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Nicht erst seit der Errichtung des Europäischen Systems der Zentralbanken ist Geldpolitik internationaler geworden. Die Strahlkraft geldpolitischer Entscheidungen vor allem der US-Notenbank reicht weit über die Grenzen des US-amerikanischen Währungsraumes hinaus. Das heißt auf der anderen Seite, dass sich Zentralbanken anderer Währungsräume internationalen Einflüssen ausgesetzt sehen. Die Vorstellung von einer nahezu autonomen, rein binnenwirtschaftlich ausgerichteten Geldpolitik gehört für die meisten Zentralbanken der Vergangenheit an. Im vorliegenden Sammelband werden einzelne Aspekte einer…mehr

Produktbeschreibung
Nicht erst seit der Errichtung des Europäischen Systems der Zentralbanken ist Geldpolitik internationaler geworden. Die Strahlkraft geldpolitischer Entscheidungen vor allem der US-Notenbank reicht weit über die Grenzen des US-amerikanischen Währungsraumes hinaus. Das heißt auf der anderen Seite, dass sich Zentralbanken anderer Währungsräume internationalen Einflüssen ausgesetzt sehen. Die Vorstellung von einer nahezu autonomen, rein binnenwirtschaftlich ausgerichteten Geldpolitik gehört für die meisten Zentralbanken der Vergangenheit an. Im vorliegenden Sammelband werden einzelne Aspekte einer "Geldpolitik ohne Grenzen" thematisiert.

Den Auftakt bilden Beiträge zur Geldpolitik in Schwellenländern und zu Aspekten der Europäischen Währungsunion. In den darauffolgenden Artikeln werden Gesichtspunkte nationaler Geldpolitik mit grenzüberschreitenden Implikationen behandelt, so etwa die Rolle von Vermögenspreisen in der Geldpolitik, die Problematik des geldpolitischen Endzieles einer Inflationsrate von Null Prozent, die Transmission monetärer Impulse sowie die tatsächlichen rechtlichen Grenzen der Europäischen Zentralbank. Den Abschluss bildet ein Beitrag über die Nutzung neuronaler Netze beim Einsatz geldpolitischer Instrumente.
  • Produktdetails
  • Veröffentlichungen des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung (IEW) Bd.39
  • Verlag: Duncker & Humblot
  • Seitenzahl: 223
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 147mm x 8mm
  • Gewicht: 271g
  • ISBN-13: 9783428104291
  • ISBN-10: 3428104293
  • Artikelnr.: 12507215
Autorenporträt
Armin Rohde, 1955 in Gladbeck geboren, ließ sich nach dem Besuch der Schauspielschule auch zum Clown ausbilden und spielte bis 1995 im Schauspielhaus Bochum. Heute gehört er zu den bedeutendsten Filmschauspielern des Landes.
Inhaltsangabe
Inhalt: L. Menkhoff / S. Maidorn, Nationale Geldpolitik versus internationale Investoren in Schwellenländern - M. Borchert, Strategien der westeuropäischen Banken: Konzeptionelle Anpassungszwänge für die Europäische Zentralbank? - H. Körner, Die west- und zentralafrikanische Franc-Zone: Satellitensystem der Europäischen Währungsunion - C. Greiber / B. Herz, Taylor Rules in Open Economies - H. Remsperger / D. Domanski, Vermögenspreise und Geldpolitik - H.-J. Krupp / K. Cabos, Zu den Risiken einer Nullinflation als geldpolitisches Ziel - H. Gischer, Finanz- und realwirtschaftliche Konsequenzen der Zinspolitik - I. Größl / P. Stahlecker, Finanzierungsstrukturen kleiner und mittlerer Unternehmen und Geldpolitik - M. Selmayr, Die rechtlichen Grenzen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank; eine Fallstudie - F. Geigant / C. Lange, Nutzung neuronaler Netze beim Einsatz geldpolitischer Instrumente
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 18.10.2004

Ohne Grenzen
Wirkungen der Geldpolitik

Claus Köhler/Armin Rohde (Herausgeber): Geldpolitik ohne Grenzen. Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2003, 222 Seiten, 76 Euro.

Der Sammelband greift einen ebenso aktuellen wie interessanten Aspekt der Geldpolitik auf: die Wirkungen von Notenbankentscheidungen über nationale Grenzen hinweg. In der Tat bietet die Europäische Währungsunion das beste Beispiel für eine von Landesgrenzen gelöste und damit entnationalisierte Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank, die seit 1999 die Verantwortung für die Preisstabilität besitzt und diese mit einigem Erfolg inzwischen in zwölf Mitgliedsländern sichert, trägt die Informationen für ihre geldpolitischen Entscheidungen zwar aus allen Teilen des Währungsraumes zusammen. Den Ausschlag aber gibt letztlich das gesamteuropäische Bild, das sich aus den einzelnen Mosaiksteinen ergibt. Die Autoren dieses Bandes befassen sich freilich nicht nur mit der Geldpolitik in Europa. So gehen beispielsweise Lukas Menkhoff und Susanne Maidorn der Frage nach, in welchem Maß der Zustrom privaten Kapitals aus dem Ausland die geldpolitische Autonomie von Schwellenländern beeinträchtigt. Hermann Remsperger, Chefökonom der Deutschen Bundesbank, und Dietrich Domanski beschreiben und analysieren die Herausforderungen, vor welche die Inflation von Vermögenspreisen wie Aktienkursen oder Immobilienpreisen die Geldpolitik stellt. Zu Recht weisen die beiden Autoren darauf hin, daß es nicht ratsam sei, ein bestimmtes Kursniveau auf dem Aktienmarkt anzupeilen. Auch kluge Währungshüter wissen nicht besser als die Marktakteure, welcher Kurs eines Wertpapiers angemessen ist. Statt dessen empfiehlt es sich, die Liquiditätsausstattung der Wirtschaft einigermaßen knapp zu bemessen, um Übertreibungen an den Märkten vorzubeugen.

CLAUS TIGGES

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Aktuell und interessant: Claus Tigges hat das von Claus Köhler und Armin Rohde herausgegebene "Geldpolitik ohne Grenzen" mit Gewinn gelesen. Welche Wirkungen haben Notenbankentscheidungen über nationale Grenzen hinweg? Wie funktioniert "entnationalisierte Geldpolitik"? Diese Fragen stehen im Zentrum des Sammelbandes, an dem u. a. Hermann Remsperger, Chefökonom der Deutschen Bundesbank, Dietrich Domanski, Lukas Menkhoff und Susanne Maidorn beteiligt sind. Der Blick geht freilich über Europas Grenzen hinaus. Der Zustrom privaten Kapitals aus dem Ausland - wie negativ beeinflusst er die geldpolitische Autonomie von Schwellenländern? Und die Inflation von Aktienkursen oder Immobilienpreisen - welche Herausforderung für die Geldpolitik stellt sie dar? Unaufgeregte und sachlich fundierte Antworten auf all diese Fragen findet der Leser in diesem Band, so das Fazit von Tigges' Ausführungen.

© Perlentaucher Medien GmbH