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Wie funktioniert die Liebe in Zeiten des Kapitalismus? Warum sehnen wir uns nach Sicherheit? Was wird uns die Zukunft bringen? An welchen Gott wollen wir noch glauben? Warum finden wir Geiz geil? Was bedeutet uns Freiheit? Welche Konsequenzen hat Digitalisierung, Automatisierung und Robotisierung?
Robert Misik, der renommierte Sachbuchautor, macht sich Gedanken zu unserer Gegenwart. Anhand zehn exemplarischer Begriffe, die Zeitgeist und Verfasstheit unserer Gesellschaft treffend skizzieren, geht er der Frage nach, welchen Paradigmen wir unsere Leben unterwerfen.
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Produktbeschreibung
Wie funktioniert die Liebe in Zeiten des Kapitalismus? Warum sehnen wir uns nach Sicherheit? Was wird uns die Zukunft bringen? An welchen Gott wollen wir noch glauben? Warum finden wir Geiz geil? Was bedeutet uns Freiheit? Welche Konsequenzen hat Digitalisierung, Automatisierung und Robotisierung?

Robert Misik, der renommierte Sachbuchautor, macht sich Gedanken zu unserer Gegenwart. Anhand zehn exemplarischer Begriffe, die Zeitgeist und Verfasstheit unserer Gesellschaft treffend skizzieren, geht er der Frage nach, welchen Paradigmen wir unsere Leben unterwerfen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Brandstätter
  • Seitenzahl: 208
  • Erscheinungstermin: 19. Februar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 219mm x 146mm x 24mm
  • Gewicht: 450g
  • ISBN-13: 9783710601323
  • ISBN-10: 3710601320
  • Artikelnr.: 49888241
Autorenporträt
Robert Misik, arbeitet regelmäßig für die in Deutschland erscheinende taz sowie für die in Österreich erscheinenden Zeitschriften profil und Falter, des Weiteren betreibt er auf der Homepage der Tageszeitung Der Standard einen Videoblog. Er ist Sachbuchautor, etwa des Theoriebestsellers Genial dagegen, publizierte bisher bei Aufbau und Picus. Jüngste Publikation: Was Linke denken, 2015.
Rezensionen
Besprechung von 27.03.2018
Gehen wir mal etwas zu weit
Robert Misik sammelt Hashtags wider den Zeitgeist

Der Kapitalismus ist seit Jahrzehnten ein beliebter Gegenstand allumfassender Gesellschaftskritik. Nicht zum ersten Mal konzentriert sich auch der österreichische Publizist Robert Misik auf die gesellschaftlichen Folgen eines Wirtschaftssystems, dessen Funktionsweise er allerdings - darin den Mustern gängiger Kapitalismuskritik treu bleibend - nicht ergründet. Das hinterlässt zwar eine Leerstelle, macht aber die Analyse nicht weniger interessant. Misik verzichtet in seinen Zeitdiagnosen auf die Schwere der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und präsentiert stattdessen Stichworte in Form von Hashtags, dem "Symbol für die Aufmerksamkeitsökonomie der Gegenwart", nur in gedruckter Version. Zu jedem Hashtag oder einer Gruppe von Hashtags gehört ein Text, teils älteren Datums, teils neu geschrieben, in dem Misik mit unterschiedlicher Überzeugungskraft den Geist unserer Zeit einzufangen sucht.

Wie steht es zum Beispiel mit der Angst und Unsicherheit in unserer Gesellschaft? Ausgeprägt, doch unausgesprochen wird sie geschürt durch die "Befristetheit", die Misik als "allgemeines Signum der Gegenwart" ausmacht. Alle haben Angst vor dem Ende der Frist, keiner gibt es zu. Wo Angst zum leitenden Handlungsmotiv wird, hätten Trump und andere Schöpfer von Fake News leichtes Spiel. Von dort aus ist in den Betrachtungen Misiks der Weg zum Verdruss nicht weit, den er nicht nur im Milieu der "Unterprivilegierten" beobachtet, sondern auch im "unpolitischen Yuppieprotest" und in jenem der "bürgerlichen Mitte". Er beschreibt den Verdruss aber nicht nur als Reaktion auf politische Entwicklungen wie nachlassende Wachstumsraten und verselbständigte Parteiapparate, sondern auch als etwas, das diese Entwicklungen selbst verstärkt.

Während Misiks "Versuchsanordnungen" zu wirtschaftlichen Fragen, die vor allem der Legitimierung der Staatsverschuldung dienen, zu einseitig ausfallen, sind seine Einsichten in Sachen Utopie, Integration und Identität in der Gesellschaft durchaus erhellend. Misik hinterfragt das Diktum des "Miteinanders", das in Integrationsfragen oft gesetzt wird, obwohl die Wirklichkeit einer ausdifferenzierten Gesellschaft schon ohne Berücksichtigung von Migration die eines akzeptierten Nebeneinanders sei. Positiv verstandene Integration sollte aus seiner Sicht dagegen heißen, "dass nicht bloß eine oder mehrere Gruppen in einen schon bestehenden Zusammenhang integriert werden, sondern dass dieser Zusammenhang im Prozess der Integration erst hergestellt wird".

Der Autor plädiert in Zeiten des Utopieverlusts für einen kritischen Optimismus, zeichnet, hierin - ebenso wie der Titel des Buches - ein wenig zu sehr der Gefühlssoziologie Eva Illouz' folgend, die "Tinderisierung des Alltags" nach, formuliert eine "Kritik des Erfolgs" und reflektiert die Sinnlosigkeit des Begriffs "kulturelle Identität". All das ist nicht immer sehr tiefschürfend, aber gut zu lesen. Das Buch liefert Denkanstöße - und sei es auch nur, um vehement zu widersprechen, oder, wie Misik es selbst formuliert: "Wo viele viel zu kurz greifen, gehe ich lieber entschieden zu weit."

HANNAH BETHKE.

Robert Misik: "Liebe in Zeiten des Kapitalismus".

Brandstätter Verlag, Wien 2018. 208 S., geb., 19,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Die Lektüre von Misiks Zeitdiagnosen ist ein Gewinn, weil er immer wieder unerwartete Aspekte einbringt und neue Einsichten ermöglicht. (...) Vor allem aber brechen diese Texte die Monotonie des österreichischen polit-medialen Diskurses auf. Misik formuliert anregend und an einigen Stellen sogar blendend.
Karl Vogd, bn Bibliotheksnachrichten