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Rettet den Wald! Naturnaher Mischwald ist wichtig. Denn er wird zum Beispiel mitentscheiden, wie wir und nachfolgende Generationen mit den immer häufigeren Hochwassern, Lawinen oder Orkanen fertig werden. Vor allem zu viel Wild verhindert Wälder mit großer Wasserspeicherkraft und verursacht durch Verbiss an jungen Bäumen ein Waldsterben von unten.
Angesichts von Klimawandel und gefluteten Städten Jahrhundertfluten alle drei Jahre! wird offenkundig, wie wichtig die Wasserspeicherkraft naturnaher Wälder ist. Doch diese notwendigen Wälder wachsen nicht nach, weil es die hocheffektive Lobby
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Produktbeschreibung
Rettet den Wald!
Naturnaher Mischwald ist wichtig. Denn er wird zum Beispiel mitentscheiden, wie wir und nachfolgende Generationen mit den immer häufigeren Hochwassern, Lawinen oder Orkanen fertig werden. Vor allem zu viel Wild verhindert Wälder mit großer Wasserspeicherkraft und verursacht durch Verbiss an jungen Bäumen ein Waldsterben von unten.
Angesichts von Klimawandel und gefluteten Städten Jahrhundertfluten alle drei Jahre! wird offenkundig, wie wichtig die Wasserspeicherkraft naturnaher Wälder ist. Doch diese notwendigen Wälder wachsen nicht nach, weil es die hocheffektive Lobby einer winzigen Minderheit der waidgerechten Jäger schafft, ihre Belange durchzusetzen. Ein krasser Verstoß gegen die vielbeschworene Generationengerechtigkeit! Statt Wald vor Wild gilt vielerorts Wild vor Wald. Aus dem scheuen Reh ist längst ein Massentier geworden und aus dem Wald ein artenarmer Holzacker. Der Förster Georg Meister kämpft seit über 50 Jahren mutig und konsequent gegen diese Fehlentwicklung. In seinem Revier hat er beispielhaft gezeigt, wie naturnahe Wälder nachwachsen können und machte sich dadurch viele Feinde.
  • Produktdetails
  • Verlag: Westend
  • Seitenzahl: 244
  • Erscheinungstermin: September 2006
  • Deutsch
  • Abmessung: 24mm x 155mm x 225mm
  • Gewicht: 527g
  • ISBN-13: 9783938060117
  • ISBN-10: 3938060115
  • Artikelnr.: 20857488
Autorenporträt
Lieckfeld, Claus-PeterClaus-Peter Lieckfeld ist preisgekrönter Romanautor (Deutscher Science Fiction Preis) und bekannter Journalist. Er hat für ZEIT, SPIEGEL, STERN, SZ, mare u.a.m. geschrieben. Zuletzt erschien von ihm u.a. das Sachbuch »Tatort Wald«. Sein Roman »Der Anwalt der Hexen« erhielt die Höchstwertung der Illustrierten STERN.
Inhaltsangabe
Inhalt Vorwort 9 Prolog: Warum der Wald wieder wichtig wird 11 Forst und Jagd: "The German problem" 15 Ein Gast sieht mehr 17 Waidmannslust von Gottes Gnaden 22 1. Im Wald wächst ein Jäger (1929-1945) 25 Die Jagd ruft 27 Eine fatale Liaison 28 Jagd - mit der Muttermilch eingesogen 32 Meisters jagdliche Lehrjahre 35 Schüsse in Deutschland 43 Trophäenkult 50 Götterdämmerung 53 2. Lernen für den Lebenstraum (1945-1953) 57 Jagdlobby besiegt Waldlobby 62 Wer den (Wild)Schaden hat, spottet jeder Beschreibung 67 Karriereleiter mit hohen Sprossen 69 Mutter Natur weiß es besser 73 3. Vom Hegejäger zum Waldheger (1953-1965) 77 Beim Jagen drückt man ein Auge zu 83 Ein Traum gerät ins Schlingern 86 Das Bild von Jagd bekommt Risse 92 Hoch hinaus, endlich Hochgebirge 94 Blick zurück nach vorn 100 Gegenwind von oben - eine Episode 102 Harte Arbeit für andere 104 Strafversetzt nach oben 108 4. Kassandra bleibt unbeliebt (1966-1978) 110 Die Nachhaltigkeit der Ausreden 115 Nationalpark - eine Idee im Zerreisstest 117 Ja, mach nur einen Plan ... 120 Zurück an die Basis 121 Bitte recht freundlich! 127 Der Weihnachts-Stern und die Zeitenwende im Wald 129 Tauziehen im Schatten des Watzmann 131 Ein Mann wird zur Zielscheibe 136 Laudatio auf einen Kärrner 139 5. Leiter des Forstamts Bad Reichenhall - eine ganz besondere Herausforderung (1978-1994) 142 Die Koalition der Zufriedenen 146 Es ist zum Verzweifeln 150 "Da muss man ja Mitleid haben!" 151 "Waldsterben" - es rauscht im deutschen Blätterwald 153 Lawinen, Hochwasser und Du rre 154 Die Lage des Waldes 155 Der Schock des Trophäenjagdverzichts 157 Verpasste Chancen 158 Der Wald mag dahinsiechen, das Dogma muss leben 160 Die Politik reagiert 161 Verbände kämpfen für funktionsgerechte Wälder 162 Jagdtrophäen mit Gold aufgewogen 163 Die Weißwand klärt die Fronten 167 Der eine strahlt, der andere zahlt 170 Die Waldbesucher sind schuld 173 Bergmischwälder für die Enkel 175 Die Jugend motivieren 176 Vom (Ver)Schweigen im Walde 178 Worte sind Zwerge, Taten sind Riesen 181 6. "Die Tannen können wir auf ewige Zeiten vergessen!" (1994-2006) 184 Weltmeister im Verstecken - eine Erfolgsstory 187 Trophäenjagd verhindert naturnahe Wälder 191 Klu ger als der liebe Gott 194 Routineschäden 197 Störfaktor Mensch 198 "Sparwälder" als Folge überhöhter Wildbestände 200 Ein Nationalpark als Zentrum der Trophäenjagd 204 Ohne Lernbereitschaft gibt es keinen Wandel 206 Wie (un)bezahlbar ist Hochwasserschutz? 217 Gibt es kurzfristigen Hochwasserschutz? 220 Humus - schwarzes Gold 221 Keine klaren Ziele - keine Zukunft 223 Weiterhin prima Klima für die Jagd? 227 7. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (2007 bis heute) 236 Epilog: Was können wir tun in Zeiten des Klimawandels? 248 Anmerkungen 254 Glossar 259 Grafiken 265 Literaturempfehlungen 272
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 24.11.2006

Konsequent jagen
Ein Forstmann ohne Trophäen wird zum Helden des Waldes
Es ist ein Vorurteil bei den angrenzenden Nationen, dass die Deutschen ein waldverliebtes Volk seien. Tacitus und die romantischen Dichter haben den Irrtum erzeugt. Unlängst ergab eine Untersuchung, dass jedes dritte Hamburger Schulkind noch nie in einem Wald war. Ein bedeutendes nationales ökonomisches wie ökologisches Vermögen – der Wald auf einem Drittel der deutschen Landesfläche – ist ständig gefährdet, aber das interessiert die große Mehrheit nicht im geringsten. Der Umweltpublizist Claus-Peter Lieckfeld versucht, für den Wald Anteilnahme zu wecken, indem er das Thema „personalisiert”; er schildert den Lebensweg des bayerischen Forstmannes Georg Meister, der unermüdlich dafür gestritten hat, dass aus der Beschwörungsformel „Wald vor Wild” in deutschen Wäldern auch Praxis wird.
Der heute pensionierte ehemalige Leiter eines Forstamtes im Hochgebirge hat dem bayerischen Steuerzahler unerkannt Millionensummen erspart, als er durch konsequente – aber anstrengende – Jagd dafür sorgte, dass der Schutzwald sich natürlich und kostenlos verjüngen konnte, wodurch teure technische Verbauung gegen Lawinen überflüssig wurden. Überdies hat Meister in vielen Publikationen Waldentwicklungen photographisch dokumentiert und bewiesen, dass es bei der Masse der Hirsche und Rehe den in Zeiten des Klimawandels ersehnten stabilen Mischwald nicht geben kann. Damit störte er die Interessen der organisierten Jägerschaft, die viel Wild braucht, soll die Jagd bequem und die Strecke groß sein. Und er kränkte die Forstbürokraten, die gern einmal einen auf Kosten des Waldes gemästeten Zwölfender schossen für die Trophäen über dem Sofa.
Die Subventionierung des Jagdvergnügens einer winzigen Minderheit durch die steuerzahlende Mehrheit ist seit Görings Jagdgesetzgebung nicht abgerissen. Sie geschieht lautlos und ist für das Publikum kaum zu durchschauen. Wirtschaftliche Interessen sind mit ökologischen Problemen eng verflochten, Rituale, Emotionen und Traditionen bilden ein dichtes Geflecht. Lieckfeld durchleuchtet es kenntnisreich und beschreibt es – dem Skandal angemessen – sarkastisch und temperamentvoll. Indem er die Probleme mit Hilfe der Lebens- und Wirkungsgeschichte eines verdienstvollen Försters darstellt, wird die nötige, aber schwierige Aufklärung anschaulich.
CHRISTIAN SCHÜTZE
CLAUS-PETER LIECKFELD: Tatort Wald. Von einem, der auszog, den Forst zu retten. Westend Verlag, Frankfurt am Main 2006. 244 Seiten, 19,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Dieses Buch wird für einigen Wirbel sorgen. Spannend wie ein Krimi.

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.03.2012

Waldvegetieren

Das Thema ist ein Dauerbrenner, in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit reduziert es sich jedoch auf jenes routinierte Achselzucken, das der jährlichen Vorstellung des Waldzustandsberichtes zu folgen pflegt. Dem deutschen Wald geht es vielleicht nicht so schlecht wie einst vorhergesagt, sein Regenerationsbedarf ist aber nach wie vor hoch. Das ist keine gute Botschaft, weil wir als Hochkultur nicht von Netzwerkknoten leben können, sondern auf eine intakte Natur angewiesen sind. Reiches Anschauungsmaterial, wie falsch mit den Wäldern seit Jahrzehnten umgegangen wird und wie eine tatsächlich nachhaltige Forstwirtschaft auszusehen hätte, bietet das Leben des bayerischen Jägers und Försters Georg Meister, Jahrgang 1929. Er hat über Jahrzehnte den Umbau des Waldes fotografisch dokumentiert. Sein Werdegang liest sich wie ein Krimi, auch in der sechs Jahre nach dem ersten Erscheinen komplett überarbeiteten Fassung. Die Winkelzüge der Forstverwaltung, die Kollisionen mit den Waldbesitzern, die Behauptungsmacht der Jagdlobby, der hohe Bestand an Wild - alles zusammen verhindert das Entstehen eines stabilen Mischwalds, der sich als perfektes System selbst erhalten kann. Wie dieses Ziel erreicht werden könnte, zeigt das Buch auch auf: Ein Maßnahmenkatalog bündelt die Einsichten dieses engagierten Naturschützers. (Claus-Peter Lieckfeld: "Tatort Wald". Georg Meister und sein Kampf für unsere Wälder. Westend Verlag, Frankfurt am Main 2012. 272 S., zahlr. Abb., geb., 22,99 [Euro].) hhm

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Christian Schütze kann dieses Porträt des Försters Georg Meister besten Gewissens empfehlen. "Sarkastisch und temperamentvoll" erzählt der Umweltpublizist Claus-Peter Lieckfeld darin, was deutscher Wald und deutscher Steuerzahler diesem Streiter für den stabilen Mischwald und gegen die Jagdlobby schulden. Denn seit Hermann Görings Jagdgesetzen werde das private Jagdvergnügen subventioniert, was bedeutet, dass Hirsche und Rehe sich am Jungwald ungehindert mästen dürfen, um eine fettere Beute abzugeben, wie Christian Schütze erklärt. Georg Meister nun sei es zu verdanken, dass er sich unermüdlich für die Devise "Wald vor Wild" stark gemacht und damit Millionensummen für teure Aufforstungsarbeiten eingespart hat.

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"Ein Forstmann ohne Trophäen wird zum Helden des Waldes." Süddeutsche Zeitung "Konsequent räumt das Buch mit dem Mythos auf, dass ein gesunder Wald viel Wild bedeute, und zeigt stattdessen, welche natürliche Vielfalt durch den Überbesatz an Wild verhindert wird." Frankfurter Neue Presse "Spannend wie ein Krimi" Münchner Merkur "Der Bono der deutschen Förster" Spiegel "Dieses Buch wird für einigen Wirbel sorgen." Münchner Merkur