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Eine Frau, die sich morgens zurechtmacht, tut mehr für die Kultur ihres Landes als deren sämtliche Funktionäre. Mit demselben Eifer wie am Holocaust beteiligte sich Diederich Heßling am Bau des Holocaust-Mahnmals.Wozu eigentlich klonen? Es gibt doch Bachelor-Studiengänge. Unter Alt-68ern ist der selbstironische Blick auf die eigene Existenz ungefähr so verbreitet wie unter afghanischen Clan-Chefs.…mehr

Produktbeschreibung
Eine Frau, die sich morgens zurechtmacht, tut mehr für die Kultur ihres Landes als deren sämtliche Funktionäre. Mit demselben Eifer wie am Holocaust beteiligte sich Diederich Heßling am Bau des Holocaust-Mahnmals.Wozu eigentlich klonen? Es gibt doch Bachelor-Studiengänge. Unter Alt-68ern ist der selbstironische Blick auf die eigene Existenz ungefähr so verbreitet wie unter afghanischen Clan-Chefs.
Autorenporträt
Michael Klonovsky, Jahrgang 1962, ist Autor und leitet das Ressort "Debatte" beim Nachrichtenmagazin FOCUS. 1991 erhielt Klonovsky den Wächterpreis der Tagespresse. Er lebt mit seiner Familie in München.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 30.06.2008

Prügelszenen

Das anämische, den Intellektuellen liebste Ideal einer Polemik verbindet sich gern mit dem Wort "Florett". Aber im Handgemenge helfen auch "einer auf die Zwölf" und ein Tritt vors Schienbein. Von dieser Art sind die knappen Zeitbeobachtungen des Münchner Journalisten Michael Klonovsky. Der Leser imaginiert sich das "Aua" der Getroffenen und empfindet dabei noch nicht einmal ein Schuldgefühl. Denn um die Produzenten und Profiteure der Schuldgefühle geht es hier. Die Zahl der Anlässe, ein schlechtes Gewissen zu haben, steigt ja täglich. Als Mann, als Deutscher, als Vater, als Kunstfreund älterer Prägung müsste man sich eigentlich beständig rechtfertigen und würde doch nicht fertig damit - und wie oft glaubt man, der letzte Überlebende einer vom Fortschritt schon längst geschlagenen Armee zu sein! Dabei sind Klonovskys Gegenoffensiven oft nicht mehr als die Antwort des unkorrumpierten Verstandes auf die vermischten Meldungen des Tages, die nicht mehr als Fall, sondern als Struktur betrachtet werden: "Wenn sich ein Deutscher und ein Immigrant prügeln und der Immigrant gewinnt, handelt es sich um ein Integrationsproblem. Gewinnt der Deutsche, ist es Rechtsextremismus." Für den Liebhaber solcher Dinge sei hinzugefügt, dass er in diesem sehr schön hergestellten Band noch gefährlichere Sachen finden kann. Aber Klonovsky, der Skeptiker, sieht weiter und tiefer als die wohlfeil gewordene Aufklärung: "Im achtzehnten Jahrhundert war der Atheismus so elegant wie der Liebesbrief. Heute ist er so plump wie die SMS." (Michael Klonovsky: "Jede Seite ist die falsche". Aphorismen und Ähnliches. Verlag Lichtschlag, Grevenbroich 2008. 112 S., geb., 19,90 [Euro].) L.J.

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