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14 Staaten, mehr als 20.000 Kilometer - 1 unglaubliche Reise
Die Journalistin Erika Fatland reist entlang der schier endlosen Grenze Russlands. Von Nord-Korea über den Kaukasus, das Kaspische und das Schwarze Meer. Durch die Ukraine und die Staaten Osteuropas geht es bis zur russisch-norwegischen Grenze - nach 14 Staaten und über 20.000 Kilometern stößt sie dort auf die Arktis. Doch hier endet die Reise nicht etwa. Erika Fatland fährt im "Arktischen Sommer" entlang der Nordostpassage von Kirkenes aus vorbei an Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja bis zur tschuktschischen Hauptstadt Anadyr…mehr

Produktbeschreibung
14 Staaten, mehr als 20.000 Kilometer - 1 unglaubliche Reise

Die Journalistin Erika Fatland reist entlang der schier endlosen Grenze Russlands. Von Nord-Korea über den Kaukasus, das Kaspische und das Schwarze Meer. Durch die Ukraine und die Staaten Osteuropas geht es bis zur russisch-norwegischen Grenze - nach 14 Staaten und über 20.000 Kilometern stößt sie dort auf die Arktis. Doch hier endet die Reise nicht etwa. Erika Fatland fährt im "Arktischen Sommer" entlang der Nordostpassage von Kirkenes aus vorbei an Franz-Josef-Land und Sewernaja Semlja bis zur tschuktschischen Hauptstadt Anadyr - und hat damit das flächenmäßig größte Land der Welt einmal umrundet.

Erika Fatland, Autorin des Bestsellers Sowjetistan , begegnet an der Grenze zu Russland den unterschiedlichsten Menschen -Taxifahrern, Geschichtsprofessoren, Rentierhirten und anderen. Sie hört zu, stellt Fragen, sammelt Geschichten. So entstanden schillernde Porträts dieser eigenwilligen Menschen und Länder. Aber auch einPorträt des weltpolitischen Giganten - aus der Sicht seiner Nachbarn.
  • Produktdetails
  • Suhrkamp Taschenbücher .4974
  • Verlag: Suhrkamp
  • Seitenzahl: 623
  • Erscheinungstermin: 9. April 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 132mm x 43mm
  • Gewicht: 596g
  • ISBN-13: 9783518469743
  • ISBN-10: 3518469746
  • Artikelnr.: 54340961
Autorenporträt
Fatland, Erika
Erika Fatland, 1983 geboren, studierte Sozialanthropologie und spricht acht Sprachen. Ihre von Kritik und Lesern hochgelobten Bücher sind in über 15 Sprachen erschienen und wurden u. a. mit dem Norwegischen Buchhandelspreis und dem Buchbloggerpreis ausgezeichnet. Erika Fatland lebt mit ihrem Mann in Oslo.

Sonnenberg, Ulrich
Ulrich Sonnenberg, 1955 geboren, arbeitete nach einer Buchhändlerlehre mehrere Jahre in Kopenhagen und gründete 1986 zusammen mit Klaus Schöffling die Frankfurter Verlagsanstalt. Von 1993 bis 2003 war er Verkaufsleiter der Verlage Suhrkamp und Insel. Seit 2004 arbeitet er als freier Übersetzer und Herausgeber.
Rezensionen
"Ein anschaulicher Reisebericht, ... immer verbunden mit Blick auf gesellschaftliche und politische Hintergrundinformationen."
Martin Geisz, globlern21.de Mai 2019
Besprechung von 30.07.2019
Der lange rote Faden
Eine Reise durch alle Nachbarstaaten Russlands

Wie weit der Einfluss Russlands reicht, war vor der Europawahl ein wichtiges Thema. Hat Präsident Wladimir Putin seine Trolle losgeschickt, um die Europäische Union zu destabilisieren und Falschinformationen zu streuen? Das zu beweisen ist nur in mühsamer Puzzlearbeit möglich, aber die Einflussnahme Russlands darf als gesichert gelten. Mit dem Internet ist jedes Land der Erde zu erreichen, aber es sind vor allem die Nachbarn Russlands, die eine Einmischung fürchten. Besonders seit Putin mit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 bewiesen hat, dass ihn auch "analoge" Landesgrenzen nicht aufhalten.

Die 14 Nachbarländer Russlands, von Norwegen bis Nordkorea, sind so verschieden, dass sie nur eine Gemeinsamkeit haben: die Grenze zum größten Flächenstaat der Erde. Die Norwegerin Erika Fatland hat auf einer monatelangen Reise alle diese Länder besucht, die an Russland grenzen. Die 36 Jahre alte Schriftstellerin und Journalistin hat für ihr Buch "Die Grenze. Eine Reise rund um Russland" Zehntausende Kilometer zurückgelegt, ist von Ost nach West gefahren und mit dem Schiff durch die Nordostpassage. Nach China etwa mit seinen Hochgeschwindigkeitszügen und Wolkenkratzern kam sie in das am geringsten bevölkerte Land der Welt, die Mongolei. Aus dem autokratisch regierten Weißrussland fuhr sie nach Litauen, ein Land, das seit 15 Jahren Mitglied der Europäischen Union ist. Die Autorin versucht, diese Vielfalt an Ländern unter einem Blick zu betrachten: deren Verhältnis zum angrenzenden Russland und der gemeinsamen Geschichte mit Russland.

Dass dieser rote Faden lang werden würde, zeigt schon die Zahl der Seiten ihres Buchs: mehr als sechshundert. Fatland, die Russisch spricht, bedient sich dabei vielerlei heterogener Mittel, auch der Reportage, etwa, wenn sie einheimische Taxifahrer zu Wort kommen lässt. Die Norwegerin ist eine professionelle Reisende, schon für ihr erstes Buch "Sowjetistan" war sie als Rucksacktouristin in den ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens unterwegs. Sie bewahrt sich ein mitunter naiv anmutendes Staunen, ist vor allem mit der Bahn unterwegs, steigt in einfachen Hotels ab und revidiert auch mal ihre Eindrücke aus den vormals bereisten Ländern.

Auf ihrer Reise begegnet Fatland skurrilen Figuren wie etwa Dashdorj Tserendavaa und schildert sie liebevoll ausführlich. Er ist für sie ein Showman, auch wenn er nirgends auf der Bühne steht, sondern in einem ärmlichen Dorf in der Mongolei nach Mitternacht auf einem Schemel sitzt und seinen Obertongesang vorführt. Tserendavaa trägt einen blauen Mantel mit goldenen Drachen und hat die Gäste gut im Griff: Er bestimmt, wo Fotos gemacht werden und wann die Gäste ein mehr als dreißig Jahre altes Video von einem seiner Auftritte anschauen sollen. Am Ende verlangt er einen "unverschämten Preis für das Privatkonzert". "Showbusiness ist Showbusiness, überall", schreibt Fatland.

Solche Geschichten zufälliger oder geplanter Begegnungen sind die stärksten Passagen ihrer langen Reiseerzählung. 5000 Kilometer vom Obertonsänger entfernt trifft sie etwa Maja Levina-Krapina. Die Weißrussin gehört zu den wenigen, die das Getto in Minsk überlebt haben. Über zehn Seiten lässt Fatland die 1935 geborene Zirkusartistin davon erzählen, wie die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg beinahe ihre ganze Familie ermordeten.

Fatland wollte ihr Buch nicht ohne historische Abrisse des Verhältnisses der bereisten Länder zu Russland lassen. In jedem Kapitel bremst dieser Ehrgeiz den Schwung der Reise. Bei den Exkursen geht es etwa um den Eroberer Dschingis Khan, die Nachfahren von Schweden in der Ukraine, die Jugend Marc Chagalls in Weißrussland und die Gas- und Ölressourcen Aserbaidschans. Zu kurz kommt dagegen das Schicksal der Uiguren in China, deren Unterdrückung Fatland nur andeutet ("strenge Sanktionen gegen die Ausübung des Islam"). Zwar bezeichnet China die Lager für Uiguren als Bildungszentren, Menschenrechtler sind jedoch davon überzeugt, dass China bis zu einer Million Häftlinge in Umerziehungslagern einer Gehirnwäsche unterzieht.

Spannend ist Fatlands Besuch des von Georgien abtrünnigen Gebiets Abchasien, das im Jahr von etwa einer Million russischen Touristen besucht wird, doch im Westen beinahe unbekannt ist. Fatland beschreibt die in der Hauptstadt Sochumi auch nach knapp dreißig Jahren noch sichtbaren Spuren des Krieges, ihr nagelneues Hotel, die leeren Auslagen des Apple-Ladens nebenan und die Abhängigkeit der nur von wenigen Staaten anerkannten Republik von Russland. In vielen Ländern dringt Fatland jedoch tiefer in das Grenzthema ein, als es einige Zitate ("Man bewegt sich nur wenige Meter, doch man befindet sich plötzlich in einem anderen Universum") vermuten lassen. So empfindet der Leser die historischen Exkurse manchmal als hilfreich und gut in den Fluss der Reise eingebettet, ein anderes Mal als den Lesefluss hemmendes Lexikonwissen. Dennoch, wer sich auf die sechshundert Seiten einlässt, taucht in farbig-aktuelle Welten an der Grenze zum gewaltigen Russland ein.

SOFIA DREISBACH

Erika Fatland: Die Grenze. Eine Reise rund um Russland.

Suhrkamp Verlag, Berlin 2019. 623 S., 20,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Renate Nimtz-Köster bewundert Erika Fatland für ihre unterhaltsamen wie feinsinnigen und ausgewogenen Reportagen. Das Resultat einer Reise zu Fuß, zu Pferd, mit Bahn und Fähre an Russlands Grenzen und Nachbarstaaten entlang ist für sie fesselnde Lektüre, klug und zurückhaltend, wenn die Autorin mit Taxifahrern, Professoren, Soldaten, Goldgräbern, Rentierhirten in Kasachstan, Abchasien, China oder in ihrer Heimat Norwegen über ihre Erfahrungen mit dem Nachbarn Russland plaudert. Wie Geschichte durch Geschichten erlebbar wird, kann der Leser hier erfahren, verspricht die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 02.09.2019
Narben
der Nachbarn
Erika Fatland bereist die Anrainerstaaten Russlands.
Über den Umgang mit den „Ruinen“ eines Imperiums
VON RENATE NIMTZ-KÖSTER
Nach Osten zieht es Erika Fatland sogar im Schlaf: Da wanderte sie vor ein paar Jahren über eine große Landkarte, entlang eines roten Strichs, von Land zu Land, das gewaltige Russland im Blick. Ihren Traum hat die norwegische Journalistin und Autorin des erfolgreichen Reisebuches „Sowjetistan“ sogleich umgesetzt: Mehr als zwei Jahre lang umrundete sie das flächenmäßig größte Land der Welt. „Die Grenze“, so der Titel ihres neuen Buches, porträtiert nun die 14 Anlieger – und damit auch Russland selber.
„Was heißt es, Russland als Nachbarn zu haben?“ Mit dieser Frage im Kopf begegnete Fatland zwischen dem nordkoreanischen Pjöngjang und dem norwegischen Treriksrøysa Taxifahrern, Aktivisten, Geschichtsprofessoren, Soldaten, Globetrottern, Rentierhirten, Goldgräbern, staatlichen Guides und einem ehemaligen Staatsoberhaupt mit Mindestrente, dem Weißrussen Stanislau Schuschkewitsch. Er erzählte, wie damals bei einem Jagdausflug die Sowjetunion aufgelöst wurde.
Meist war Fatland allein unterwegs, auf allen erdenklichen Wegen: Unter mottenlöchriger Decke übers Kaspische Meer mit einer Fähre, die erst nach tagelangem Warten auf genügend Passagiere ablegt, mit der blitzblanken Schwarzmeerfähre nach Odessa, mit chinesischen Hochgeschwindigkeitszügen und der verdreckten kasachischen Bummelbahn, zu Pferde, zu Fuß, per Bus und Taxi.
Die Menschen, denen sie begegnete, hatten ihre jeweils ganz eigenen Antworten, denn: „Alle haben ihre einzigartige Geschichte.“ Doch „ohne Wunden oder Narben infolge der Nachbarschaft“, so fand die Autorin, sei über die Jahrhunderte keines des Länder davongekommen, außer Norwegen. „Wie viel Opfer, wie viel Blut und Schmerzen,“ zitiert Fatland ihren berühmten polnischen Reporterkollegen Ryszard Kapuściński, „sind mit den Grenzen verbunden.“
Als einziges Land lag Norwegen nie im Krieg mit Russland. Wie es beinahe doch dazu gekommen wäre, erfuhr sie von einem norwegischen Leutnant der Grenzstation am Jakobsfluss: Am 7. Juni 1968 sahen sich die norwegischen Posten dort plötzlich russischen Panzern und Hunderten Fahrzeugen gegenüber, die Gewehrläufe folgten den Bewegungen der Norweger. Eine ganze russische Infanteriedivision war an die relativ kurze norwegische Grenze verlegt worden. Die Norweger hatten den Befehl, das Feuer zu eröffnen, sobald der Feind die Grenze überschritt. Am 10. Juni zogen sich die Russen ebenso plötzlich zurück. Eine Demonstration der Stärke angesichts des damaligen Nato-Manövers in der norwegischen Provinz Troms? Eine Übung zur Invasion der Tschechoslowakei? Mehr als 30 Jahre wurde dieses dramatische Ereignis geheimgehalten; die Situation eskalierte damals nur dank kühler Köpfe nicht.
Geschichte durch Geschichten erlebbar zu machen, das ist die Stärke auch von Fatlands zweitem Reisebuch. Die studierte Sozialanthropologin, die für ihren Master Feldstudien über die Folgen der Terrorattacke auf die Schule im russisch-nordossetischen Beslan machte und Russisch spricht, bringt Schreckliches und Erschütterndes nahe, aber auch Skurriles und Amüsantes.
„In den Ruinen des Sowjetimperiums“ (Fatland) fand die 36-Jährige überall Menschen, die von jener Zeit höchst unterschiedlich geprägt sind – in der Ukraine beispielsweise Maria, in Aserbaidschan Rena. Als Nachfahrin einer Schar von Schweden, die einst von Katharina der Großen umgesiedelt wurde, erzählte die 1937 geborene Maria in altertümlichem Schwedisch von den Grauen des Krieges und der Stalinzeit: Vom dreiwöchigen Warten am Bahnhof auf einen Zug, als die Deutschen sie 1943 nach Westen jagten. Von Panzern, die vor ihren Augen Menschen zermalmten. Vom Koffer, in den damals eine Familie ihren Säugling gelegt hatte und der gestohlen wurde. Von der Zwangsrücksiedlung aus Deutschland, die in Sibirien bei minus 50 Grad endete, vom Hungerjahr 1947 nach der Heimkehr ins heute ukrainische Dorf Staroschwedske, wo noch etwa 200 Nachfahren der Altschweden leben. Damals fiel die ausgehungerte Tante auf der Straße tot um: „Wir aßen Mäuse, wir kochten Gras.“
Geweint, aber auch gelacht wurde in Marias ärmlichem Häuschen. Überbordende Gastfreundschaft war hier ebenso selbstverständlich wie bei Rena im topmodernen Baku: Die energische Mittvierzigerin sollte „die Touristin“ eigentlich nur abholen, „stattdessen adoptierte sie mich“, so Fatland. Zu Hause bei Rena, wo gegessen und gesungen wurde und Fatland sich unter Freunden fühlte, kam die Sprache immer wieder auf die Verbrechen der Armenier: Jedes Mal brach dabei der Hass aufs Nachbarvolk auf – und die Hoffnung auf einen Krieg, mit dem Präsident Ilham Aliyew endlich Bergkarabach zurückerobern würde. De jure gehört Bergkarabach noch immer zu Aserbaidschan, de facto ist die Region ein Teil Armeniens. Kein Land hat je die abtrünnige Republik anerkannt, die sich 1981 für unabhängig erklärte. Ende der 1980er-Jahre waren im Konflikt um Bergkarabach Zehntausende Aserbaidschaner aus Armenien geflüchtet – und umgekehrt. Auf beiden Seiten kam es 1992 zu Kriegsverbrechen. Das Massaker an Bewohnern des aserbaidschanischen Dorfes Chodschali, blutigstes Ereignis zu Zeiten von Michail Gorbatschows Herrschaft, war Thema des reich illustrierten Buches, das Rena ihrer neuen Freundin zum Abschied schenkte.
Auch in den abtrünnigen Republiken, die internationale Parias geblieben sind, hat sich die Autorin umgesehen: In Bergkarabach, Südossetien und Abchasien, das sich von Georgien abspaltete und nur von Russland, Nicaragua und Venezuela anerkannt ist, überdies vom Pazifikstaat Nauru, der dafür von Russland 50 Millionen Dollar erhielt. „Stalin liebte Abchasien, er hatte zwölf Datschen, fünf davon standen in Abchasien“, leierte die Führerin im Ferienhaus herunter: „Diese Datscha wurde von deutschen Kriegsgefangenen gebaut. Dies ist also solides deutsches Handwerk.“
In Donezk, der jüngsten dieser Republiken, fuhr Wladimir, einst Geschichtsprofessor, nun Panzerkommandeur, den Besuch stolz zum Schießstand einer neuen Kriegsschule für Jungen und Mädchen. Dort kam einer der Lehrer auf sie zu: „Sie sind aus Norwegen?“, fragte er: „Ich habe gehört, da gibt’s viele Homos. Hier gibt es keine! Wir haben alle erschossen.“
Kenntnisreich, genau, klug in der Zurückhaltung, unterhaltsam, ausgewogen und nicht ohne gelegentliche leise Ironie – jedes Kapitel dieser Grenzgängerin, die keine Strapaze gescheut hat, ist fesselnde Lektüre. Nicht überall war sie willkommen. Selten habe sie sich so „allein, ausgeschlossen und anders“ gefühlt wie im chinesischen Yining, nahe Kasachstan, einer Stadt, die wegen eines Massenprozesses gegen terrorverdächtige Uiguren bekannt wurde. Kohle und Abgas brannten im Hals und „alle, ausnahmslos alle, starrten mich an,“ schreibt Fatland: „Ich war vermutlich die einzige westliche Ausländerin in der ganzen Stadt.“
Gemeinsam mit ihrem sportlichen Vater erwanderte die Autorin schließlich das Ende der Umrundung: Auf einem Höhenzug bei Treriksrøysa , wo die norwegische, die russische und die finnische Grenze aufeinandertreffen, setzten sie den Fuß auf norwegischen Boden. Am Lagerfeuer neben einer kleinen weißen Pyramide grillten zwei freundliche junge Soldaten Würstchen, einer fragte: „Habt ihr Hunger?“
Renate Nimtz-Köster hat Romanistik und Slawistik studiert. Sie ist freie Wissenschaftsjournalistin.
14 Staaten grenzen an
Russland – nur Norwegen
lag nie im Krieg mit Moskau
„Hier gibt es keine Homos.
Wir haben alle erschossen“,
sagt ein Mann in Donezk
Erika Fatland:
Die Grenze. Eine Reise rund um Russland. Aus dem Norwegischen von Ulrich Sonnenberg.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2019. 623 Seiten, 20 Euro.
Die Krim ist unser: Eine Frau schwenkt eine russische Flagge in Balaklava im Jahr 2014, dem Jahr, als Wladimir Putin die Krim annektieren ließ.
Foto: VIKTOR DRACHEV / AFP
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