• Gebundenes Buch

Jetzt bewerten

Als die iranische Literaturprofessorin Azar Nafisi den Schleier nicht länger tragen will, wird sie von der Universität Teheran verwiesen - und erfüllt sich einen Traum. Zwei Jahre lang kommen sie und sieben ihrer besten Studentinnen jeden Donnerstag morgen heimlich zusammen, um verbotene Klassiker der westlichen Literatur zu lesen. Aus den verstohlen in ihr Haus huschenden schwarz verschleierten Schatten werden junge Frauen in Jeans und bunten Kleidern. Sie öffnen sich in der Diskussion über die literarischen Werke und beginnen die eigene Realität, der gegenüber sie sich lange sprachlos und ohnmächtig fühlten, zu hinterfragen und zu verändern.…mehr

Produktbeschreibung
Als die iranische Literaturprofessorin Azar Nafisi den Schleier nicht länger tragen will, wird sie von der Universität Teheran verwiesen - und erfüllt sich einen Traum. Zwei Jahre lang kommen sie und sieben ihrer besten Studentinnen jeden Donnerstag morgen heimlich zusammen, um verbotene Klassiker der westlichen Literatur zu lesen. Aus den verstohlen in ihr Haus huschenden schwarz verschleierten Schatten werden junge Frauen in Jeans und bunten Kleidern. Sie öffnen sich in der Diskussion über die literarischen Werke und beginnen die eigene Realität, der gegenüber sie sich lange sprachlos und ohnmächtig fühlten, zu hinterfragen und zu verändern.
  • Produktdetails
  • Verlag: DVA
  • Seitenzahl: 421
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 421 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm
  • Gewicht: 570g
  • ISBN-13: 9783421058515
  • ISBN-10: 3421058512
  • Artikelnr.: 14166792
Autorenporträt
Azar Nafisi ist Professorin für englische Literatur an der Johns Hopkins University in Washington, D.C. Sie lehrte als Gastdozentin in Oxford und unterrichtete im Iran an der Universität. Weil sie sich weigerte, den Schleier zu tragen, erhielt Nafisi Lehrverbot. 1997 verließ sie den Iran und wanderte in die USA aus. Sie schreibt für die New York Times, die Washington Post, das Wall Street Journal und den New Republic.
Rezensionen
"Ich war bezaubert und bewegt von Azar Nafisis Geschichte, wie sie und - mit ihrer Hilfe - andere sich dem radikalen Kampf des Islam gegen Frauen widersetzten." Susan Sontag

"Famos ... Alle sollten es lesen." Margaret Atwood

"Erinnerungen über das Unterrichten von westlicher Literatur im revolutionären Iran, mit tiefen und faszinierenden Einblicken in beides. Ein Meisterwerk:" Bernard Lewis

"Bemerkenswert ... ein großartiges Plädoyer für die verändernde Wirkung von Literatur."

The New York Times
Besprechung von 19.10.2005
Sätze, vor denen sich die Mullahs fürchten
Gefährliche Lektüre: Azar Nafisi liest "Lolita" in Teheran / Von Wolfgang Günter Lerch

Der vor einigen Jahren verstorbene iranische Schriftsteller Huschang Golschiri klagte einmal darüber, wie schwierig es sei, den Mullahs klarzumachen, daß ein in der Literatur, in einem Roman oder einer Erzählung dargestellter Ehebruch kein wirklicher Ehebruch sei und auch nicht "für diesen werbe oder ihn entschuldige". Dies war zu einer Zeit, da lackierte Fingernägel oder rosa Söckchen fast schon als Staatsverbrechen galten und die jungen Frauen, die sie zeigten, mit Übergriffen von Fanatikern des Regimes rechnen mußten. Golschiri kannte schon die Zensur unter dem Schah, die primär eine politische war; dann lernte er die Zensur unter Ajatollah Chomeini und seinem Nachfolger kennen, die religiös-fundamentalistisch inspiriert war und erst nach 1997, dem Amtsantritt des Staatspräsidenten Chatami, gelockert wurde. Über die gegenwärtigen Zustände unter dem Ultra-Staatspräsidenten Ahmadineschad ist schwer Auskunft zu bekommen.

In jenem Jahr 1997 verließ Azar Nafisi endgültig ihre iranische Heimat. Lange Zeit hatte sie an der Teheraner Universität Literatur gelehrt, persische Klassiker und westliche Autoren. Als sie sich weigerte, den Tschador zu tragen, wurde sie entlassen. Doch heimlich unterrichtete sie weiter. Sieben ihrer Studentinnen kamen, gewissermaßen "wie Diebe in der Nacht", in ihrer Wohnung zusammen, um sich mit ihrer Hilfe weiterhin in die Lektüre westlicher Klassiker zu vertiefen - in einer Atmosphäre, die manchmal, so jedenfalls vermittelt es "Lolita lesen in Teheran", auch etwas von einem höheren Kaffeekränzchen an sich haben mochte. Ein Zirkel von Verschwörerinnen war es jedenfalls nicht, obschon die Hizbullahs und die Moschee-Komitees dies gewiß so interpretiert hätten und zur Verharmlosung kein Anlaß besteht.

In Amerika stand "Reading Lolita in Tehran. A Memoir in Books" viele Wochen lang ganz oben auf der Bestsellerliste. Nicht zu Unrecht, wenn man abrechnet, daß solcherlei Literatur seit Betty Mahmoodys Bestseller "Nicht ohne meine Tochter" gerne oben auf diesen Listen steht. Doch der Vergleich täte dem Buch unrecht. Es ist ein vieldimensionales Werk über Identität und Befreiung durch die Begegnung mit großer (westlicher) Literatur. Keine der Studentinnen, die sich immer donnerstags bei Azar Nafisi trafen, konnte oder wollte mit ihrer Identität als Iranerin brechen, sowenig wie ihre Dozentin. Gleichwohl leben inzwischen bis auf zwei alle im Ausland, vornehmlich im angelsächsischen.

"Lolita", "Gatsby", "James", "Austen" lauten die Überschriften der vier Kapitel. Sie machen deutlich, welche Autoren und welche Werke dieser weibliche "Club der toten Dichter" durchnahm, um durch ihre Lektüre die Macht der Veränderung zu erfahren, die Literatur durchaus anregen und bewirken kann. In den freien, (fast) tabulosen Gesellschaften des Westens kann man sich nur schwer vorstellen, was es in Iran bedeutet, über literarische Werke zu diskutieren, die freimütig von sexueller Hörigkeit, von weiblicher sexueller Selbstbestimmung, von gesellschaftlicher Emanzipation in einem nichtreligiösen Kontext insgesamt handeln, aber auch von der Unfreiheit der Männer, die in nur scheinbar Überlegenheit und Macht verleihende Muster der Gesellschaft und ihrer Moral eingefügt sind. Auch sie sind verkrüppelt, sind Opfer von Mechanismen, die sie nicht durchschauen, aber als Herrschaftsinstrumente behalten wollen. Als Nabokovs "Lolita" vor fünfzig Jahren im Westen erschien, sorgte der Roman auch für einen Skandal, erschütterte allerdings nicht die Gesellschaft. Doch die Mullahs müssen solcherart Literatur buchstäblich fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Sie taten es auch bei Salman Rushdies "Satanischen Versen".

Dabei ist der Ausgangspunkt zunächst durchaus unterschiedlich. Für westliches Empfinden war und ist Lolita ja zu jung, ihr Liebhaber Humbert Humbert zu alt. In Iran hingegen dürfen Mädchen, die noch jünger sind (neun Jahre), theoretisch mit Männern verheiratet werden, die noch weitaus älter sind als Nabokovs Protagonist Humbert Humbert. Die Lektüre von "Lolita" in Teheran greift deshalb neben der sexuellen Hörigkeit stärker das Element der sexuellen wie gesamtpersönlichen Verfügbarkeit der Frau, des Mädchens, durch den Mann auf und überträgt das Muster auf die eigene, islamische Gesellschaft mit ihren rigiden Einschränkungen, die freilich die Frauen noch viel stärker treffen. Es ist das Generalthema der gegenwärtigen islamischen Gesellschaften, an deren Verhalten gegenüber Frauen man in Zukunft ablesen können wird, wie sie überhaupt zu Veränderungen stehen. Insofern kommt diesem Buch eine Schlüsselrolle zu.

Autoren und ihre Helden - Scott Fitzgerald und Gatsby, Flaubert und Madame Bovary, die schriftstellerische Karriere einer Jane Austen - führen zu einem intimen Literaturseminar, das auch die Rolle solcher Werke für iranische Begriffe gänzlich ideologiefern sieht, als Gestaltung der Wirklichkeit und ihrer Möglichkeiten auf Freiheit hin durch Kunst, die Magie des Wortes, anders freilich, als es die Zensoren an der Universität wollen. Sie verachten die Realität und sehen Kunst als "Magd der Revolution". Der Dichter muß aufrüsten im Kampf gegen die "Feinde" der wahren Religion und gegen die "Zersetzung" der Gesellschaft. Literatur, die nicht die "Sittlichkeit der Mullahs" hebt - und sei es um den Preis der Realitätsverweigerung und Heuchelei -, ist für sie keine. So zeigt Azar Nafisis Buch einen alten Konflikt mit totalitären Ideologien, der in Europa überwunden ist, aber im Islam von heute an manchen Stellen als überaus virulent gelten muß.

Azar Nafisi: "Lolita lesen in Teheran". Aus dem Amerikanischen übersetzt von Maja Ueberle-Pfaff. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005. 424 S., geb., 17,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
Besprechung von 07.09.2005
Das Hemd der Revolte
So wahr, so gefällig: Azar Nafisi liest Lolita in Teheran
Klingt dieser Titel nicht gut? „Lolita lesen in Teheran” - die Überschrift dieses Werkes benennt zwar ein Stück Wirklichkeit, vor allem aber ist sie kess und kokett. Der Titel soll Neugier provozieren. Mit Erfolg: die Originalausgabe von Azar Nafisis „Reading Lolita in Tehran” stand 2004 in den Vereinigten Staaten mehr als ein Vierteljahr auf den Bestsellerlisten. Über eine Million Exemplare wurden dort unter die Leute gebracht. So mochte mancher ein paar hundert Seiten über das Leben in einem Staat gelesen haben, der ihm zur Zeit vorwiegend als zukünftiges Schlachtfeld für die Armeen seines Landes geläufig war: die Islamische Republik Iran. Von einem amerikanischen Triumphzug dieser Art gelangt kein Buch ungekrönt nach Europa: so profunde Kommentare wie „Famos ... Alle sollten es lesen” (Margaret Atwood) sind diesem als Vorschusslorbeeren beigegeben. Wer findet, es sollten lieber nicht alle die Romane von Margaret Atwood lesen, mag schon durch solchen Aufdruck auf dem Umschlag zu Zweifeln gestimmt sein.
Worum geht es Azar Nafisi? Die Literaturprofessorin hatte Mitte der neunziger Jahre ihre Stelle an der Universität von Teheran gekündigt und sieben ihrer Studentinnen zu einem geheimen Lektürezirkel in ihre Wohnung geladen, der sich unter anderem auch Vladimir Nabokovs „Lolita” widmete. Der Zirkel geriet ihr und ihnen zur Selbsthilfegruppe: Literatur wurde zu einem privilegierten Anlass, „über Freud und Leid zu sprechen, über unsere Probleme und Schwächen”. Doch diese, auf Sensation hin stilisierte Unternehmung - „einer der ungewöhnlichsten Lesezirkel, die man sich vorstellen kann” - darzustellen ist für Nafisi nur der Aufhänger für ein großes, ernstes Anliegen. Dieses fände vermutlich nicht leicht so viel Anklang wie die Reaktion unters Kopftuch gezwungener junger Frauen auf Humbert Humberts sexuelle Vorlieben und Lolitas frühreif mondäne Erotik. Denn was die Autorin vor allem vorlegen will, ist das Protokoll der Verwüstung ihrer Heimat über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten.
Die Heuchelei der Theokraten
Tatsächlich gelingt es Azar Nafisi immer wieder und auf eindringliche Weise, die Wirkungen des politisch freigesetzten Zusammenspiels von Fanatismus, Heuchelei, Feigheit und Gier auf dieses schöne, stolze Land zu beschreiben. Die Mullahs haben den Islam zu einem staatlichen Herrschaftsinstrument sowie zu einem Geschäft gemacht. Wo aber Religion zum Mittel eigener Karriere wie der Kontrolle anderer wurde und wird, ist sie schon von Zynismus angenagt. Vermutlich, erkennt Azar Nafisi, haben die geistlichen Herren des Iran mehr zur Profanierung des muslimischen Glaubens beigetragen, als es dem weltlichen Regiment des Schah je gelang.
Die westliche Diskussion über den Gottesstaat Iran hat dies nötig genug: ein dialektisches Bild dieses Landes und dieser Gesellschaft. Die Dialektik wird, an den besten Stellen des Buches, anschaulich. Bilder, sinnliche Details entziehen sich ja oft dem historischen Bericht, und können doch beredt sein wie weniges. Das schlechte Papier des revolutionären Pamphlets, das lieblos gewählte Wort auf der staatlichen Propagandaschrift würden einem westlichen Beobachter vielleicht kaum auffallen; der iranischen Zeugin aber werden sie zum Menetekel der Verheerungen an einer Kultur, welche die Schönheit einst zu ihren obersten Werten zählte.
Es fällt nicht leicht, an einem Buch etwas auszusetzen, dessen Autorin moralisch so sehr im Recht ist. Wo Frauen ausgepeitscht werden, weil sie sich von Männern erdachten Kleiderordnungen nicht fügen, scheint sich derjenigen gegenüber, die den Sachverhalt beim Namen nennt, Kritik zu verbieten. Vielleicht aber muss man, gerade weil das Problem so ernst ist, genau und sorgsam sein. Ist man es, so lässt sich nicht über groben Unfug hinwegsehen, den die Professorin vorwiegend aus dem Munde ihrer „besten Studentinnen” berichtet. Was soll man, beim durchaus vorhandenen besten Willen, mit einem Satz anfangen wie: „Das Problem mit den Zensoren ist ihre mangelnde Anpassungsfähigkeit”? Würden sie sich anpassen an die Zensierten, wären sie keine Zensoren - gegenüber ihren Auftraggebern mangelt es ihnen ganz und gar nicht an Anpassungsfähigkeit. Indem man solche Trivialitäten mitdenken muss, erscheint die persische Tragödie wie in Watte, in einen Bausch von Belanglosigkeiten gepackt.
Dass Nafisi etwas, das mit ihr zu tun hat, für nicht berichtenswert halten könnte, scheint schwer vorstellbar: „Dann ging ich zum Kühlschrank und machte mir ein Sandwich, das ich aß, während ich mich wieder meiner Lektüre widmete. Ich glaube, als ich mit dem Sandwich fertig war, kam der Moment, in dem ich seine Nummer wählte.” Gessi, das Leben geht weiter, auch wo gemordet und gefoltert wird - doch bedarf dieser Gemeinplatz der exzessiven Demonstration, die ihm hier zuteil wird? Indes mag es just dies Menscheln und Anheimeln allenthalben sein, das die amerikanische Erfolgsgeschichte des Buches zum einen Teil erklärt: wo Lakonik den Schrecken träfe, wird Langatmiges und Weitschweifiges zum Trost.
Zu einem anderen Teil aber dürfte der Erfolg dem Umstand geschuldet sein, dass die Autorin westliche Selbstgerechtigkeit großzügig bedient. Nafisi vergleicht zwei Fotos: ihre Studentinnen mit und ohne die von Amtswegen dekretierte Umhüllung: „Diese beiden Fotos liegen jetzt vor mir. Auf dem ersten stehen sieben Frauen vor einer weißen Wand. Sie tragen, dem Gesetz entsprechend, schwarze Kleider und Kopftücher und sind bis auf das Oval des Gesichts und die Hände vollkommen verhüllt. Auf dem zweiten Bild dieselbe Gruppe, die gleiche Haltung, vor derselben Wand. Nur daß die Frauen ihre Verhüllung abgelegt haben. Die Farbtupfen springen sofort ins Auge. Durch die Farben und den Stil ihrer Kleidung, die Farbe und Länge ihrer Haare bekommt jede etwas Charakteristisches.”
Bei aller verständlichen Begeisterung für bunte T-Shirts im Reich der staatlich verordneten Kopfbedeckung: Das heute herrschende, westliche System der Mode ist, allem Anschein zum Trotz, nicht in die Welt gekommen, um ein Eden individuellen Selbstausdrucks zu stiften. Es ist ein Code, der über international eingeführte Markennamen gesellschaftlichen Status und Kaufkraft signalisiert. Das rechtfertigt keinen Augenblick die Unterdrückung der Frau im politischen Islam. Doch die Vorstellung, man könne durch Ausstaffierung mit Massenprodukten - und dies sind die Produkte der Textilindustrie selbst noch als sogenannt exklusive Designerkleidung, die ja gleichfalls weltweit uniform vertrieben wird - „Charakter” und Individualität sich kaufen, bietet eine traurige Illusion gegen die Tristesse des moslemischen Patriarchats auf. „Mein Paradies ist blau wie ein Swimmingpool!”, heißt es einmal in Azar Nafisis Buch. Es ist mehr als recht, dem sich zur Theokratie stilisierenden Mief eine Utopie entgegenzuhalten. Die vorliegende indes hat ihren Platz im Umkreis von Disneyland. Insofern war der Platz ihrer literarischen Manifestation auf den Bestsellerlisten jedenfalls nicht unverdient.
PARUCISTA BAHAR
AZAR NAFISI: Lolita lesen in Teheran. Aus dem Amerikanischen von Maja Ueberle-Pfaff. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005. 424 Seiten, 17,90 Euro.
Einladung zur Heuchelei: Auf der internationalen Buchmesse von Teheran im Jahr 1997 werden Fotografien sogenannter Märtyrer gezeigt.
Foto: Abbas / Magnum Photos / Agentur Focus
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ob Literatur eine subversive Kraft hat und in einem ideologisierten Staat etwas bewirken kann, fragt sich Katajun Amirpur nach der Lektüre von Azar Nafisis Bericht über ihren geheimen Lesezirkel in Teheran. Und sie beantwortet diese Fragen ebenso wie die iranische Professorin für Englische Literatur mit "ja". Das veranlasst die Rezensentin dazu, über die verbotene Literatur im Iran zu referieren und über die Schwierigkeit, sie trotzdem öffentlich zu lesen und zu diskutieren. Nafisi tat ebendies, und als Ergebnis präsentiert sie in ihrem Buch, wie Literatur auf sieben unterschiedliche Frauen wirkt. Die Rezensentin lobt die "einfühlsame" Art, mit der sich die Autorin den Lebensgeschichten der Studentinnen nähert und die "magische Kraft der Bücher" einfängt. Beeindruckt liest sie auch von dem Leben während und nach der Islamischen Revolution, über Städtekrieg, Besetzung und vor allem die Schicksale vieler unschuldig verhafteter junger Frauen. Und ist begeistert davon, dass Literatur diesen Menschen "eine neue Welt" zu eröffnen vermag.

© Perlentaucher Medien GmbH