wenzel.
Redaktion: Andreas Wang (NDR Kultur)
Die nächste SZ/NDR/BuchJournal-
Liste der Sachbücher des Monats erscheint am 30. April.  
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 20.08.2011

Studenten und Professoren haben sich ohne ernstzunehmende Gegenwehr ergeben
Zu wortreich, um die Leute gegen die Bologna-Reform auf die Barrikaden zu bringen: Reinhard Brandt versucht von der Universität zu retten, was noch zu retten ist

Der Essay von Reinhard Brandt "Wozu noch Universitäten?" liefert ein Nachhutgefecht zur Kontroverse um die Bologna-Reform. Als der Autor im Jahre 2009 zwei Vorträge hielt, deren erweiterte Fassung er mit diesem Buch vorlegt, stand der Erlass von Studienordnungen nach dem Bologn-Reformmodell schon in voller Blüte. Schriften wie diese hätte man sich ein Jahrzehnt früher gewünscht, als in Deutschland Funktionäre in der Universität darangingen umzusetzen, was sie unter der Bologna-Reform verstanden. Das späte Datum dieses Plädoyers nimmt Brandts Kritik nicht die Triftigkeit, wohl aber den politischen Biss.

Die Frage "Wozu noch Universitäten?" wird im fünften Kapitel des Buches bündig beantwortet. Für den Autor sind - und das verdient Zustimmung - Universitäten "keine Schulen, die Wissen vermitteln, sondern Institutionen eigenständiger Erkenntnis". Diese sei vom Weitergeben von Wissen wie auch von der Wahrheit abzugrenzen. Erkenntnis erschöpfe sich nicht in einem "Know-how". Sie sei auch nicht wahrheitsfähig im Sinne unumstößlicher Dogmen. Ihre Antriebskraft sei die Skepsis, der Zweifel. Darum sei sie vorläufig. Sie entspringe einer Forschungsfrage in kritischer Absicht und verfalle der Kritik.

Das Gewinnen von Erkenntnis erschöpft sich für Brandt nicht in selbstgenügsamer Forschung und Lehre. Ihr Adressat sei letztlich auch die Zivilgesellschaft. Zwar verkennt der Autor nicht, dass eine von Nützlichkeitsdenken freie Forschung der Gesellschaft am besten dient. Doch plädiert er nicht für eine von der Zivilgesellschaft isolierte Wissenschaft. Die Lehre ist für ihn der erste Schritt auf dem Weg der Erkenntnis in die Öffentlichkeit. Die Universität müsse die Ergebnisse ihrer Forschung auch dem aufklärungsbedürftigen Bürger und damit der Zivilgesellschaft zugänglich machen. Im demokratischen Staat sei auch die Universität an der "Selbstrekrutierung" demokratiefähiger Bürger beteiligt. Durch diesen Beitrag gewinne die Universität ihren Halt in der Demokratie.

Prototyp des modernen Forschers kann bei diesem Verständnis der Universitäten nicht mehr der "isolierte, nicht vernetzte Gelehrte" sein. Dieser sei ein Relikt der Geschichte. Der die heutigen Universitäten weltweit prägende Austausch von Erkenntnissen sei wegen seines kritischen Potentials ein Korrektiv gegen "niveaulose Abwegigkeiten" nicht öffentlichkeitsfähiger Forschungsergebnisse. Brandt stellt im Einzelnen fest: Das in Deutschland praktizierte Bologna-Modell hat die Freiheit der Universitäten, eigenständig über den Lehrstoff zu entscheiden, massiv eingeschränkt. Die ursprüngliche Einführungsvorlesung, in der es darum ging, den Studenten mit dem Erkenntnishandwerkszeug seines Faches vertraut zu machen und Erkenntnisfähigkeiten zu vermitteln, ist Opfer eines "bürokratischen fast foods" geworden. Fixiert auf abzählbare Leistungspunkte, verlieren auch die Seminare den Vorzug, die letzte Stätte in der Universität zu sein, wo kritische Erkenntnis ein- und ausgeübt wird.

Schon heute lässt sich mit dem Autor sagen, dass die in bester Absicht geplante Universitätsreform ihre drei Ziele verfehlt hat: Weder ist die Zahl der Studienabbrecher merklich gesunken, noch haben sich die Vergleichbarkeit der Prüfungsleistungen und damit die Mobilität der Studenten in Europa verbessert. Auch die Absicht, durch ein berufsqualifizierendes Bachelorstudium den Übergang in das Berufsleben zu erleichtern, wurde verfehlt.

Wer sind die Adressaten dieser Streitschrift, die der Autor mit dem zweiten Atemzug gern auch als Pamphlet bezeichnet? Weder die Professoren noch die Studenten sind hier zu nennen. Denn diese haben sich im Allgemeinen ohne ernstzunehmende Gegenwehr weitgehend der Reform ergeben. Es mag sein, dass noch ein Hochschullehrer oder eine Studentin den Weg nach Karlsruhe antritt, um die Bologna-Reform auf den Prüfstand des Bundesverfassungsgerichts zu stellen. Obwohl es nicht einfach sein dürfte: Ein findiger Anwalt würde wohl einen verfassungsrechtlichen Ansatzpunkt finden.

Brandt sucht sein Publikum, das für den Erhalt der Universitäten als Stätte der Erkenntnis eintreten könnte, jenseits des positiven Rechts. Er spricht von einem "ideellen Abwehrrecht illegitimer Eingriffe durch die Administration". Der Satz des Grundgesetzes, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht, beflügelt ihn, von einem ideellen interessegestützten Rechtsanspruch der Zivilgesellschaft zu sprechen. Der Autor postuliert kein Verfassungsrecht im Sinne eines gerichtlich durchsetzbaren Anspruchs. Vielmehr zeigt er das Interesse der Zivilgesellschaft an kritischen Erkenntnissen auf. Probleme wie die drohende Klimakatastrophe, die entfesselten Finanzmärkte und die modernen Fruchtbarkeitstechnologien gibt es mehr als genug, die im Interesse einer aufklärungsbedürftigen Bürgerschaft gleichermaßen eigenständig wie kritisch vor allem im Hinblick auf unerwünschte Nebenfolgen erforscht werden sollten.

Eine politisch wirksame Lektüre der Brandt-Schrift setzt neben dem richtigen Erscheinungstermin des Buches Information und Überzeugungsarbeit in der Sache voraus. Was weiß der interessierte Bürger über das, was sich unter dem Begriff der Bologna-Reform an den Universitäten abspielt? Wogegen sollen sich die Bürgerinnen und Bürger empören, wenn mangels einer Inanspruchnahme der Parlamente ein gesellschaftlicher Diskurs über dieses Projekt bisher nicht stattgefunden hat?

Von daher betrachtet, verfehlt das Buch die Absicht eines Plädoyers. Der Text ist - um es vornehm auszudrücken - zu wortreich, um als Fanal zu dienen. Es ist ein von ewiger Jugend geplagtes akademisches Ärgernis, dass das jeweilige Problem auf den Punkt bringende Vorträge für den endgültigen Druck nicht nur um einen wissenschaftlichen Apparat, sondern um Texte ergänzt werden, die der ursprünglichen Vorlage ihren Biss oder ihre Botschaft nehmen. Mit der Einleitung und dem fünften Kapitel wäre die Streitschrift rund gewesen und hätte trotz ihrer Kürze einen Einband verdient. Sie hätte eine größere Leserschaft und damit höchstwahrscheinlich das republikanische Publikum für einen gesellschaftlichen Schutz der Universitäten gefunden.

Nicht dass es sich bei den rund zweihundert Seiten um einen schwerverdaulichen Text gehandelt hätte. Im Gegenteil: Der Essay ist in luzider Sprache geschrieben, die das Lesen zu einem intellektuellen Vergnügen macht. Brandt ist ein Meister der feinen Ironie. Seine Ausführungen zur Ersetzbarkeit der Universitäten durch private Ausbildungsstätten und Fernstudium legen von dieser schönen Gabe der Vernunft Zeugnis ab. Möge der Autor trotz des überbordenden Umfangs seiner Streitschrift viele Leser und Leserinnen finden, die sich sein und ihr Anliegen als Bürger zu Kopfe nehmen.

JUTTA LIMBACH

Reinhard Brandt: "Wozu noch Universitäten?" Ein Essay.

Felix Meiner Verlag, Hamburg 2011. 250 S., br., 18,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Inhaltlich ist die hier rezensierende Juristin Jutta Limbach sehr einverstanden mit Rainer Brandts Kritik an den aktuellen Umwälzungen des deutschen Universitätssystems. Die Verschulung a la Bologna, das sieht sie wie er, hat alle angestrebten Ziele (von weniger Abbrecher bis größere Mobilität) verfehlt, mit Gründen, die Brandt aufzählt. Probleme hat Limbach mit dem Buch dennoch. Erstens kommt es ihr einfach zu spät. Der Zug, fürchtet sie, ist abgefahren, das Plädoyer zum Einhalten und Umkehren geht so, auch wenn es viel Kopfnicken in der Professorenschaft und anderswo geben werde, wohl ins Leere. Und außerdem habe der Verfasser Überflüssiges noch als Zusatzkapitel der eigentlichen Streitschrift beigegeben. Die so entstandene Buchbindersynthese nimmt nach Limbachs Überzeugung der so richtigen und klugen Darlegung zusätzlich Kraft.

© Perlentaucher Medien GmbH