Protest, Solidarität und Utopie - Schönherr-Mann, Hans-Martin

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Die Protestbewegungen seit den siebziger Jahren bis hin zu Occupy stritten für überschaubare Ziele. Dabei entwickeln sie Solidarität aus Verantwortung für das eigene Handeln. Dass ihr Protest diverse Erfolge zeitigte, verdanken sie keinem staatlich sanktionierten Recht auf Widerstand, sondern einer individuellen Widerstandskraft, die im Kampf gegen die nazi-deutsche Herrschaft über Europa aufging. Die 68er Bewegungen kämpften noch für den Sozialismus. Doch sie träumten bereits den antiautoritären Traum von einer kommunikativen, friedlichen Welt ohne Diskriminierung. Ähnliche Utopien beseelen…mehr

Produktbeschreibung
Die Protestbewegungen seit den siebziger Jahren bis hin zu Occupy stritten für überschaubare Ziele. Dabei entwickeln sie Solidarität aus Verantwortung für das eigene Handeln. Dass ihr Protest diverse Erfolge zeitigte, verdanken sie keinem staatlich sanktionierten Recht auf Widerstand, sondern einer individuellen Widerstandskraft, die im Kampf gegen die nazi-deutsche Herrschaft über Europa aufging. Die 68er Bewegungen kämpften noch für den Sozialismus. Doch sie träumten bereits den antiautoritären Traum von einer kommunikativen, friedlichen Welt ohne Diskriminierung. Ähnliche Utopien beseelen viele Menschen, die sich seither außerinstitutionell politisch engagieren. Mit Attac und Occupy ist heute auch der Traum der sozialen Gerechtigkeit auf die politische Agenda zurückgekehrt. Indes haben sich solche Utopien vom sozialistischen Begehren befreit, verwirklicht werden zu müssen. Vielmehr avancieren sie zu ethischen Orientierungen und öffnen Wege der Kommunikation. Zum politischen Prozess der Demokratie gehört heute der Bürger-Protest, das individuelle Engagement als außerinstitutionelle Partizipation (Michel Foucault). Im Sinn von Hannah Arendt ist die Demokratie demokratischer geworden.
Autorenporträt
Hans-Martin Schönherr-Mann, Professor für Politische Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München; Gastprofessor an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck; Lehr- und Prüfungsbeauftragter an der Hochschule für Politik, München. Ausgewählte Buchpublikationen: Was ist politische Philosophie (Campus Studium 2012), Die Macht der Verantwortung (Karl Alber Spektrum 2010), Der Übermensch als Lebenskünstlerin - Nietzsche, Foucault und die Ethik (Matthes & Seitz Berlin 2009), Hannah Arendt - Wahrheit, Macht, Moral (C.H. Beck 2006), Simone de Beauvoir und das andere Geschlecht (dtv 2007), Philosophie der Liebe - Essay wider den Gemeinspruch ,Die Lust ist kurz, die Reu' ist lang' (Matthes & Seitz Berlin 2012), Miteinander leben lernen - Die Philosophie und der Konflikt der Kulturen (Piper 2008), Vom Nutzen der Philosophie - Pragmatismus als Lebenskunst (S. Hirzel 2012), Mosaik des Verstehens - Skizzen zu einer negativen Hermeneutik (edition fatal 2001). Herausgegeben zusammen mit Anil Jain und Mario Beihack: Rumford 11 A - Der philosophische Rau(s)chsalon 2008-2012 (edition fatal 2012).