Soziale Nachhaltigkeit - Opielka, Michael
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Das Drama unserer Gegenwart hat einen Namen: Externalisierung. Die meisten Menschen in den Industrienationen leben über ihre Verhältnisse. Umweltlasten und Sozialkosten werden "externalisiert", verschoben - an die Armen im reichen Norden, an die Ärmsten im Süden sowieso. Der Wohlfahrtsstaat - angetreten soziale Konflikte durch sozialpolitische Maßnahmen zu mildern - entwickelte sich zum Helfer dieser Entwicklung: Klimavergehen werden mit Arbeitsplätzen und Rentenzahlungen gerechtfertigt.
Mit diesem Buch wird erstmals ein Konzept vorgelegt, um den Wohlfahrtsstaat vom Kopf auf die Füße zu
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Produktbeschreibung
Das Drama unserer Gegenwart hat einen Namen: Externalisierung. Die meisten Menschen in den Industrienationen leben über ihre Verhältnisse. Umweltlasten und Sozialkosten werden "externalisiert", verschoben - an die Armen im reichen Norden, an die Ärmsten im Süden sowieso. Der Wohlfahrtsstaat - angetreten soziale Konflikte durch sozialpolitische Maßnahmen zu mildern - entwickelte sich zum Helfer dieser Entwicklung: Klimavergehen werden mit Arbeitsplätzen und Rentenzahlungen gerechtfertigt.

Mit diesem Buch wird erstmals ein Konzept vorgelegt, um den Wohlfahrtsstaat vom Kopf auf die Füße zu stellen: Seine Binnenlogik wird auf Soziale Nachhaltigkeit umgestellt. Ziel ist eine neue Internalisierungsgesellschaft, die mit dem auskommt, was sie hat. Die Idee des Grundeinkommens spielt dabei eine wichtige Rolle.
  • Produktdetails
  • Verlag: oekom
  • Seitenzahl: 132
  • Erscheinungstermin: 6. April 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 151mm x 17mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783960060055
  • ISBN-10: 396006005X
  • Artikelnr.: 47574644
Autorenporträt
Michael Opielka ist wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des ISÖ - Institut für Sozialökologie in Siegburg und Professor für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Er lehrt auch an der Universität Hamburg und war Gastprofessor für Soziale Nachhaltigkeit an der Universität Leipzig.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 11.09.2017

Wo Wohlfahrt
ein Problem wird
Michael Opielka plädiert
für soziale Nachhaltigkeit
Die meisten Menschen in den Industrienationen leben über ihre Verhältnisse. Die Folgen dieses Lebensstils werden in weiten Teilen auf künftige Generationen und auf Menschen im ohnehin ärmeren globalen Süden verschoben. Umweltprobleme könnten die größte soziale Katastrophe des 21. Jahrhunderts werden. Der Wohlfahrtsstaat wirkt dabei wie ein Helfer: Klimavergehen werden mit Arbeitsplätzen und Rentenzahlungen gerechtfertigt. Das Buch des Jenaer Soziologen Michael Opielka möchte als Antwort auf diese schon oft diagnostizierte Misere eine Konzeption „sozialer Nachhaltigkeit“ entwickeln. Also so zu leben und zu wirtschaften, dass es auf Dauer und weltweit gut gehen kann.
Ungeachtet einiger zündender Statements kommt der schmale Band eher wie eine interessante Kommentierung diverser Player, Texte und aktueller Debatten daher und nicht als echtes Konzept. Opielka diagnostiziert sehr genau eine Abhängigkeit des Wohlfahrtsstaates vom Wirtschaftswachstum, das zugleich einen großen ökologischen Fußabdruck erzeugt. Die Lösung sei freilich durch die Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft schon angebahnt. Nötig sei ferner eine Umstellung der Sozialpolitik auf ein Grundeinkommen. Das hat in der Tat viele Vor- und Nachteile, und unter welchen Bedingungen es finanzierbar wäre, hätte hier näher untersucht werden können. Es als menschenrechtlich geboten anzusehen, ist eine neue Sicht, für die Opielka die rechtliche Begründung noch nachliefern müsste.
Auch dass die Dienstleistungsgesellschaft immer weiter gestärkt werden und irgendwann praktisch ohne industrielle Basis überleben kann, ist bislang nicht mehr als eine reine Vermutung. Und auch Dienstleistungen haben oft einen riesigen ökologischen Fußabdruck. Zum Beispiel Urlaubsflüge und die IT-Wirtschaft. Will man die globale Erwärmung gemäß dem Pariser Klimaabkommen auf 1,5 bis 1,8 Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzen, wäre das deshalb wohl doch das Ende des Wachstums. Das Pariser Ziel zum Klimaschutz impliziert globale Nullemissionen in zehn bis zwanzig Jahren. Das geht nicht rein technisch, sondern erfordert auch mehr Genügsamkeit. Das ist mit Wachstum schlecht vereinbar.
Das erzeugt große Folgeprobleme für Arbeitsmarkt, Staatshaushalt, Sozialversicherung oder Bankenwesen. Über mögliche Lösungen redet bislang fast niemand. Da hätte Opielka einhaken können. Dafür hätte man die eher vagen Ausführungen zu Werten und den widersprüchlichen und unverbindlichen „Zielen für nachhaltige Entwicklung“ der UN entfallen lassen können. Ungeachtet dessen liefert Opielka viel Stoff zum Nachdenken.
FELIX EKARDT
Felix Ekardt leitet die Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin und lehrt an der Uni Rostock.
Michael Opielka:
Soziale Nachhaltigkeit.
Auf dem Weg zur
Internalisierungs-
gesellschaft. Oekom-
Verlag München 2017,
132 Seiten, 19,95 Euro.
E-Book: 15,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"Dieses kompakte, tiefsinnige und verständliche Buch zeigt, dass Soziale Nachhaltigkeit die Welt im 21. Jahrhundert so prägen muss, wie der Wohlfahrtsstaat das 20. Jahrhundert. Eine Pflichtlektüre für Entscheidungsträger und engagierte Bürger!"
Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Ko-Präsident des Club of Rome

"Wer von der Externalisierungsgesellschaft und ihrem Preis spricht, sollte auch von möglichen Wegen in eine Internalisierungsgesellschaft reden. Eben dies tut Michael Opielka - und eröffnet damit neue Horizonte in der Nachhaltigkeitsdebatte. Sein Buch plädiert für ein gesellschaftliches Verantwortungsmanagement, das im Wissen um globale Systemzusammenhänge und Handlungsketten vor der eigenen Haustüre kehrt. Und weist einem transformierten Wohlfahrtsstaat, dessen Binnenlogik auf Soziale Nachhaltigkeit ausgerichtet wird, eine zentrale Rolle bei der zentralen gesellschaftlichen Entwicklungsaufgabe für das 21. Jahrhundert zu: der sozialökologischen Revolutionierung der Welt." Prof. Dr. Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilians-Universität München - Autor von "Neben uns die Sintflut"

"Michael Opielka rückt Fragen der Gerechtigkeit in das Zentrum der Nachhaltigkeit, die sonst häufig auf die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen beschränkt wird. Entsprechend sind seine großen Themen der Wohlfahrtsstaat, die Entwicklung der Städte, das kapitalistische Wirtschaftssystem und die Frage nach einem Wertesystem, mit dem wir eine gute Zukunft gestalten können." Prof. Dr. Armin Grunwald, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) / KIT

"Michael Opielka verbindet die Diskussion über Fragen der Nachhaltigkeit mit der Diskussion über die Zukunft des Wohlfahrtsstaates. Dabei geht er der Frage nach, wie der Wohlfahrtsstaat der Postwachstumsgesellschaft aussehen könnte. Er arbeitet heraus, wie der Wohlfahrtsstaat des 21. Jahrhunderts die Verfolgung des Zieles der sozialen Nachhaltigkeit und das der ökologischen Nachhaltigkeit gleichermaßen unterstützen kann. Es handelt sich um einen fundierten, innovativen und höchst inspirierenden Beitrag zur Debatte über die Zukunft des Kapitalismus." Prof. Dr. Birgit Pfau-Effinger, Universität Hamburg, Centre for Globalisation and Governance

"Die Verbindung von Wohlfahrt und sozialer Nachhaltigkeit ist eigentlich augenfällig, aber unsere Augen geöffnet für diese Verbindung hat erst Michael Opielka mit seiner scharfsinnigen Analyse des sozialen Anspruchs einer nachhaltigen Entwicklung." Prof. Dr. Ortwin Renn, wissenschaftlicher Direktor, Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), Potsdam
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Viel Stoff zum Nachdenken bekommt Felix Ekardt mit dem Buch des Soziologen Michael Opielka. Auch wenn der Autor für den Rezensenten oft zu vage bleibt bei der Ausführung zu Werten und Zielen nachhaltigen Wirtschaftens und mögliche Ziele höchstens anreißt, kann Ekardt doch einige zündende Statements und richtige Diagnosen zum Thema entdecken. Ein echtes Konzept steckt aber nicht dahinter, findet Ekardt.

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